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15.03.1996 - 

Deutsche Telekom und France Telecom steigen aus

Infonet hofft auf eine Nische beim globalen Datentransport

Die Deutsche Telekom AG und die France Telecom erfuellen mit der Rueckgabe ihrer Anteile an die Infonet Service Corp. eine Auflage der US-Kartelbehoerde. Das Amt genehmigte nur unter dieser Voraussetzung die Allianz Global One zwischen den beiden europaeischen Unternehmen und dem US-Carrier Sprint. Da MCI bei Infonet aufgrund aehnlicher Auflagen auch aussteigen musste, verliert das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit den Rueckhalt von drei bedeutenden Carriern. Jose Collazo, Vorsitzender und President der Infonet Services Corp., wiegelt jedoch ab. Anstelle MCIs habe man einen Kooperationsvertrag mit AT&T abschliessen koennen, der den MCI-Verlust auffangen solle. Ausserdem werden die Carrier weiterhin auf die Dienste von Infonet zugreifen koennen und das auch tun, hofft der Manager.

Die drei globalen Allianzen der Carrier Global One, Concert und Uniworld werden zwar wie Infonet international orientierte grosse Kunden zu gewinnen versuchen. Anders als Infonet mit seinen Datendiensten seien die Allianzen jedoch auf die Sprachvermittlung fokussiert, so die Einschaetzung von Collazo.

Von dem Ausstieg unberuehrt bleibt die Beteiligung der Deutschen Telekom an der hiesigen Infonet-Niederlassung. Der Bonner TK-Riese behaelt weiterhin seine 80 Prozent Anteile an der GmbH. Seit 1992, als die Deutsche Telekom sich der Infonet-Niederlassung annahm, steigerte die Dependance kontinuierlich ihren Umsatz und konnte 1995 erstmals schwarze Zahlen ausweisen. In Deutschland werden laut Micheline Wens, Geschaeftsfuehrerin der Frankfurter Niederlassung, rund zehn Prozent des weltweiten Umsatzes von 300 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Nationaler ATM-Backbone soll bis Mai fertig sein

Das eingenommene Geld nutzte Infonet Deutschland, um die eigenen fuenf Knoten mit einem nationalen ATM-Backbone zu verbinden. Bis spaetestens im Mai soll das Projekt abgeschlossen werden. Zusaetzlich bietet Infonet Deutschland kuenftig neue Dienste der Muttergesellschaft auch hiesigen Kunden zur Nutzung an.

Neu im Portfolio ist erstmals die Sprachuebertragung, die im Rahmen des Multimedia-Dienstes angeboten wird. Infonet transportiert fuer Anwender Sprache, Daten und Faxe ueber die eigene Frame-Relay- Infrastruktur. Die technische Aufruestung soll laut Infonet einfach sein. Ebenso verspricht der Anbieter, dass bestehende Asynchron-, X.25-, LAN- oder Frame-Relay-Anwendungen nicht beeintraechtigt werden.

Des weiteren entkoppelte Infonet seine Intranet-Dienste von den Internet-Angeboten. Mobile Anwender haben nunmehr weltweit via ISDN oder ueber asynchrone 28,8-Kbit/s-Wahlverbindungen Zugang zum unternehmensinternen Intranet. Die Electronic-Commerce-Angebote sind dagegen um Internet-Moeglichkeiten erweitert worden. Der Dienstleister richtet seinen Kunden bei Bedarf eine Firewall- gesicherte Homepage ein, so dass Transaktionen ueber das oeffentliche Netz moeglich sind.

Zudem sollen die Workgroup-Dienste ausgebaut werden. Basierend auf der Software "Collabrashare", moechte Infonet seinen Kunden die Verwaltung von Groupware-Umgebungen wie Lotus Notes abnehmen. Dazu soll bis Mai das Novell-Produkt Groupwise in den Management- Service aufgenommen werden.