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17.10.2007

Infor kämpft gegen das Ausschlachter-Image

Dass sie Softwarefirmen zukaufen, nur um Wartungseinnahmen zu kassieren dieses Vorurteil möchten die Infor-Verantwortlichen ausräumen.

Wir wollen Unternehmen eine Alternative bieten", sagte Jim Schaper, CEO von Infor, auf der Anwenderkonferenz in Großbritannien. Der Firmenlenker erläuterte die künftige Geschäftsstrategie und bemühte sich, Vorurteile aus der Welt zu schaffen, Infor sei bei zugekauften Kunden nur darauf aus, Wartungseinnahmen abzugreifen.

Firmen hätten beim Softwarekauf im Grunde nur zwei Möglichkeiten, sagte Schaper. Auf der einen Seite gebe es Spezialisten, die zwar ein tiefes Branchen-Know-how mitbrächten, denen es aber am finanziellen Rückgrat und der globalen Aufstellung fehle. Auf der anderen Seite ständen die großen Softwarekonzerne wie SAP und Oracle. Diese böten den Kunden zwar Investitionssicherheit und globalisierte Produkte. Allerdings seien ihre Lösungen komplex und nur mit großem Aufwand zu implementieren.

Mit Wartung verdient Infor am meisten

Die Lücke zwischen beiden Angeboten will Infor füllen, warb Schaper für das eigene Portfolio. Nach 31 Übernahmen in den vergangenen fünf Jahren könne Infor seinen Kunden nun weltweit Lösungen anbieten, die einfach einzuführen seien und darüber hinaus auch spezifische Geschäftsanforderungen der Anwender erfüllten. Diesen Anspruch suchte der Firmenchef mit Zahlen zu untermauern: Mit Jahreseinnahmen von rund 2,3 Milliarden Dollar sei es dem Softwareanbieter gelungen, seinen Umsatz jährlich zu verdoppeln. Allerdings, so rechnet der Brancheninformationsdienst "Computerwire" vor, stammen etwa 49 Prozent der Einnahmen aus dem Wartungsgeschäft. Der Serviceumsatz macht 27 Prozent aus, und 24 Prozent der Einnahmen kommen aus Lizenzverkäufen.

Firmenchef verweist auf 2400 aktive Entwickler

Den Vorwurf, Infor interessierten an seinen Kunden nur die Wartungseinnahmen, versuchte Schaper mit dem Verweis auf aktuelle Entwicklungsarbeiten zu entkräften. Mit 2400 Mitarbeitern sei rund ein Viertel der Infor-Belegschaft mit der Weiterentwicklung von Software beschäftigt. Allein im vergangenen Jahr habe der Konzern 87 Upgrades seiner Produkte auf den Markt gebracht. Außerdem investiere der Hersteller jährlich rund 400 Millionen Dollar in neue Produkte und Technik.

Den Beweis, dass es Infor mit seinen Entwicklungsversprechen ernst ist, wird der Anbieter im Rahmen seiner SOA-Strategie antreten müssen. Seit rund einem Jahr sprechen die Verantwortlichen über ihre eigene Ausprägung einer Service-orientierten Architektur (SOA), ohne bislang konkret zu werden. Das soll sich in den kommenden Monaten ändern. Im Gegensatz zu SAP und Oracle plant Infor keine eigene SOA-Plattform. Vielmehr sollen die bestehenden Applikationen mit Hilfe eines Enterprise Service Bus (ESB) integriert werden. Die Anwendungen selbst sollen durch Feature Packs dafür vorbereitet werden. Der Vorteil dieser Strategie liegt den Infor-Verantwortlichen zufolge darin, dass die Anwender auf diese Weise ins SOA-Zeitalter wechseln könnten, ohne eine neue Plattform oder eine neue Anwendungsgeneration einführen zu müssen. Die erste Produktreihe auf SOA-Basis soll ab Mitte 2008 auf den Markt kommen. Damit will der Hersteller auch die Benutzerfreundlichkeit seiner Produkte verbessern. Demnach soll es beispielsweise möglich sein, eigene User Interfaces zu bauen beziehungsweise spezifische Rollen zu definieren.

Anwender wollen neue Funktionen

Ob die Infor-Kunden den Technikvorstoß ihres Softwarelieferanten honorieren, bleibt abzuwarten. In der Vergangenheit hatte die überwiegende Mehrheit der Anwender stärker darauf gedrängt, die Produkte funktional weiterzuentwickeln. Der Technikfokus habe bei den Kunden wenig Begeisterung hervorgerufen, mussten auch die Infor-Verantwortlichen einräumen. Infolgedessen hatte der Softwareanbieter vor einem Jahr beschlossen, die Java-Portierung von "ERP COM" auf Eis zu legen. (ba)