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17.11.2005

Infor verfolgt Best-of-Breed-Strategie

Der ERP-Anbieter hat dargestellt, wie er seinen ERP-Bauchladen integrieren will.
Mit dem für nächstes Jahr angekündigten Infor COM 7 vollzieht Infor in erster Linie Plattformoptimierungen.
Mit dem für nächstes Jahr angekündigten Infor COM 7 vollzieht Infor in erster Linie Plattformoptimierungen.

Aus den Produktlinien der übernommenen Hersteller Infor, Brain, Mapics und einigen anderen will das Unternehmen einzelne Module herauslösen. Die Bausteine sollen über Schnittstellen an die ERP-Programme "Infor Com", "XPPS", "XA" und "AS" angedockt werden können, um diese aufzuwerten. Da dieses Vorgehen an den "Best-of-Breed-Ansatz" erinnere, jedoch darüber hinausgehe, bezeichnet der Softwareanbieter das Konzept als "Super-Breed". Die Softwareelemente, beispielsweise eine Finanz-Management-, CRM- oder SCM-Komponente, kapselt der Hersteller zunächst ab und überarbeitet sie. Zum Teil will Infor die Programmmodule auch neu schreiben.

Die neue Produktstrategie zielt darauf ab, ähnliche Funktionen, die mehrfach in den ERP-Linien vorkommen, langfristig zusammenzuführen. Über die Jahre soll aus den unterschiedlichen Softwareplattformen eine neue Architektur entstehen.

Manche Infor-Produkte - insbesondere die mit Brain übernommenen - wurden in RPG programmiert. Deren Funktionsumfang soll in Java und .NET nachgebildet werden. Wie heute will man auch künftig die Plattformen I-Series, Linux und Windows/.NET bedienen.

Produkte laufen weiter

Obwohl dies auf eine Ablösung bestehender Produkte hindeutet, erneuerte Infor auf einer Veranstaltung in München das die Zusage, beim Kunden laufende Software nicht einzustellen. "Wir pflegen alle Programme und entwickeln sie auch weiter", versprach John Flavin, General Manager der Infor Discrete Group.

Im Gegensatz zu anderen Herstellern wie SAP und Oracle plant Infor beim Umbau der Softwareumgebung in größeren Zeiträumen. Das Super-Breed-Vorhaben werde Flavin zufolge erst in fünf bis sieben Jahren umgesetzt sein. Anwendungsmodule sollen wie bei anderen Anbietern langfristig über Web-Services und innerhalb einer Service-orientierten Architektur angeboten werden.

Erste Ansätze des Super-Breed-Konzepts sind laut Christian Hestermann, Verantwortlicher für alle in Deutschland entwickelten Infor-Produkte, bereits umgesetzt. Beispielsweise könnten Nutzer des Pakets Infor AS (das frühere "Brain Industry") eine CRM-Komponente verwenden, die aus Infor Com stammt. Als weiteren Super-Breed bezeichnet die Firma "Supplyweb" und "Global Financials". Supplyweb ist eine Lösung für das Lieferanten-Management, die Infor-ERP-Systeme, aber auch Drittsysteme wie die von SAP einbindet. Damit können Anwender Global Financials basiert auf der Technik von Varial.

Kein Infrastrukturgeschäft

Anders als SAP und Oracle betätigt sich Infor nicht als Infrastrukturanbieter und hat dies auch nicht vor. Infor verzichtet darauf, die für die Super-Breed-Idee benötigte Plattform (sie trägt den Arbeitstitel "Corestone") derart in den Mittelpunkt zu rücken. Corestone setzt sich aus Infrastrukturbestandteilen der ERP-Linien zusammen, die das Unternehmen herauslöst und allen Produkten zur Verfügung stellt. Dazu zählen Single-Sign-on, Benutzerverwaltung, Clients und Anwendungsintegration. Allerdings befindet sich Infor hier noch ganz am Anfang. Fest stehen lediglich ein Java-Application-Server, und dass alle Anwendungen die Oberflächentechnik von Infor Com 6.3 erhalten.