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19.11.1999 - 

Finanzielle Beteiligung soll Synergien verstärken

Infor will Varial strategisch an sich binden

MÜNCHEN (as) - Der Hersteller betriebswirtschaftlicher Standardsoftware Infor AG, Friedrichsthal, beteiligt sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 24,9 Prozent am Hamburger Anbieter von Finanz- und Personalanwendungen Varial. Ziel der Allianz ist es, die Integration zwischen den Produkten beider Firmen zu erleichtern sowie auch im Ausland als Partner aufzutreten. Varial bestreitet jedoch jede Exklusivität der Vereinbarung.

Beide Unternehmen verbindet eine langjährige Partnerschaft. So sind Varials Anwendungen für Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Anlagenbuchhaltung sowie Lohn und Gehalt Bestandteile von Infors betriebswirtschaftlichen Software "Inforcom". Das Joint-venture soll nun sicherstellen, daß die Produkte beider Unternehmen künftig parallel weiterentwickelt werden und sich Varials Anwendungen einfacher integrieren lassen.

Dieser Schritt wurde laut Infor notwendig, da Varial zwar strategische Bedeutung hat, technisch aber eine andere Programmstruktur besitzt. So wurde Inforcom komponentenbasiert entwickelt und ist damit flexibler einsetzbar. Die Anbindung der Finanz- und Personalsoftware der Hamburger ist hingegen laut Werner Huttner, Marketing-Leiter bei Infor in Ettlingen, mit einer aufwendigen Schnittstellen-Pflege verbunden, obwohl es heute schon die Möglichkeit gebe, in den Masken von Inforcom beispielsweise Umsatzzahlen aus Varial anzuzeigen.

Die Beteiligung und damit stärkere Einflußnahme auf die Produktentwicklung soll die Integration nun weiter beschleunigen. Ziel ist es, den rund 1300 Infor-Kunden ein einheitliches System mit durchgängiger Technologie und Benutzeroberfläche anbieten zu können. Die Schwerpunkte liegen dabei vor allem auf dem Internet und E-Business-Lösungen.

Varial will alle Partner gleich behandeln

Zugleich weist Peter Dibbern, Marketing-Leiter bei Varial, Mutmaßungen zurück, nach denen die Beteiligung Infors in Wirklichkeit höher sei und eine schleichende Übernahme stattfinde. "Wir sind Zulieferer für die gesamte Branche mittelständischer Hersteller von betriebswirtschaftlicher Software. Mit Infor generieren wir lediglich zwölf Prozent unseres Umsatzes. Andere Partner wie Bäurer, AP oder PSI haben die gleiche Bedeutung für uns. Wir würden durch eine einseitige Kooperation unsere Eigenständigkeit sofort verlieren." Insgesamt unterstütze Varial über 200 Branchenlösungen und bediene hierzulande mehr als 5000 Kunden. Zudem habe das Unternehmen auch andere Partner brieflich eingeladen, enger zu kooperieren oder in Varial zu investieren. Man habe diesen Weg gewählt, um die Partner an sich zu binden, statt fremdes Venture-Kapital ins Unternehmen zu lassen. Das Geld soll für die Ergänzung der eigenen Produktpalette über Akquisitionen genutzt werden.

Als Ziel der Beteiligung nennt Infor auch die gemeinsame internationale Vermarktung der Produkte. Das Unternehmen hat derzeit elf ausländische Geschäftsstellen und erwirtschaftet nach eigenen Angaben bereits über 19 Prozent seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Varial kann, so sieht es Infor, jenseits der Grenzen bisher nur wenige Installationen aufweisen und verfügt noch nicht über einen eigenen Auslandssupport. Dies soll sich nun ändern, da Infor Varial künftig als Exklusivpartner bei den Auslandsgeschäften dabeihaben will. Auch dem wiederspricht jedoch Dibbern. Danach sei Varial derzeit dabei, sein Auslandsgeschäft zu erweitern, und habe neben Kunden in Frankreich auch einen ersten Partner in Österreich gefunden. Zudem sei man derzeit mit dem Aufbau einer Geschäftsstelle in Budapest beschäftigt. "Auch wenn Infor unsere Vereinbarung als exklusiv betrachtet, bleiben wir auch im Ausland Zulieferer für unsere Partner."