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DV-Schule Böblingen:


13.05.1977 - 

Informatik-Zusatzstudium für Techniker und Ingenieure

TÜBINGEN - Betrachtet man die derzeitige Augbildugssituation an den Fachhochschulen für Technik, so stellt man fest; daß immense Fortschritte im Bereich des EDV-Bildungsangebotes eingetreten sind. Noch vor knapp fünf Jahren mußte von einem regelrechten Notstand gesprochen werden. Heute gibt es kaum noch einen Jung-Ingenieur, der nicht wenigstens in die Grundbegriffe der Informatik und in die Programmierung eingeführt worden wäre.

Studien- und Graduierungsarbeiten lassen sich oftmals nur noch mit Hilfe entsprechender Programmierkenntnisse und unter Verwendung des schuleigenen Rechners lösen. Das DV-Angebot der Fachhochschulen geht meistens noch über den Rahmen der reinen Grundlagenfächer - die quasi Programmierunterstützung für Studienarbeiten ermöglichen - hinaus indem vor allem auch EDV-Organisation im Zusammenhang mit spezifischen Studienschwerpunkten, wie beispielsweise Material- und Terminwirtschaft im Zusammenhang mit dem Studium der Fertigungswirtschaft, als Wahlfach angeboten wird. Gleiches gilt für den Einsatz von Prozeßrechnern und Mikroprozessoren einschließlich deren Programmierung.

So positiv diese Entwicklung für die derzeitig Studierenden auch sein mag,

so problematisch ist nach wie vor der Erwerb entsprechender EDV-Kenntnisse für Techniker und Ingenieure, die entweder während des Studiums keine Vertiefungsmöglichkeiten im Bereich EDV oder überhaupt keine Möglichkeit der Informatik-Ausbildung hatten. Sofern hier von seiten des Beschäftigungsbetriebes nicht mit einem gewissen "Goodwill" eine Firmenschulung ermöglicht wird, ist der Erwerb entsprechenden EDV-Wissens und somit auch das Erschließen neuer Berufschancen nur schwer möglich.

Für diesen Interessentenkreis wurde an der Fachschule für Datenverarbeitung und Organisation in Böblingen ein Studiengang "Industrie-Informatik" eingerichtet, der speziell für Techniker und Ingenieure in einem einjährigen Kompaktstudium zum Abschluß des staatlich geprüften "Industrie-Informatikers" führt. Die Erfahrungsberichte der Absolventen des seit 1974 bestehenden und von der Bundesanstalt für Arbeit (BA) geförderten Studienganges zeigen deutlich, daß in der Industrie zunehmend Bedarf an Technikern und Ingenieuren mit soliden EDV-Kenntnissen besteht.

Um den Studenten ein möglichst breites Betätigungsfeld in der Industrie zu eröffnen, wurde die Ausbildung so angelegt, daß in einem ersten Studienabschnitt die Grundlagen der Datenverarbeitung (Hardware, Programmierung, Betriebssysteme mit entsprechenden Übungen) schwerpunktmäßig vermittelt werden. Der zweite Studienabschnitt bringt eine Spezialisierung je nach Interessenlage in den Bereichen EDV-Organisation mit Fertigungswirtschaft (Materialdisposition und Terminplanung) oder Prozeßrechnereinsatz, Mikroprozessoren und deren Programmierung.

Die Schule ist in stetigem Kontakt mit EDV-Anwendern und Herstellern bemüht, den Studiengang praxisorientiert zu gestalten und der Marktentwicklung anzupassen. Dazu trägt auch wesentlich die schuleigene Anlage der Groß-EDV (/370-135 mit 192 KB und entsprechender Peripherie) bei, die den Studierenden kontinuierlich und ausschließlich während der gesamten Ausbildungszeit für Übungszwecke zur Verfügung steht. Für den Studierenden ergeben sich daneben die Vorteile des Studiums an einer staatlichen Schule mit entsprechend angemessenen Gebühren und einem geregelten Abschluß.

* Diplom-Ingenieur Norbert Krömer ist Dozent an der Fachschule für Datenverarbeitung und Organisation in Böblingen