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30.04.1993 - 

Trotz Dauerlob an die Adresse der Fachhochschulen

Informatikprofessoren empfinden ihre Situation als nicht zumutbar

Zwar nehme man das Lob, das den FH von allen Seiten ausgeprochen werde, mit Freude zur Kenntnis, allerdings sei zur Beseitigung der Missstaende nichts unternommen worden. So hat sich laut FH-Statistik die Zahl der Informatikstudenten innerhalb von sechs Jahren fast verdoppelt und ist von 9959 im Jahr 1985 auf 19 162 im Jahr 1991 gestiegen. Auch die Zahl der Bewerbungen stieg um mehr als das Doppelte im gleichen Zeitraum, von 7188 auf 16 153. Weniger spektakulaer gingen die Absolventenzahlen nach oben, und zwar von 1585 im Jahre 1987 (1985 wurden keine Daten erhoben) auf 2394 im Jahre 1991.

Wenig erfreulich entwickelt sich aus Sicht der Informatiklehrenden das Verhaeltnis von Professor und zu betreuenden Studenten, das derzeit bei 1:44 liegt. Der Sollwert sei bei 1:20. Bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern kuemmert sich jeder um dreimal mehr Studenten als geplant. Die Relation betrage hier 1:120 statt 1:40. Eine Verwaltungsangestellte ist gar fuer 511 Studenten samt dem dazugehoerigen Wissenschaftspersonal zustaendig. Besser sieht es laut Memorandum mit der DV-technischen Austattung aus - zumindest im Vergleich zu den Vorgaben. Im Durchschnitt teilen sich 8,6 Studenten einen Rechner-Arbeitsplatz (Soll 1:8).

Die Ausbildung ist nach Meinung der Verfasser deshalb noch so gut, weil etwa 50 Prozent der Professoren und 65 Prozent der wissenschaftlichen Mitarbeiter erst in den Jahren 1985 bis 1991 an die Fachhochschulen gekommen sind und "mit dem aus der Wirtschaft mitgebrachtem Wissen, unverbrauchten Kraeften und ungebrochenem Engagement gegen die gewaltige Ueberlast ankaempfen". Die Forderung des Memoranddums lautet daher: Die Kultusminister sollen die Lehrbelastung von 18 Semesterwochenstunden auf zwoelf reduzieren, damit "die Weiterbildung der Professoren und die angewandte Forschung nicht nachhaltig geschaedigt werden".

Die Professoren weisen zum Schluss darauf hin, dass die Kosten einer schlecht konzipierten und fehlerhaften Software viel hoeher sind als Investionen zur Verbessserung der Lehrqualitaet.