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25.06.1982 - 

OECD hält zunehmende-Konzentration für möglich:

Information als vierter Wirtschaftsfaktor

PARIS (CW) - Mit Ausnahme von Japan hat sich der Informationssektor in den westlichen Ländern zum wichtigsten Beschäftigungsbereich entwickelt. Seit dem Zweiten Weltkrieg stieg der Anteil der hier Beschäftigten alle fünf Jahre um durchschnittlich 2,8 Prozent mehr als in den übrigen Wirtschaftssektoren. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris bezeichnet daher den Faktor Information als vierte ökonomische Kraft neben den traditionellen Bereichen Landwirtschaft, Produktion und Dienstleistungen.

In ihrer jüngsten Studie mit dem Titel "Information Activities, Electronics and Telecommunications Technologies" hat die OECD den Informationsbereich in neun ihrer 24 Mitgliedsländer analysiert und sich Gedanken zu den möglichen Auswirkungen der neuen Technologien auf Produktivität, Nachfrage, Beschäftigung und industrielle Strukturen gemacht.

Einen Produktivitätszuwachs erwarten die OECD-Experten vor allem durch die Einführung neuer Techniken im Büro. Die geringe Kapitalisierung und die vergleichsweise niedrige Produktivität dieses Sektors bedinge geradezu den breiten Einsatz dieser Informationstechnologien.

Zurückhaltender wird dagegen die Nachfrage nach Informationsprodukten und -dienstleistungen beurteilt. In den letzten zehn Jahren hätten die Konsumenten hierfür kaum mehr Geld ausgegeben. Chancen bestehen laut OECD lediglich für preisgünstige elektronische Geräte wie zum Beispiel den Heimcomputer.

Sehr vorsichtig äußert sich die Organisation zum Thema Arbeitsplätze. Es sei keineswegs ausgemacht, daß die neuen Techniken insgesamt zu einem sinkenden Beschäftigungsgrad führten. Negative Einflüsse machten sich allerdings in allen Berufen mit viel Routinetätigkeit bemerkbar.

In bezug auf die industriellen Strukturen prognostizieren die Experten in Paris zwei Tendenzen. Innerhalb der Informationsverarbeitungs- und Telekommunikationsindustrie halten sie es für möglich, daß durch den schnellen Wandel der Markteinstieg für Newcomer leichter wird. Dies schaffe einerseits für Klein- und Mittelbetriebe neue Möglichkeiten, könne auf der anderen Seite aber auch zu einer stärkeren Diversifizierung in den großen Unternehmen führen.

Daneben eröffnen laut OECD neue Anwendungen ein weites Feld für dezentralisierende Verfahren und Tätigkeiten. Insgesamt seien allerdings die großen, informationsintensiven Unternehmen bei der Nutzung dieser Möglichkeiten im Vorteil, so daß sich die Konzentration eher verstärke als reduziere.