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29.08.1975 - 

Rationalisierung im Krankenhaus:

Information per Etiketten

Von Kurt Strohäcker Exklusiv für CW

STUTTGART - Bei der Kostensenkung muß es nicht immer nur um Rechner und Peripherie gehen. Wie man mit - jährlich etwa 10 Millionen - Selbstklebeetiketten Rationalisierungseffekte erzielt, zeigt der Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Mittlerer Neckar in Stuttgart.

Dem Rechenzentrum des Verbandes obliegt unter anderem die Abrechnung stationärer Leistungen, Patientenkontenführung und Arzthonorar-Abrechnung für 15 Krankenhäuser (mit zusammen 6500 Betten) in den an Stuttgart angrenzenden Landkreisen. Die Aufgabe bestand darin, die Daten der Patienten dezentral zu erfassen, einen die Behandlung begleitenden lesbaren Datenträger zu schaffen und die Abrechnung der stationären Krankenhausleistungen zentral vorzunehmen. Die Datenerfassung erfolgt mit Singer-Systemen 1501, die lesbaren Datenträger sind selbstklebende Herma-Lochrandetiketten.

Dezentrale Erfassung in 15 Krankenhäusern

In jedem angeschlossenen Krankenhaus ist in der zentralen Krankenaufnahme ein (zur Zeit noch) offline arbeitendes System 1501 mit Magnetbandkassette und Drucker installiert. Aufgrund eines manuell ausgefüllten Aufnahmebelegs werden alle Daten erfaßt, die für interne oder externe Stellen für die Behandlung, Abrechnung, Pforteauskunft und Leistungsanforderung von Wichtigkeit sind. Die täglich gewonnenen Daten werden wöchentlich auf eine Kassette konzentriert, die ins zentrale Rechenzentrum geht.

Bei der maschinellen Erfassung werden ein Aufnahme-Buch und ein Adress-Etikettensatz in Endlosform geschrieben. Die Adressetiketten haben zwei verschiedene Größen, sind universell einsetzbar, erfordern keine besonderen organisatorischen Vorkehrungen und sind für alle Vordrucke, Karteien etc. unmittelbar zu benutzen. Sie sind allerdings nicht in genau der im Einzelfall benötigten Anzahl zu erstellen. Bei Verlegung muß die Station geändert oder neu gedruckt werden. Auf Durchschlägen sind die Etiketten wiederholt aufzukleben. Bei Bedarf (zum Beispiel bei langer Verweildauer) wird nachgedruckt.

Der Aufkleber sagt alles

Pro Patient können 6, 8 oder 10 Sätze gedruckt werden. Jeder Satz besteht aus einem großen und sechs kleinen Etiketten. Das große Etikett enthält im wesentlichen - von geringen Kürzungen und Abweichungen abgesehen - die Daten des Aufnahmebelegs. Es sind alle Angaben enthalten, die zum Beispiel für Kostenübernahmeantrag und Entlassmeldung an Kasse, für Pforte, Telefonzentrale, Patientenkarte etc. erforderlich sind. Im kleinen Etikett sind insbesondere die Daten enthalten, die für Leistungsanforderungen und Laborproben erforderlich sind, wie Aufnahmenummer, Station, Name/Vorname, Geburtsdatum, Aufnahmedatum, Ort und Straße des Patienten sowie der Kostenträger.

Mix bei der zentralen Abrechnung

Das RZ "Mittlerer Neckar" verfügt über zwei Systeme IBM 370/145 mit je 384 K (davon einmal 128 K von C.I.G.), zweimal acht Platten BASF 6230, zweimal sechs Bandeinheiten BASF 6347 sowie Leser und Drucker. Bei uns in der kommunalen Verwaltung wird also ganz schön "gemixt". Eine Preisfrage, denn es lohnt sich. Unser RZ-Leiter Strauß dagegen meint gelegentlich: "Vom Preis her o. k., aber sonst..." Nicht besonders gut zu sprechen ist Strauß auch auf das IBM-Betriebssystem DOS/VS, Release 30: "Der Übergang von Release 29 auf 30 bringt uns heute noch Probleme, die die IBM nicht aus der Welt schaffen kann. Im Schnitt steigt uns eine Anlage einmal täglich aus. Als wir noch reinrassig IBM waren, war die Betreuung des Marktführers viel besser. Heute tut IBM nur noch das, was unbedingt notwendig ist".

Kurt Strohäcker ist Gruppenleiter "Krankenhauswesen" beim RZ "Zweckverband kommunale DV Mittlerer Neckar", Stuttgart