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Data-Warehousing / Speichersysteme - Basis des Data-Warehousing


03.04.1998 - 

Informations-Management bis auf Byte-Ebene

Um den schnellen und effizienten Zugriff auf große Datenmengen zu gewährleisten, werden heute Raid-Systeme (Redundant Array of Independent Drives) eingesetzt. Deren Leistungsfähigkeit vervielfacht sich in immer kürzeren Zeitabständen. Noch bis vor kurzem wurden bei gängigen Systemen 9-GB/3,5-Zoll-Plattenlaufwerke eingesetzt. Schon heute haben - nach einer Lebensdauer von gerade 18 Monaten - 18-GB-Laufwerke im Format 3,5 Zoll ihren Platz im Raid-Ranking über- nommen.

Hierbei handelt es sich um Zeitsprünge, wie man sie sonst nur von Prozessoren her kennt. Der Grund liegt auf der Hand: Die Leistungsfähigkeit der Speichersysteme muß mit der Power der CPU Schritt halten, um innerhalb der IT-Infrastruktur nicht unversehens zum Flaschenhals zu werden.

Neben allgemeinen und technologisch forcierten Entwicklungen kann man eine Reihe weiterer Trends im Markt beobachten, etwa die Kosten pro Megabyte oder Gigabyte. Trotz einer blühenden Speichernachfrage hält der Preisverfall unverändert an. Davon betroffen sind insbesondere Plattenlaufwerke und andere Hardwarekomponenten. Pro Jahr hat sich inzwischen ein Wertverfall von mindestens 30 Prozent ergeben - abgesehen davon, daß sich Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit permanent verbessern. Sehr zur Freude der Anwender.

Ein weiterer Trend ist die Zentralisierung zu sogenannten Speicherfarmen. Vor allem größere Unternehmen, die leicht mehrere Terabyte auf verschiedenen Subsystemen vorhalten, konsolidieren ihre Systeme in einer zentralen Speicherfarm. Die Gründe liegen auf der Hand: Auf diese Weise lassen sich Datensicherheit und -zugriff, aber auch das Management und die Administration der Speicher erheblich verbessern. Diese Konsolidierung findet dabei plattformübergreifend statt; der Speicher avanciert zum zentralen Manager, Administrator und Distributor von Informationen für alle im Unternehmen installierten Systemplattformen.

Das Thema Sicherheit beschreibt einen weiteren Trend. Information ist in der Tat ein Produktivfaktor. Banken, Börsen oder auch Versicherungen müssen Informationen so schnell und, noch viel wichtiger, so sicher wie möglich verwalten können. Eine Terminbörse kann sich während der offiziellen Handelszeit keine Downtime auch nur eines Systems erlauben.

Aufgrund der exorbitant hohen Summen, die pro Sekunde umgesetzt werden, würde der fehlende Zugriff zu unvorstellbaren Verlusten führen. Raid-Systeme müssen daher höchste Standards an Sicherheit gewährleisten und eine Datenverfügbarkeit von nahezu 100 Prozent garantieren.

Auch die Software ist Gegenstand zahlreicher Veränderungen. Softwareprodukte erobern zunehmend die Welt der Speichersysteme. Nach der Ursache braucht man nicht lange zu suchen: Einerseits wollen sich die Hersteller wegen der fallenden Preise und der Vergleichbarkeit ihrer Produkte besser vom Mitbewerb unterscheiden und mittelfristig bestehende Margen und Preise zumindest konstant halten. Auf der anderen Seite kann nur individuell zugeschnittene Software dem Kunden neue und weiterreichende Nutzungsmöglichkeiten garantieren. Zu nennen wären dafür zum Beispiel Remote-Spiegelung oder eine einfachere Verwaltung der Systeme.

Das Stichwort Backup kennzeichnet einen weiteren Trend. Ungeachtet der Entwicklung von Online-Speichersystemen wachsen die Anforderungen an Datensicherung und -wiederherstellung in vergleichbarer Größenordnung. Kapazität, Leistung und Zugriff sind dabei nur einige Schlagworte.

Ein heißes Eisen sind die als "Backup-Fenster" bezeichneten Performance-Einschränkungen der Systeme, die beim Sicherungsvorgang zum Tragen kommen. Fachabteilungen im Unternehmen - also Kunden der Rechenzentren - verlangen uneingeschränkten Datenzugriff. Dadurch müssen notwendige Backup-Fenster in die Nacht verschoben oder nach Möglichkeit ganz ausgeklammert werden. Das läßt sich mittlerweile auch durch Online-Backups während des Produktivbetriebs erreichen.

Nicht zu vernachlässigen sind die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership = TCO). Kostenkontrolle ist immer ein Thema, auch für leistungsfähige Raid- und Backup-Systeme. Ein Haupttreiber der Zentralisierung bei Speichersubsystemen sind wieder einmal die ausufernden Kosten bei Administration, Konfiguration, Installation und Management der Systeme.

Die auf den ersten Blick unvereinbaren Anforderungen des Marktes und der Kunden an moderne Speichersysteme beantworten die Hersteller mit einer ganzen Reihe von Produkten und Lösungen. Zum Angebotsspektrum gehören beispielsweise Online-Speicher im Low-end.

Für den Einstieg zu empfehlen sind sogenannte High-Availability-Storage-Systeme. Sie eignen sich besonders für kleinere Unix-Server und sind überall dort einsetzbar, wo noch keine "Mission-Critical"-Umgebungen existieren. Mit ihrem Interesse weckenden Preis-Leistungs-Verhältnis sind sie für kleinere Investitionsbudgets ideal.

Auch für den Midrange-Bereich bieten sich Online-Speicherlösungen an. Ein Beispiel für ein hochperformantes System mit hoher I/O-Leistung, leichter Skalierbarkeit und einfacher Administration in Mission-critical-Umgebungen ist "Autoraid Modell 12H" von Hewlett-Packard - ein selbstkonfigurierendes Raid-System, das Daten mittels automatischer Datenmigration und entsprechenden Zugriffsmustern im dafür gängigsten Raid-Level vorhält.

So werden auf diese Weise alle zugriffsintensiven Daten im Cache oder performanten Raid-0/1-Level gespeichert. Die weniger intensiv nachgefragten Daten legt das System automatisch im kostengünstigen Raid-S-Level ab. Autoraid verbindet die Vorzüge aller Raid-Level in einem System mit geringen Unterhaltskosten.

Für Midrange- bis High-end-Bereiche eignen sich andere Lösungen. Disk-Arrays in Fiber-Channel/Arbitrated-Loop-Technolgie zur Anbindung an Unix-Server eignen sich für mittelgroße Applikationen im Hochverfügbarkeitsbereich. Solche Systeme bieten eine Skalierbarkeit bis zu 800 GB im 1,6-m-Gestell. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß zur Unterstützung sämtlicher Unix-Server auch NT-Server an diese Systeme andocken können.

Im High-end kommt man an der Symmetrix-Familie von EMC kaum vorbei. Sie ist inzwischen Synonym für unternehmensweite Speichertechnologie. Unter dem Begriff "Enterprise Storage Platform" ermöglichen diese Systeme den parallelen Host-Betrieb von Mainframes, einer Vielzahl von Unix-Derivaten oder auch NT auf einem Disk-Array.

Redundante Hardware sowie eine leistungsfähige Hardware-Architektur ("Mosaic2000") für die Eingliederung neuester Komponenten erfüllen hohe Anforderungen an Verfügbarkeit und Datensicherheit. Ferner erlaubt Symmetrix den Einsatz von Software wie SRDF (Symmetrix Remote Data Facility) oder Timefinder (Symmetrix Multi Mirroring Facility = SMMF). Sie gewährleisten Datensicherheit etwa durch Spiegelung kompletter Systeme (SRDF) oder den Aufbau zusätzlicher Spiegel (SMMF).

Abgerundet wird das Angebotsspektrum von Backup-Speichersystemen für den Offline-Betrieb. Professionelles Informa- tions-Management setzt leistungsfähige Backup-Hardware voraus. Hewlett-Packard bietet zum Beispiel ein Portfolio von 7 bis zu 41 TB komprimierter Kapazität. Darüber hinaus ermöglichen Systeme von Storage Tek eine Backup-Kapazität von mehreren hundert TB. Jukeboxen, Stand-alone-DAT-Laufwerke und sogenannte Autochanger runden das Port- folio ab.

Angeklickt

Was nützt das ausgefeilteste Data-Warehouse-Konzept, wenn kein leistungsfähiger Backbone dahinter steht?Speicher gewinnen an Bedeutung. Wie der Autor zeigt, müssen Anwender wichtigen Trends folgen, um eine solide und in die Zukunft gerichtete Investition auf die Beine zu stellen. Noch immer tappen viele in die Falle ausufernder Kosten. Die TCO-Analyse der Speichersysteme, also Administration, Konfiguration, Installation und Management, gehört deshalb zum Pflichtprogramm fürs Data-Warehousing.

Jörg Otto ist Marketing-Leiter Storage Systems/Data-Warehousing bei der Hewlett-Packard GmbH in Böblingen.