Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

08.04.1988 - 

Informatik ist technologischer Informations-Management-Service, Teil 6 und Schluß:

Informations-Management mit "BISS"

MÜNCHEN- Reinen Tisch machen mit verwaschenen Vorstellungen über den "Erfolgsfaktor Information" will Karlheinz Vellmann. Seine These über die Rolle der DV-Protagonisten lautet: Informatik ist technologischer Service des strategischen Informations-Managements. In einer sechsteiligen Folge* betrachtet der langjährige Henkel-Manager zunächst den "Erfolgsfaktor Information", die Informatik-Kosten sowie den Informatik-Nutzen. Darauf analysierte der Experte auf dem Sektor Informations- und Rechnungswesen Informatik-Leistungsstrategien. In der vorigen Folge begann der Autor eine Gegenüberstellung von Informatik-Management und, dem Inhalt dieses abschließenden Teils, Informations-Management.

Wo bleibt im Konzept des "Informatik-Managements" die Rolle des CIO (Chief Information Officer), des "Informations-Managers" in der Vorstandsetage? Wer soll in den 90er Jahren über die Geschicke der Informatik zu befinden haben? Sollte man dem Informatik-Manager ein Mitspracherecht auf Vorstandsebene einräumen?

Eine generelle Antwort auf diese Fragestellung läßt sich nicht finden. Organisationsentscheidungen von so grundlegender Bedeutung werden primär personenbezogen getroffen. In den meisten Großunternehmen besteht - ob berechtigt oder nicht - zu einem Vorstandsressort "Informatik" wenig Neigung, so daß in dieser wichtigen Organisationsfrage neue Denkansätze erforderlich sind.

Aus praxisbezogener Erfahrungssicht kann die Informatik optimal nur als Teil eines größeren Ganzen zur Entfaltung gebracht werden. Dieses größere Ganze nenne ich Betriebswirtschaftlicher Informations- und Steuerungs-Service (BISS).

In den 90er Jahren wird das Topmanagement eines jeden Konzerns und eines jeden größeren Unternehmens danach beurteilt, ob es mit oder ohne BISS arbeitet.

Die linke Abbildung zeigt den Betriebswirtschaftlichen Informations- und Steuerungs-Service in seiner Grundstruktur und in seinem Wirkungszusammenhang. Die Unterstellung der Bereiche Strategisches Controlling, Organisation und Informatik sowie Leitstelle Logistik und Operatives Controlling unter einem ausschließlich für "Betriebswirtschaft" zuständigem Vorstandsmitglied oder Generalbevollmächtigtem gewährleistet eine einheitliche Zielorientierung und damit auch eine optimale Entfaltung des "Erfolgsfaktors Information".

Der "Zentralbereich Betriebswirtschaft" steht permanent in direktem Kontakt zu den Sparten, Funktionen und Tochtergesellschaften/Verbundenen Unternehmen (VU). Er durchdringt im "Dotted-line-Verfahren" das Gesamtunternehmen in Form eines informationsaufnehmenden und -abgebenden Netzwerkes. Das permanente Zusammenwirken des Zentralbereichs Betriebswirtschaft mit den entsprechenden divisionalen und VU-Stellen ist im unteren Teil der Abbildung dargestellt. Als Kommunikationsvehikel dienen Arbeitskontaktgespräche, Workshops, Entscheidungsvorbereitungs-Gremien etc.

Neben dem Controlling und der Informatik gehören zum "Betriebswirtschaftlichen Informations- und Steuerungs-Service" die "Organisation" und die "Leitstelle Logistik". Die Organisation deshalb, weil sie in Fragen der Aufbauorganisation mit dem strategischen Controlling und in Fragen der Ablauforganisation mit der Informatik verbunden ist. Die "Leitstelle Logistik" wird einbezogen, weil sie "Logistik-Controlling" betreibt und für die logistischen Planungs- und Steuerungssysteme im Unternehmen zuständig ist. Eine effizienzsteigernde Planung und Steuerung des Material- und Warenflusses kann nicht ohne massiven Informatik-Einsatz betrieben werden.

Mit Hilfe von BISS könnten am ehesten einige der den "Erfolgsfaktor Information" hemmenden Verhaltens-Syndrome, wie die "mangelnde Einsicht in die betriebswirtschaftlichen Sachzusammenhänge der Informatik", oder die "Präponderanz des technischen Wunschdenkens" überwunden werden. In einem "BISS-orientierten Management" bedarf es keiner "ideologischen Feldzüge", um eine realitätsnahe, also faktenorientierte Ausrichtung des Informatik-Einsatzes zu ermöglichen.

Der Leiter des "Betriebswirtschaftlichen Informations- und Steuerungs-Service" kann sowohl ein "gelernter Controller" als auch ein "gelernter Informatiker" sein. In beiden Fällen ist es erforderlich, die persönlichen Kenntnisse und Fähigkeiten über den eigenen Fachbereich hinaus fortzuentwickeln. Die rechte Abbildung zeigt die unternehmerischen Erfolgskomponenten der 90er Jahre. In der Kombination "Dynamisches Denken + Sensitives Controlling + Progressive Informatik" kann der "Erfolgsfaktor Information" für alle sichtbar und nachvollziehbar in Erscheinung treten.

Informatik-General

Wer soll in den 90er Jahren über die Geschicke der Informatik im Unternehmen zu befinden haben, fragt Autor Karlheinz Vellmann. Sollte dem Informatik-Manager ein Mitspracherecht - "als Informatik-Generalbevollmächtigter" - auf Vorstandsebene eingeräumt werden?