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22.05.1981 - 

Folge 29

Informationsanalyse statt Organisations-Strukturuntersuchung

Soziologen und Sozialpsychologen untersuchen daher das soziale Handeln von Menschen unter bestimmten Bedingungen innerhalb von gesellschaftlichen Zusam- menhängen. Gewiß wirkt ein Computer, der logische Zusammenhänge erzwingt, mit seinen enormen Merkmalspeicher- und Indizierungsmöglichkeiten für einen Modellsimulator verführerisch. Jedoch sollte sich der Konstrukteur einer Nachbildung der Wirklichkeit stets fragen, wie weit er sich von der letzteren entfernt und wo die groben Vereinfachungen beginnen.

Eine solche Vereinfachung der Abbildung findet sich auch im "Nichtmodell": Die Informationsanalyse zeigt Informationsdistanzen innerhalb von Konkordanzlisten auf. Zu Häufungen von gleichen Begriffen können Distanzen abgeleitet werden. Im Diagramm - Abbildung 6 - wurde versucht, auch eine mögliche Distanz zu den Kernzonen gemeinsamer Verständigung erkennbar werden zu lassen, um eine Vorstellung von den Feldern der sogenannten Fachsprachen-Vorräte zu vermitteln. Nochmals sei betont, es handelt sich hier um kein Kommunikations-Modell, denn streng genommen findet sicherlich auch eine informale Verbindung zwischen den Abteilungen A und D mit der Abteilung I statt - etwa in der Kantine -, obwohl die Durchschnittsmengen der gemeinsamen Begriffe (fachlich) nicht ausgewiesen werden können. Auch könnte man sich eine strengere Skalargliederung nach den Häufigkeiten der Nennungen - etwa in Richtung der Maxima verteilter Häufigkeiten - vorstellen, wobei dann wahrscheinlich keine Kreisdiagramme je Abteilung oder Referat mehr zustandekamen. Und das brachte für die Anschaulichkeit eines Modells nicht viel, es dürfte sicherlich auch nicht plan = eben gezeichnet sein, wie manche einfachen Netzmodelle, sondern in einem multidimensionalen Raum abgebildet sein.

Das Mengenbild der Fachsprachenvorräte ist beileibe nicht übersichtlicher als das vorige Zerrbild der Kommunikationsbeziehungen in einem Mehrebenen-Organisationsplan (in Abbildung 4). Es dient nur der Vorstellung, daß Informationsdistanzen zwischen vereinfacht angenommenen Fachkommunikationsfeldern entstehen können. Aber diese angeblichen Distanzen lassen sich auch skalar zu angeblichen Kernzonen, trivialer oder fachtechnischer Häufungen - vielleicht sagen wir besser "cluster" - darstellen. Den Informationsskalaren, die man gut sortieren kann, lassen sich Indices oder Pointer zugesellen. In der Dokumentation spricht man von links and roles. Ein besonderer Zweig, die Fazettenklassifikation, speichert den Betrachtungsgradienten stets mit ab und ermöglicht, den Ausgangsort von Erfassung und Betrachtung ständig neu zu orten. Für die Situation von Begriffen im Feld sind Indices (für Rollen der Bearbeitung und der Aktualität) sowie logische Verknüpfungen besser angebracht und nützlich, sie dienen auch der Erweiterung eines dynamischen Begriffssystems.

Der kybernetische Ansatz - nämlich die Benutzung von Regelkreisen zur Bewältigung von Informationsmengen - führt über die Informationsanalyse zum Mitarbeiter-lnformationskonzept.

Wird fortgesetzt.