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20.03.1981

Informationsanalyse statt Organisations-Strukturuntersuchung Folge 20 Zeitkritische Berichte

Ermittlungen für die Mengengerüste der Berichte unterscheiden zwar nach der Periodizität der Aussendungstermine, aber nicht nach der Aktualität der Informationen, die die Empfänger brauchen. Dagegen werden Informationen als zeitkritisch bezeichnet, die während ihrer Weitergabe vom Ort ihrer Aussendung bis zum Empfänger bereits zeitlich überholt sein können. Darunter fallen Informationen über Betriebszustände, die als nicht geplant oder vorhersehbar in Erscheinung treten und die sofortiges Eingreifen erforderlich machen. Erfolgt die Weitergabe dieser zeitkritischen Informationen in der Hauptsache durch Berichte, werden letztere ebenfalls zeitkritisch. Im vorher schon angesprochenen Beispiel der Störungsmeldungen im Grubenbetrieb unter Tage ging es um eine schlecht protokollierte Auflistung von Stillstandszeiten des Abbaubetriebes wie der nachfolgenden Streckenförderung. Mit der Methode "Informationsanalyse" wurde die Problematik der Aufzeichnung zeitkritischer Vorgänge herausgearbeitet. Die Informationsinhalte wurden mit den ihnen je Funktionsstelle innewohnenden, aber zugleich unterschiedlichen Aktualitätsanforderungen verglichen. Der Grubenbetrieb, im engeren Sinn "vor Ort" der Strebabbau, ist Zufälligkeiten unterworfen. Es sind dieses geologische, technische und personelle Unwägbarkeiten, die eine Betriebsstörung auslösen. In erster Linie liegt es im Interesse der Arbeitssicherheit, wenn solche Störungen rechtzeitig erkannt werden, zum Beispiel bei einem Strebbruch. Dann liegt es im technischen Interesse, daß die Einrichtungen des Abbaues und der Förderung so gewartet werden, daß möglichst keine Ausfälle entstehen. Letztere haben betriebswirtschaftliche Konsequenzen Also, je eher die Meldung einer Störung mit richtiger Erkennung der Ursache erfolgt, um so sicherer wird der Betrieb. Dadurch wird auch das Betriebsergebnis verbessert. Die Informationsanalyse zeigte auf, daß die ganztägliche Überwachung von Störungsarten und Ausfallzeiten durch die Grubenwarte und über ein entfernt stehendes Terminal für die operative Ebene zu spät ankam. Es stellte sich im Widerspruch zu den sogenannten Praktikern im Konzern heraus, daß die noch derzeitig angewandten manuellen Erfassungsmethoden von Stillstandsarten und Gefahrenpunkten sogar technisch überholt sind. Der Mechanisierungsgrad eines Untertagebetriebes war scheinbar hoch, jedoch die Summe der ungeklärten Betriebsausfälle überschritt allein 40 Prozent in der Betriebszeit der Gewinnungsmaschine. Da beim mechanischen oder hydraulischen Abbau die Kohleförderung im Streb und in der Strecke mechanisch angeschlossen ist, wirkt sich eine Störung im Abbau sofort in der Förderung aus. Das Problem entsteht weniger durch das zeitweilige Ausschalten der Förderung, als durch das personell und materiell abgestimmte Wiederanlaufen aller Maschinen vor Ort und in der Strecke.

Eine der Erkenntnisse aus der Betrachtung der Abläufe unter zeitkritischen Voraussetzungen war die Anregung, daß das Informationsproblem beim Einsatz von Prozeßrechner-gesteuerten Abläufen behoben werden kann. Aber der Weg dieser Information bis zum praktischen und akzeptierten Einsatz ist sicherlich noch sehr lang, und es steht zu vermuten, daß noch einige Forschungsaufträge hierzu vergeben werden. Denn ein vollautomatischer Betrieb entspricht ganz und gar nicht der tradierten Struktur des Bergbaues. Ein Umdenken in gekoppelte Ablaufprozesse und eine neue Art der Informationsgewinnung braucht sicherlich Zeit, auch in einem Montan-mitbestimmten Unternehmen.