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13.09.1985 - 

DIW-Studie zeichnet Strukturwandel zweier Dezennien:

Informationsboom startete schon in den 60er Jahren

BERLIN (lo) - Ihren Weg In die Informationsgesellschaft fand die Bundesrepublik früher als landläufig angenommen: Den Einstieg markierten nicht die spektakulären Marktbewegungen der siebziger Jahre. Vielmehr expandierte der Informationssektor in den sechziger Jahren ungleich stärker, belegt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin mit einer Studie.

Die DIW-Arbeit "Information Activities Updating and Improving the Database" im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Technologie vergleicht die deutsche Situation in den Jahren 1970 sowie 1980 und stellt nach dem Zuwachs des vorhergehenden Jahrzehnts für die achtziger Jahre bereits ein recht hohes Ausgangsniveau fest.

Als Untergrenze der Wertschöpfung im Jahr 1970 für den Informationssektor bezeichnet das Institut 38 Prozent vom Gesamtbrutto. Zehn Jahre später ist eine Steigerung um drei Punkte zu verzeichnen.

Im Grunde, so kommentieren die Berliner, habe sich trotz dramatischer Einzelbewegungen gerade in dem Sektor Büromaschinen und der EDV-Branche also "nicht viel getan". Die Erhöhung mit Blick auf die Gesamtwirtschaft betreffe "allenfalls" drei Prozentpunkte.

Überschüsse beim Export sowie Import für Informationsgüter und -dienstleistungen besonders im Bereich des verarbeitenden Gewerbes zeichnen die Jahre 1970 mit 8,3 Milliarden Mark wie auch 1980 mit 9 Milliarden Mark aus: Es ließe sich also ein relativer Rückgang zwischen diesen beiden Daten messen. Der Output der Branchen Büromaschinen und EDV falle dabei allerdings positiv ins Gewicht.

Nahezu verdoppelt habe sich der Anteil der Informationsberufe - hier zählt das DIW nach internationalen OECD-Richtlinien Produzenten, Verarbeiter sowie Verteiler und Verwalter von Information dazu - bei Erwerbstätigen. 1950 betrug er 18,3 Prozent. Der Wert stieg 1961 auf 23,4 vom Hundert, vergrößerte sich 1970 um sechs Punkte und erreichte 1976 schließlich 32,8 Prozent. Der Anstieg flachte 1978 mit 33,2 Prozent relativ ab und verringerte sich 1980 mit 33,5 Teilpunkten weiter im Tempo, um 1982 schließlich in einem erneuten Ruck nach oben den Wert 34,8 Prozent zu erreichen. Dieser Knick aufwärts sei allerdings nach Ansicht des Berliner Forschungsinstituts noch nicht als ansteigender Trend zu werten.

Für die DV-Berufe, die nicht mit Herstellung oder Reparatur von EDV-Anlagen befaßt waren, ergab sich für den Zeitraum 1970 bis 1982 eine Steigerung um 215 Prozent. Die Beschäftigtenzahl wuchs von rund 61 000 auf 131 000 an.

Überdurchschnittlich expandierte, wie die DIW-Angaben ausweisen, die Zahl der Produzenten und Verteiler von Informationen zur Entwicklung der Informationsberufe. Diese beiden Gruppen sind laut DIW zum großen Teil mit Hochschulabsolventen besetzt.

Die Studie nennt vor allem Dienstleistungsunternehmen sowie den Staat als Arbeitgeber für Informationsberufe. Im Jahr 1970 fanden in diesen beiden Bereichen zwei Drittel der in Informationsberufen Tätigen ihr Auskommen, im Jahr 1980 waren es schon über 70 vom Hundert.