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19.06.1987

INFORMATIONSMANAGEMENT ist ein Puzzlespiel

19.06.1987

Über Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung des Informationsmanagers gehen derzeit die Meinungen weit auseinander, meint Wolfgang Scheiter. So gelangen nach Auffassung des Abteilungsleiters Datenmanagement, Methoden und Standards im Bereich Organisation und DV bei der Philips GmbH in Hamburg oft die falschen Mitarbeiter an die Schaltstelle für die wichtige Unternehmens-Ressource Information. In seiner Orientierungshilfe setzt er aus unterschiedlichen Aufgabenstrukturen das Anforderungsprofil dieser neuen Führungskraft zusammen.

Aspiranten und Bewerber im Unternehmen zum Thema "Informationsmanagement" werden Revue passieren; aus der Synthese ihrer Ist-Profile soll versucht werden, den Begriff des Info-Managers (IM) als Soll-Profil "akademisch: eindeutig" zu definieren.

- Der Controller oder der Chef des Rechnungswesens meint die wesentlichen Merkmale des IM zu erfüllen, weil er Herr über alle Unternehmenszahlen ist; die technischen und weniger betriebswirtschaftlich bedeutsamen Informationen indes fallen nicht in sein Ressort.

Außerdem muß sich der Controller auf die ihm zugelieferten Summen und konsolidierten Werte konzentrieren; wie die Zahlen zustande kommen, welche Datenbestände, Rechenalgorithmen und Detaildefinitionen in die Endsummen einfließen, weiß er meist nicht, dafür braucht er zumindest die Datenverarbeitung. Wenn der ORG/DV-Chef dem Controller zudem noch unterstellt ist, sind dennoch bereits wesentliche Merkmale zum IM erfüllt.

- Der, Chef der Datenverarbeitung möchte gern zum IM avancieren, ist er doch seit vielen Jahren ein begehrter Daten-Händler im Unternehmen. Er hat alle Datenbestände (hoffentlich) sicher im Griff und liefert Zahlen so oft und so viel man von ihm verlangt. Was die einzelnen Daten - für das Unternehmen - bedeuten, interessiert ihn weniger; Hauptsache, es geht nichts verloren und der Output ist termingerecht. Der DV-Chef ist also mehr Techniker, Maschinist, Zulieferant.

Um IM zu werden, müßte er die DV anders gewichten, die "DATEN" groß und die "verarbeitung" klein schreiben, also mehr ein Datenstratege werden.

- Der Communication-Manager ist ein weiterer Techniker im Unternehmen, der das Ziel IM anvisiert. Seine Aufgabe besteht in der Logistik der Informationen, so daß es weder örtliche noch zeitliche Grenzen bei der Informationsübertragung gibt. Und er leistet mehr als sein Kollege von der DV: Er schafft Kommunikation nicht nur durch Datenübertragung, sondern über seine Leitungen laufen auch Bilder, Texte und akustische Informationen - eine wichtige Voraussetzung, daß alle Informations-Ausprägungen zusammenwachsen können.

Auch der Communication-Manager ist jedoch "nur" Maschinist. Was über seine Leitungen kommt, versteht er als "Signale", weniger als Ressourcen des Unternehmens. Er ist wesentlich am IM beteiligt, jedoch nur als Teil des Ganzen.

- Der Datenmanager oder Datenadministrator ist die Funktion, die mit den Datenbanken entstand, die zunächst die Daten DV-physisch definierte und auf den Datenbanken verwaltete. Daraus ging die Funktion Datenmanagement (DM) hervor.

Er erfüllt drei wesentliche Anforderungen für das Informationsmanagement: Erstens kennt er die betriebswirtschaftliche (und auch DV-technische) Bedeutung der Daten, weil er alle Definitionen als sogenannte Metadaten kontrolliert. Dazu gehören auch die Datenstrukturen, zum Beispiel logische Datenmodelle. Zweitens versucht der DM die Daten zu Unternehmensressourcen zu machen, indem er sie standardisiert sowie redundanzfrei macht und damit alle Schnittstellen zum Datenaustausch schafft. Und drittens führt der Datenmanager das Data Dictionary, in dem die Definitionen, Abhängigkeiten, Verwendungen und Eigentümer aller Unternehmensdaten kontrolliert werden. Gerade eine lückenlose Transparenz und automatische, Verwaltung aller Daten im Unternehmen ist ja die wesentliche Voraussetzung zum IM.

Der DM kennt alle Metadaten, nicht jedoch deren Inhalte: Er weiß, wer auf die Daten zugreifen darf und muß; er ist somit der Treuhänder der Eigentümer der Daten. Doch an der Kompetenz mangelt es. Er soll nicht nur alle Metadaten kennen, sondern er muß aktiv auch auf alle Daten auswertend - zugreifen können.

- Der Applikationsmanager, der Chef der Systemanalyse und Programmierung kennt alle Verarbeitungsprozeduren auf dem Computer: die Programme, Jobs, Transaktionen etc. Er weiß, wie der Umsatz errechnet wird und nach welchen Algorithmen die technische Vorkalkulation zum Fabrikpreis führt. Auch dieses Wissen um die Zusammenhänge gehört zum aktiven Betreiben des IM. Aber auch dieses Wissen muß "entpersonifiziert" zur Verfügung stehen und dokumentiert sein.

Faßt man die Leistungen aller genannten Funktionen zusammen, ergibt sich folgende Aufgabenstellung für den perfekten Informationsmanager als Begriffsdefinition:

Alle........................................d.h. Daten aller Betriebsfunktionen und

-ebenen, vom Detail bis zu den

konsolidierten Endwerten

unternehmensrelevanten....d.h. interne Daten, aber auch Markt- und

volkswirtschaftliche Informationen

Informationen.....................d.h. sowohl Metadaten als auch die

echten Inhalten; Bilder, Texte,

Sprache

den wesentlichen...............d.h. allen Ressortchefs, aber auch der

operationellen Ebene

Entscheidungsträgern.......d.h. IM ist vorstandsrelevant,

Vertrauensperson, neutraler

Treuhänder

zum richtigen......................d.h. Online, Realtime, Up-to-date

Zeitpunkt.............................d.h. live bei Konferenzen, aber auch

kopierend für die Individuelle

Datenverarbeitung der Fachleute

professionell.......................d.h. aktiv agierend, nicht nur

reagierend, regelmäßig, organisiert,

allwissend

zur Verfügung stellen........d.h. funktionsgerecht aufbereitet,

verdichtet oder im Detail

um zu gewährleisten, daß die Unternehmensbelange nach Tatsachen und weniger mit Intuition geplant, gemessen und gesteuert werden.