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17.11.1995

Informationspolitik des US-Anbieters laesst zu wuenschen uebrig Oracle-User kritisieren zu fruehe Produktfreigabe

FELLBACH (ua) - Ihre Herstellerunabhaengigkeit stellte die Deutsche Oracle-Anwendergruppe (Doag) auf ihrer achten Konferenz in Fellbach unter Beweis. Die Teilnehmer monierten die mangelnde Zuverlaessigkeit neuer Software-Releases und den duennen Informationsfluss zwischen Oracle USA und hiesigen Kunden.

"Wie schon zuvor bei Forms 4.0 sind erst ein Jahr nach der Einfuehrung von Forms 4.5 die schwersten Fehler behoben, so dass man es jetzt in einem Projekt einsetzen kann", fasste Friedemann Weik, Bereichsleiter bei der Hamburger Berater Team GmbH (HBT), seine schlechten Erfahrungen mit dem 4GL-Tool von Oracle zusammen. Mit seinem Vortrag "Der Sieg der Hoffnung ueber die Vernunft, Erfahrungen in einer Windows-3.1-Umgebung" prangerte er an, was nach Angaben des Doag-Vorstands immer wieder zur Veraergerung der Oracle-Kunden fuehrte: Die Produkte sind, wenn sie von der Oracle Corp. freigegeben werden, nicht hinreichend getestet. Nach Angaben von Weik brauchte man von 600 Manntagen fuer eine Projektrealisation allein 90, um die Forms-Fehler zu beheben.

Mittlerweile ist Oracle Deutschland dazu uebergegangen, die Software noch einmal nach eigenen Qualitaetsanforderungen auf den hierzulande ueblichen Plattformen zu testen, ehe sie in den Verkauf geht. Dadurch seien die neuen Releases zwar nur mit Verzoegerung lieferbar, aber es gebe hernach nicht so viele Beschwerden. Die Botschaft der Anwender scheint endlich auch in den Vereinigten Staaten angekommen zu sein.

Wie aus Insiderkreisen verlautet, erhalten Entwickler, die eine besonders fehlerarme Software liefern, kuenftig Praemien. Ausserdem sollen die Programmierer die Freigabetermine des Produkts mitbestimmen koennen.

Viele Forms-Anwender mag es darueber hinaus beruhigen, dass die Version 3.0 laut Zusagen des Oracle-Deutschland-Chefs Franz Niedermaier noch bis Ende 1996 unterstuetzt wird.

Thema der Konferenz war ferner der Informationsfluss vom fernen Redwood Shores ueber die Oracle Deutschland GmbH zu den Anwendern. Vergeblich habe man sich mehrere Monate lang darum bemueht, Naeheres ueber eine neue Standardsoftware fuer die Pharmaindustrie herauszubekommen, berichtet Wassermann. Erst auf der Doag- Konferenz wurde das Produkt mit der Bezeichnung "Clinical" von Rainer Offermann aus der Abteilung Informationsverarbeitung und Automatisierung bei der Dr. Karl Thomae GmbH, Biberach, im Rahmen eines Pilotprojektes vorgestellt. "Das Produkt erfuellt weitestgehend die Anforderungen. Dem stehen allerdings hohe Implementierungskosten und zum Teil schwierige Anpassungen vorhandener Arbeitsablaeufe gegenueber", so Offermanns Gesamteindruck.

Der Kombination aus dem massiv-parallelen Rechner "Ncube s" und der Datenbank "Oracle 7.1.3.0" bescheinigt Waldemar Rohde von der Postbank Data GmbH, Bonn, nur im reinen Batch-Betrieb genuegend Reife. Wenn der Anwender auch insgesamt den Einsatz empfehlen kann, bemaengelt er doch unter anderem die Schwaechen im Online Transaction Processing (OLTP) und Probleme bei der Bereitstellung eines absturzsicheren Netzes fuer die Clients.