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Aspekte der Warenwirtschaft des Handels


02.10.1992 - 

Informationssysteme helfen dem Marketing in den Sattel

Wer sich vom Kuchen des Konsumgüter-Marktes ein Stück sichern will, muß sich moderner Informationssysteme bedienen. Nur dann kann er prompt in diesem schnellebigen Marktsegment reagieren.

Regaloptimierung wird durch eine Vielzahl technischer Hilfsmittel unterstützt. Als Werkzeuge stehen beispielsweise DV-gestützte Space-Management-Programme auf PC-Basis zur Verfügung. Diese übernehmen die Rechenaufgaben und ermöglichen, mit geringem Aufwand Plazierungssimulationen durchzuführen.

Das Arbeiten mit solchen Systemen wird erheblich vereinfacht, wenn die notwendigen Eingabedaten aus anderen DV Systemen übernommen werden können. Von großer Bedeutung sind Scannerkassen, die die Abverkäufe artikel- und zeitgenau erfassen. Außerdem sind exakte Artikelstammdaten über die Größe der Produkte notwendig.

Plazierung der Waren spielt eine große Rolle

Trotz dieser technischen Hilfsmittel wird weiterhin der Mensch mit seinem Fachwissen und seinen Kenntnissen um die Zusammenhänge zwischen Warenpräsentation und Kundennachfrage entscheidend mitwirken. Die Technik soll ihm helfen, komplexe Rechenvorgänge schnell und flexibel zu erledigen.

Untersuchungen am Point of Sales haben gezeigt, daß der Höhe der Warenplazierung im Regal ein bedeutender Einfluß auf den Verkaufserfolg eines Artikels zukommt. Scannerdaten und moderne Marktforschungsmethoden ermöglichen es, solche Einflüsse zu quantifizieren.

Ein Beispiel hierfür sind Untersuchungen, welche die Firma Eckes für Dr. Koch's Fruchtsaftgetränke in Auftrag gegeben hat. Unterschieden wird zwischen horizontalen und vertikalen Absatzwertigkeiten im Regal. Die höchsten Umsätze werden bei Plazierungen in Augen- und Griffhöhe des Verbrauchers erzielt. Ebenso läßt sich das Regal in vertikale Zonen unterschiedlicher Absatzwertigkeiten einteilen. Hier führt insbesondere eine Plazierung in der Mitte zu überdurchschnittlichen Umsätzen. Für die vertikale Absatzwertigkeit ist die Hauptkundenlaufrichtung eine wesentliche Einflußgröße.

Der mögliche Zielkonflikt zwischen Marketing und Logistik kann nicht allein mit Modellen und Testverfahren gelöst werden. In den in der Praxis angewandten Lösungsmodellen bleiben Aspekte der Dynamik und von Verbundeffekten der Produkte zueinander weitgehend unberücksichtigt. Die Annäherung an eine Regaloptimierung kann nur iterativ erfolgen. Expertensysteme, die in Modellen die komplexen Zusammenhänge zwischen Kaufentscheidung des Verbrauchers und Warenplazierung im Handel nachvollziehen, sind noch nicht in Sicht.

Ein Konzept zur Filialanbindung mit dem Ziel eines. sicheren und effektiven Datenaustausches bietet die Dr. Neuhaus Mikroelektronik GmbH in Hamburg. Die PC-orientierte Kommunikationslösung "KS Only" fugiert im wesentlichen als Komunikations- Manager zwischen der DV in der Zentrale und den Endgeräten in der Filiale. Eine Vielzahl bedeutender Großprojekte wurde bisher mit dem neuen System realisiert.

Beispielsweise kommuniziert die Zentrale einer bundesdeutschen Textilhandelskette Tag und Nacht mit den PC- Kassen der über 400 Läden. Während des Tages läuft die Kommunikation auf der Kasse parallel zum Kassiervorgang. Die über 100 Auslandskorrespondenten der französischen Zeitung "Le Monde" übertragen ihre aktuellen Berichte in die Relay-Mailbox der Pariser Redaktionszentrale.

Angesichts des wachsenden elektronischen Geschäftsverkehrs steigen auch die Anforderungen an eine betriebsübergreifende Rationalisierung. Mit "SDS" von der Centrale für Coorganisation (CCS) ist es möglich, Geschäftsdaten, Bestellungen, Lieferavisierung, Rechnungen und Abverkäufe zu erfassen. Grundlage dafür sind Standards wie Sedas, Edifact und Eancom. Heute nutzen knapp 120 Industrie- und Handelsunternehmen diese Form des Informationsaustausches. Im Jahr 1991 vertrauten sie 230000 Bestellungen mit fast fünf Millionen Positionen dem Sedas-Datenservice an. Organisatorische Voraussetzungen sind einheitliche Kunden- und Lieferantennumerierungen, ein einheitliches Nummernsystem zur Identifizierung der Artikel, etwa EAN, sowie die Schnittstelle zur internen Hard- und Software. SDS regelt als Clearing Stelle die Abwicklung, Bestellungen werden en bloc empfangen geprüft und wieder abgerufen. Die Vorteile von SDS:

- deutliche Verkürzung der Bestellabwicklung,

- Vermeidung von Mehrfacherfassung der Daten,

- Senkung der Bestellkosten für Industrie und Handel,

- Reduzierung der Lagerbestände.

Aufgrund der heute fast durchweg anzutreffenden unverzichtbaren Unterstützung der Arbeitsabläufe durch

informationstechnische Systeme sind an deren Sicherheit besondere Anforderungen zu stellen. Dies gilt nach den Worten von Werner Becker, Diebold Deutschland GmbH, hinsichtlich der Stabilität der Systeme und der Sicherheit vor unberechtigtem Zugriff auf Daten und Programme.

Nicht nur technische Defekte und Katastrophen bedrohen die Sicherheit der Informationsverarbeitung. Unberechtigte Zugriffe auf Programme und Daten, das Ausspähen vertraulicher Daten und deren Weitergabe oder Vernichtung durch Vorsatz oder Leichtsinn können erheblich größere Schäden anrichten.

Zukunftssichere Lösungen lassen sich aber nicht durch Einzelmaßnahmen erzielen. Gefordert ist vielmehr ein Gesamtkonzept, in dem Geschäftsaktivitäten, Gefährdungen und Risiken sowie die Frage nach einer erfolgversprechenden Absicherung integriert betrachtet werden.

Dabei geht es nicht nur um das zentrale Rechenzentrum. Die Durchdringung der Unternehmen mit Informationstechnik, zum Beispiel mit PCc am Arbeitsplatz, schafft neue Risikopotentiale. Von der Risikoanalyse ausgehend, sind alle Risikofaktoren zu bewerten, um zu einem Sicherheitsplan zu kommen, der dann zu realisieren ist.

Wissen verdoppelt sich alle vier Jahre

Nach den Worten des Management-Trainers Richard Rupp von NCR Augsburg gehört zu den Erfolgsfaktoren der Zukunft neben einer flexiblen Organisationsform und effizienten Informationssystemen auch eine sinnvolle, wirtschaftliche und wirkungsvolle Nutzung des Mitarbeiterpotentials. Reines Kostendenken sei hier fehl am Platze, denn die Investition in Ausbildung ist heute- und mehr noch in der Zukunft mindestens genauso wichtig für den Unternehmenserfolg wie alle Sachinvestitionen. Von der Einsicht in diesen Sachverhalt bis zur Konsequenz einer zielorientierten Ausbildung sei es allerdings ein weiter Weg.

Als wesentliche Hintergrundfaktoren einer zukunftsweisenden Aus- und Weiterbildung nennt Rupp:

- Das Wissen verdoppelt sich alle vier Jahre.

- Die Halbwertzeiten des Wissens in nahezu allen Berufen liegen zwischen drei und vier Jahren.

- Die Prozesse in den Unternehmen werden immer mehr vernetzt.

- Die Innovationsfähigkeit aller Mitarbeiter entwickelt sich zum Erfolgsfaktor im Wettbewerb von morgen.

- Dienstleistungen werden wichtiger als Produkte.

- Die aus der Wirtschaft kommenden innovativen Elemente beeinflussen wesentlich stärker als früher das Arbeitsfeld der Hochschulen.

- Klassische Aus- und Weiterbildung wird durch neue inner- und außerbetriebliche Ausbildungsmethoden abgelost werden.