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04.10.1985

Informationsverarbeitung: Heute mit der Gesamtkonzeption für morgen beginnen

Folkert Hedlefs Geschäftsführer der Systor GmbH Filderstadt

Das Zusammenwachsen von Datenverarbeitung, Kommunikationstechnik und Bürotechnik - "informationstechnologisches Dreieck" - verschärft die Dringlichkeit für jedes Unternehmen, sich des Problems "Ganzheitliches Informationsmanagement" anzunehmen. Man benötigt ein umfassendes Konzept für die Zukunft.

Die rasanten Fortschritte der Datenverarbeitung, der Telekommunikation und der Bürogeräte ermöglichen umfassende Verbesserungen des Informationsmanagements im Unternehmen.

Es erscheint bedenklich, daß heute noch vielfach: die DV die Telekommunikation und die Bürotechnik unter getrennten Verantwortungen und ohne ein einheitliches gemeinsames Konzept weiterentwickelt werden.

Wenn derzeit Planungen von den Systemverantwortlichen meist von Einzelanforderungen wie neuen Anwendungen und Kapazitätserweiterungen der bestehenden Systeme ausgehen, ohne die Gesamtoptimierung zu beachten, ist der konzeptionelle Weg zu Stückwerk freigegeben.

Wird der Anwender nur fallweise, bezogen auf Einzelprobleme, zur Abstimmung mit herangezogen, kann auch dies bedenklich stimmen:

Dies scheint indes weniger ein Know-how-Problem des Informationsmanagemets zu sein als vielmehr aus einer Überforderung der übergeordneten Unternehmensleitung zu resultieren.

Der Markt mit einem unüberschaubaren Angebot von Hard- und Software, von Geräten, Techniken, Verfahren und Begriffen verwirrt in seiner Vielfalt mehr, als er klare Konzeptionsmöglichkeiten aufzeigt.

Darum - nur die Erstellung einer Gesamtkonzeption mit mittel- bis langfristiger Zielsetzung kann aus dem Dilemma führen.

Eine Gesamtkonzeption ist der einzig gangbare Weg, um in Zukunft bestehen zu können. Dafür müssen die Weichen bereits heute gestellt werden, wenn man nicht will, daß die Mitbewerber einen kaum mehr aufholbaren Vorsprung auf dem Weg zur Integration erreichen.

Der ganzheitliche Lösungsansatz erfordert eine Gesamtkonzeption, die die Erfordernisse und Möglichkeiten des jeweiligen Unternehmens berücksichtigt. Die Realisierung dieses Konzeptes kann nur schrittweise erfolgen. Aus der Gesamtkonzeption lassen sich aber jetzt für jede Teillösung Anforderungen definieren, die eine spätere Integration in ein Gesamtsystem ermöglichen.

Mit den heute verfügbaren Mitteln der Informationstechnologie ist es möglich, eine solche Gesamtkonzeption zu erstellen und stufenweise zu realisieren.

Der erste Schritt in diese Richtung muß vom Management ausgehen, da die Einführung ein Projekt von strategischer Bedeutung ist und Entscheidungen erfordert, die nur vom Management getragen werden können. Dazu einige Beispiele: Der bereichsübergreifende Lösungsansatz eines Gesamtkonzeptes bringt es mit sich, daß Nutzen und Aufwand nicht immer in dem gleichen Bereich zusammenfallen.

Managementunterstützung ist Voraussetzung, denn solche Projekte können natürlich nicht von einzelnen Bereichen wie der EDV- oder der Organisationsabteilung allein durchgesetzt werden.

Will man den vollen Nutzen einer integrierten Lösung ausschöpfen, beschränkt sich der Aufwand aber nicht nur auf die Installation technischer Geräte und neuer Verfahrensweisen. Es ist notwendig und sinnvoll, diesen Prozeß auch durch organisatorische Anpassung zu unterstützen. Die Notwendigkeit dazu ergibt sich durch eine Veränderung von Arbeitsinhalten an bestimmten Stellen, einer Verschiebung des Kenntnisprofils der betroffenen Mitarbiteiter und dem Erfordernis einer gezielten Ausbildung.

Die herkömmlichen Ansätze zum Nachweis der Wirtschaftlichkeit eines Investitionsvorhabens liefern hier in der Regel ein falsches Ergebnis. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Die Auswirkungen und Zusammenhänge sind so komplex, daß sie sich nur schwer erfassen lassen; ebenso ist der Nutzen eines Integrationsvorhabens nicht nach Einführung der einzelnen Maßnahmen meßbar, sondern ergibt sich erst durch das Zusammenwirken mehrerer Komponenten.

Gerade dieser Punkt fordert eine unternehmerische Entscheidung, wobei eine Entscheidung am Anfang steht und sie muß lauten: Schon heute mit einer Gesamtkonzeption beginnen.