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Kolumne


13.06.1997 - 

"Informieren muß die Devise lauten"

Platt, aber wahr: Die vornehmste Aufgabe der Informationstechnologie ist es, Menschen zu informieren. Und nur weil DV-Industrie und -Anwender diesen Satz des amerikanischen IT-Management-Gurus Tom Davenport offenbar vergessen haben, wird er nicht falsch. Information muß nicht nur verfügbar sein, sondern auch benutzt und verarbeitet werden. Deshalb reicht es nicht aus, Maschinen einzusetzen, die immer schneller eine endlose Folge von Nullen und Einsen abarbeiten. Sie sind nur ein - wenn auch wichtiger - Teil der Informationslandschaft. Genauso wesentlich sind Klima und Organisation, in denen sie benutzt werden. Datenverarbeiter tendieren zu der Annahme, daß nur speicherbare, in Architekturen oder Modellen organisierte Daten verwertbare Informationen erzeugen. Dabei lassen die meisten außer acht, daß nach wie vor direkte Gespräche die wichtigste Informationsquelle für Mitarbeiter darstellen.

Viele der Rückschläge, die IT-Anwender wegstecken mußten, resultieren aus der zu starken Betonung des technologischen Aspektes. Fast schien es so, als entstünden Informationen automatisch, sobald genügend IT-Equipment eingesetzt wird. Eine Auffassung übrigens, die es Anbietern wie auch DV-Profis jahrelang leichter machte, IT-Ausgaben gegenüber der Geschäftsleitung zu rechtfertigen. Wenn dann trotz steigender Budgets nicht effizienter produziert oder kommuniziert wurde, waren die dummen Anwender schuld, die mit den zusätzlichen Ressourcen nichts anfangen konnten. Wer einmal am Aufbau eines Data-Warehouse mitgearbeitet und erlebt hat, wie lange es dauert, bis seine Möglichkeiten genutzt werden, weiß, wovon die Rede ist.

Folge dieser Verhältnisse ist ein DV-Markt, der durch die Schneller-Höher-Weiter-Versprechungen der Hersteller bestimmt wird, die von den technisch orientierten IT-Spezialisten dankbar geglaubt werden.

Noch immer wird die Frage zu selten gestellt, ob eine DV-Lösung zur Kommunikations- beziehungsweise Informationskultur des eigenen Unternehmens paßt. Erst wenn in der DV-Szene die Informationsbedürfnisse der Mitarbeiter zumindest gleichberechtigt neben die technischen Anforderungen gestellt werden, sind IT-Systeme möglich, die ihren Namen verdienen, weil sie helfen, Menschen zu informieren.