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Kalifornier forcieren Data-Warehouses und E-Commerce


12.11.1998 - 

Informix besinnt sich auf das Kerngeschäft

MÜNCHEN (ade) - Nach dem finanziellen Desaster im letzten Jahr befindet sich Informix wirtschaftlich wieder im Aufwind. In einem kleinen, aber feinen Marktsegment wollen sich die Kalifornier künftig vom Rest der Anbieterwelt unterscheiden: Dem Geschäft mit Datenbanken für das Enterprise Business rund um Data-Warehouse und E-Commerce.

Mit der Übernahme des obersten Chefpostens durch Robert Finocchio hat Informix das Tal der Tränen offensichtlich durchschritten: Im dritten Geschäftsquartal dieses Jahres konnte der Datenbanker aus Menlo Park, Kalifornien, einen weltweiten Umsatz von 185,2 Millionen Dollar verbuchen. Das entspricht einer Steigerung von 23 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Gewinn beläuft sich auf 18,4 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Aktie. Im Vergleich zum ruinösen Ergebnis von 1997, als Informix mit fast 359 Millionen Dollar Verlust Marktbeobachtern zufolge tief unter die kritische Grenze rutschte, bedeutet dies eine wirtschaftliche Kehrtwende.

Autoritärer Führungsstil ist nicht mehr gefragt

Ein Kurswechsel prägt seit Anfang des Jahres auch die Ismaninger Informix-Dependance, geht es um die hierarchische Struktur der deutschen GmbH: "Der autoritäre Führungsstil ist passé", konstatiert die Schottin Barbara Stanley, die hierzulande als Geschäftsführerin seit Anfang des Jahres die Zügel lockerer hält. Ebenso soll die laut Stanley mitunter konfuse Ausrichtung des Datenbankanbieters der Vergangenheit angehören: "Unser Fokus liegt klar wieder auf dem Datenbankgeschäft", so Stanley.

Künftig sollen in erster Linie zwei Technologietrends das Business bestimmen: Data-Warehouse und E-Commerce. Stanley: "Der Dynamic Server bildet dabei die Basis unseres gesamten Engagements." Dennoch ist in diesem Zusammenhang Datenbank bei Informix nicht gleich Datenbank. Während vor etlichen Monaten die objektrelationale Technologie mit dem "Universal Server" als Maß aller Dinge galt, konzentriert sich Informix mit dem Dynamic Server wieder hauptsächlich auf die relationale Technologie. "Auf Wunsch bieten wir mit unseren "Universal Data Options" eine Technik, die die objektorientierten Eigenschaften der Datablades mit der relationalen Datenbank verbindet."

Die Positionierung auf das Data-Warehouse war unter anderem ein Grund, weshalb sich Informix vor wenigen Wochen für die Übernahme von Red Brick Systems entschieden hat. Mit der Akquisition des Anbieters aus Los Gatos, Kalifornien, sichert sich der Hersteller nach den Worten von Stanley vor allem Know-how für das Data-Warehousing-Geschäft. Daß Red Brick vor allem auch durch seinen Kundenstamm auf großes Interesse bei Informix gestoßen war, dementiert Stanley keineswegs: "Das ist doch der Grund, weshalb Unternehmen andere Unternehmen übernehmen."

Für den Kampf gegen Oracle, Sybase und Co. sieht sich Informix gerüstet: "Der Markt reicht nicht für alle." Was nach den Worten von Stanley künftig zähle, seien kombinierte Angebote aus Beratung, Lösungen und der Implementierung. Der bloße Produktvertrieb von Datenbanken habe keine Zukunft. "Kunden protzen längst nicht mehr mit der Größe ihrer Datenbank", so Stanley. Es gehe vielmehr darum, ihnen eine umfassende Lösung mit solventen Partnern anbieten zu können. An der Nachfrage für derartige Projekte fehle es nicht. So kooperiere Informix mit SAP, Baan oder Peoplesoft, um Anwendern Rund-um-Standardpakete für unterschiedlichste Anforderungen anbieten zu können. Ebenso hat Informix erst kürzlich eine Vereinbarung mit dem Sales-Force-Automation-Spezialisten Siebel getroffen, dessen Produkt "Siebel 98" künftig mit dem Dynamic Server vertrieben wird. So sollen Kunden ein Komplettpaket aus der Informix-Datenbank sowie Siebels Sales-, Marketing-, Call-Center- und Servicelösungen erhalten.

Abwarten, Tee trinken und vor allem den Markt nicht aus den Augen lassen möchte Stanley in puncto E-Commerce. Informix werde sich künftig verstärkt um die Entwicklung von Lösungen für den E-Commerce konzentrieren. Dazu zählen Technologien für eine sichere Kreditkartenübermittlung im Internet. Fertige Produkte kann der Datenbanker allerdings noch nicht aufweisen. "Wir suchen noch nach geeigneten Partnern", so Stanley. Informix müsse aber "bereit sein, sobald der große Boom beginnt".

Anders als bei den Hauptkonkurrenten IBM, Oracle, Sybase oder Microsoft sind mobile Datenbanken für Informix derzeit kein Thema: "Wir wollen nicht im Consumer-Markt mitmischen", begründet Stanley.

Kein Interesse an mobiler Datenbank

Obwohl Oracle mit "Oracle Lite", Sybase mit "Adaptive Server Anywhere" und Microsoft mit "SQL Server for Windows CE" bereits seit Monaten die Marketing-Maschinerie angeworfen haben, bleiben mobile Datenbanken für Personal Digital Assistants (PDAs) oder Notebooks für die deutsche Informix-Chefin nebensächlich. "Alles, was wir bieten, muß Teil einer Enterprise-Strategie sein", erklärt die Schottin.

Auch Applikationen ê la Oracle oder Middleware, wie Sybase sie anbietet, sind für Stanley derzeit kein Thema: "Das wollen wir ganz bestimmt nicht", widerspricht Stanley Kritikern, die Informix in einer auf Dauer zu engen Marktnische vermuten. "Es ist einfach nicht unser Job, Applikationen zu entwickeln." Diese Aufgabe sollen Partner übernehmen.

Interessant werde der Markt mit SQL-Datenbanken laut Stanley nach dem Debüt Microsofts mit dem "SQL Server 7". Zwar dränge die Gates-Company mit diesem Produkt klar in das Unternehmensgeschäft, aber "niedrige Preise sind nicht alles", so Stanley. Außerdem generiere Informix mit dem Dynamic Server einen Großteil seines Umsatzes auf Unix. Stanley: "Rund 80 Prozent unseres Geschäfts mit der Datenbank machen wir auf Unix, nur 20 Prozent hingegen auf Windows NT.