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11.06.1999 - 

143 Millionen Dollar für klagende Aktionäre

Informix kauft sich von den Sünden der Vergangenheit frei

MÜNCHEN (CW) - Eine außergerichtliche Einigung hat Informix mit den Aktionären getroffen, die den amerikanischen Datenbankanbieter wegen finanzieller Manipulationen Mitte der 90er Jahre verklagt hatten. Insgesamt 143 Millionen Dollar erhalten die Kläger.

Auch wenn die Summe, verglichen mit den üblichen Kompensationszahlen der Branche, die sich in der Regel auf etwa zehn Millionen Dollar belaufen, außergewöhnlich hoch ist, wertet Bob Finocchio die Einigung als Erfolg. Nach Angaben des scheidenden Chief Executive Officers ( siehe CW19/99, Seite 7) habe man damit nicht nur die Prozeßkosten gespart, sondern auch dem Risiko einer Verurteilung vorgebeugt. Außerdem konnte so ein größerer Imageschaden vom Unternehmen abgewandt werden.

Beobachter beurteilen die Kompensationszahlung von 143 Millionen Dollar dennoch als herben Schlag für den Datenbankhersteller, der im vergangenen Jahr einen Gewinn von 57,7 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 735 Millionen Dollar einfuhr. Allerdings muß Informix nicht allein für die Sünden der Vergangenheit zahlen, da 34 Millionen von der damals involvierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young sowie knapp 14 Millionen von einer Versicherung übernommen werden.

Unter Beschuß war Informix 1997 geraten, als bekannt wurde, daß die Bilanzen frisiert waren und der Aktienkurs unter dem damaligen CEO Phillip White künstlich in die Höhe getrieben worden war. So wurden beispielsweise Wiederkäufer als Kunden und abgetretene Lizenzen als verkaufte gebucht. Diese Scheingeschäfte hatten den Umfang von mehreren hundert Millionen Dollar und mußten später eingestanden werden, worauf der Kurs der Aktie in den Keller fiel. Kurz zuvor hatten CEO White und sein Finanzchef Howard Graham Anteile im Wert von mehr als 15 Millionen Dollar verkauft. Finocchio, der noch bis Mitte Juli des Jahres das Amt des CEO bei Informix ausübt, hatte den Abschluß der acht Monate dauernden Verhandlungen zu einer seiner letzten Aufgaben erklärt.