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500 Stellen gestrichen

Informix speckt Organisation ab

18.08.2000
MÜNCHEN (CW) - Über die Umstrukturierung von bislang fünf auf künftig zwei Geschäftsfelder und eine damit einhergehende Streichung von 500 Stellen will Informix, die Nummer drei im Datenbankmarkt, seiner finanziellen Schieflage Herr werden.

Wiederholt hat Informix durch Restrukturierungsmaßnahmen versucht, sein Geschäft rund um Datenbanken gegen die klassische Konkurrenz von Oracle, IBM und Sybase sowie jüngst auch Microsoft zu behaupten. Mit immer weniger Erfolg, wie zuletzt die Zahlen des zweiten Quartals beweisen: Der Umsatz fiel um vier Prozent auf 240,5 Millionen Dollar, der Nettogewinn lag bei fünf Millionen Dollar oder zwei Cent pro Aktie - Wall-Street-Analysten waren von zwölf Cent ausgegangen.

Das nun angekündigte Eindampfen der Unternehmensbereiche auf die zwei Business Operations "Database" und "Solutions" ist laut Informix-Manager Pete Fiore deshalb so vielversprechend, weil es durch seine Einfachheit überzeugt. Derzeit werde die Company gründlich auf den Kopf gestellt, detaillierte Pläne zur Restrukturierung werde es in etwa einem Monat geben.

So viel scheint aber festzustehen: Die Restrukturierung soll Informix zwischen 70 und 80 Millionen Dollar jährlich an Einsparungen bringen. Dem Reformkurs fallen rund 500 Stellen zum Opfer, was etwa zwölf Prozent der Belegschaft entspricht. Dabei handelt es sich um den Abbau überlappender Funktionen etwa in den Bereichen Verwaltung und Marketing, die in der neuen Struktur redundant werden.

Für diese Maßnahmen rechnet Informix mit zusätzlichen Kosten von 75 bis 90 Millionen Dollar im dritten Quartal. Weitere Kosten zwischen zehn und 15 Millionen Dollar werden in der ersten Hälfte des Jahres 2001 erwartet.

"Wir müssen uns auf weniger Aufgaben beschränken, diese dafür aber besser erledigen als in der Vergangenheit", verteidigt Fiore die eingeschlagene Strategie. Dabei will der neue Chef für das E-Commerce- und Datenanalyse-Software umfassende Lösungsgeschäft nicht ausschließen, dass die Entwicklung mancher wenig profitabler Produkte eingestellt wird - auf konkrete Angaben dazu mochte er sich jedoch nicht einlassen. "Unseren Marktauftritt haben viele Kunden und Partner in letzter Zeit als verwirrend empfunden", so Fiore. Als Beispiel nennt er den DB-Server, der sich über drei Geschäftsbereiche mit den entsprechenden Personalredundanzen erstreckt hat.

Der frische Wind bei Informix weht nicht zuletzt aufgrund des neuen Managements, das sich für die entscheidenden Positionen aus der Mannschaft des im letzten März übernommenen Data-Warehouse-Spezialisten Ardent rekrutiert. So hatte der im vergangenen Monat zum Informix-CEO ernannte Peter Gyenes die gleiche Position auch schon bei Ardent inne, Fiore fungierte dort als weltweiter Marketing-Chef. Um das Vertrauen der Partner und Anleger wieder zu stärken, will Informix 6,4 Millionen Aktien des Unternehmens zurückkaufen.