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01.08.1980 - 

Neues DE-Konzept von Siemens:

Infrarote Datensignale

MÜNCHEN (pi) - Tragbare Terminals im Taschenrechnerformat können nun auf neue Art mit dem Zentralrechner kommunizieren: auf der Basis von Infrarotlicht Siemens stellt dazu ein neues Konzept vor, das mobile Eingabestationen und ortsfeste Datensammler umfaßt.

Datensammler und Eingabestationen sind jeweils mit Sende- und Empfangsdioden versehen, um wechselseitigen Datenverkehr zu ermöglichen. Die batteriebetriebenen Terminals mit einer Tastatur und einem alphanumerischen Display können unabhängig vom eigentlichen Rechner unmittelbar "vor Ort" betrieben werden. Fließbänder und Lagerbestände lassen sich ebenso überwachen wie Werkzeugmaschinen und Anlagen der Verfahrenstechnik. Zu den ersten Anwendern der drahtlosen Dateneingabe mit Infrarotlicht zählt ein großes Werk der Automobilbranche. Mit den neuen Terminals stehen überall dort Eingabestationen zur Verfügung, wo die zu verarbeitenden Daten auch wirklich anfallen. Im Gegensatz zu Funkverbindungen arbeitet das Infrarotlicht von elektromagnetischen Feldern unbeeinflußt. Störsignale, etwa von elektrischen Lichtbogen- oder Punktschweißmaschinen, bleiben ohne Wirkung. Hinzu kommt eine mit Funkverbindung nicht zu erreichende Abhörsicherheit der drahtlosen Datenstrecke, denn die Reichweite der Infrarotstrahlung ist auf zehn bis 20 Meter begrenzt. Je nach Größe des Einsatzgebietes der mobilen Terminals können bis zu 100 Datensammler parallelgeschaltet sein. Die Datensammler sind an der Decke beispielsweise einer Fertigungshalle angebracht. Signalwandler bringen die Datensignale über ein Modem zur nächsten Schnittstelle der Zentraleinheit. Die Übertragungsgeschwindigkeit in beiden Richtungen (vom und zum Rechner) beträgt 2400 bis 4800 Baud.

Mit dem vorgestellten Konzept läßt sich in einer Automobilfabrik, zum Beispiel der Rechnerdialog zur Fehlererfassung unmittelbar an das Fließband verlegen. Fehlerhafte Fahrzeuge werden in der Reparaturzone am Ende des Fließbandes bereits "erwartet", leichte Fehler können mit nachgeforderten Teilen innerhalb der Taktzeit von rund 1,5 Minuten noch auf dem Band behoben werden. Das verkürzt die Zeiten für Nacharbeit und vermindert den Protokollaufwand für jeden Neuwagen ganz erheblich.

Die drahtlose Dateneingabe mit Hilfe tragbarer Infrarot-Terminals macht das Kontrollwesen einer großen Werksanlage ungleich mobiler als die bisher eingesetzten ortsfesten Eingabestationen. Zentrale Prüffelder können großflächig dezentralisiert werden, um den Fehlerquellen an Ort und Stelle nachzuspüren. Das Konzept ist keineswegs auf geschlossene Räume beschränkt. Die Datensammler funktionieren auch auf Freiluftmasten oder an Außenwänden. In Raffinerien ließen sich so prozeßkritische Anlagenteile besonders intensiv im Rechnerdialog überwachen. Auf Lagergeländen könnten zu einzelnen Containernummern die Bestimmungsorte drahtlos erfragt werden.

Aus Siemens "data report", Heft 1, Februar 1980