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Softwaremarkt: Fischsterben:

Infratest-Studie stellt mangelndes Problembewußtsein der kleinen Anbieter fest:Der Markt für Anwendungs-Software in der Bundesrepublik Deutschland:Teil 4 4. Wahrscheinliche Entwicklungen im Anwendungssoftware-Markt

07.03.1980

Die Software-Marktexperten, die in der dritten Forschungsphase die Entwicklungs-Tendenzen des Marktes beurteilt haben, halten folgende Tendenzen, die zum Teil aus der Status-quo-Analyse erkennbar sind, für hochwahrscheinlich und hochrelevant für die künftige Marktsituation.

4. 1 Verhaltenstendenzen der großen und mittleren DV-Anwender

Die DV-Abteilungen der großen und mittleren DV-Anwender werden einer verstärkten Kostenkontrolle ausgesetzt sein. Zugleich wächst in den Fachabteilungen der Wunsch, eigene DV-Systeme einzusetzen.

Der Anteil der Aufwendungen für Eigenentwicklungen im Verhältnis zur Fremdentwicklung wird bei den großen und mittleren Anwendern zurückgehen. Die Eigenprogrammierung bleibt jedoch die Domäne der zentralen DV-Abteilung und wird sich kaum in die Fachabteilungen verlagern. Allerdings werden die Fachabteilungen zunehmend als Nachfrager von Dedicated Systems direkt am Markt auftreten.

Vor allem die Nachfrage nach Standard-Anwendungssoftware wird bei großen und mittleren Anwendern steigen. Da jedoch die Anwender insgesamt kaum geringere Ansprüche an die Individualität der Anwendungslösung stellen, werden Software-Produkte nur dann vielfach eingesetzt, wenn Anpassungsmöglichkeiten und individuelle Problemstellungen gegeben sind. Aber selbst bei nicht ausreichenden Anpassungsmöglichkeiten der Standard-Anwendungssoftware wird aus Expertensicht die Nachfrage nach Software-Produkten noch deutlich zunehmen.

4. 2 Verhaltenstendenzen der kleinen

DV-(Neu)Anwender

Kleine DV-Anwender werden eher eigene DV-Systeme einsetzen als externe DV-Unterstützung der kommerziellen Rechenzentren in Anspruch zu nehmen. Sie werden jedoch keine eigene Programmierkapazität aufbauen, sondern sich am Anwendungssoftware-Markt versorgen. Dabei richtet sich die Nachfrage vor allem auf Standard-Lösungen.

Im Zusammenhang mit dem Einsatz eigener Systeme und der Beschaffung von Software-Produkten werden auch die Kleinanwender auf externe DV-Beratungsleistungen zurückgreifen.

4. 3 Marketing der Software-Anbieter

Nach Ansicht der Software-Marktexperten werden sich auf diese wesentlichen Nachfragetendenzen vor allem die größeren Hardwarehersteller und die größeren Softwarehäuser einstellen können.

Die Hardwarehersteller werden ihre Marketingaktivitäten erheblich verstärken und vor allem die Geschäftsbeziehungen zu den kleinen DV-Neuanwendern durch flächendeckende Vertriebsorganisationen ausbauen. Dabei wird neben dem Angebot an DV-Systemen das Angebot an Anwendungssoftware, DV-Schulung und DV-Beratung erheblich vergrößert

Größere Softwarehäuser planen, ihr Angebot an DV-Organisationsberatung stark auszubauen. Die Softwarehäuser bleiben jedoch überwiegend bei ihrer kurzfristigen Anpassungspolitik (Marktlückenstrategie) und konzentrieren sich auf individuelle Anwendungssoftware, die bei Spezialisierung auf Anwendergruppen den größten kalkulierbaren Erfolg bei begrenztem Risiko verspricht. Eine gewisse Intensivierung der Investitionen in Standard-Anwendungssoftware und Turnkey-Systemen ist bei größeren Software-Anbietern zu erwarten.

Insgesamt wird die Software-Branche auf mittlere Sicht die vorhandenen Wachstumschancen nicht ausschöpfen können, da ihr technologisches Know-how und ihr wirtschaftliches Leistungspotential begrenzt sind.

4. 4 Entwicklung der Wettbewerbsbedingungen

Es zeichnen sich damit auf der Anbieterseite deutliche Konzentrationstendenzen ab: Eine große Zahl wenig produktiver Anbieter wird in den nächsten Jahren aus dem Markt ausscheiden. Die großen Hardwarehersteller ziehen zunehmend das Geschäft mit der Vielzahl von kleinen und mittleren DV-Anwendern auf sich und binden freie Entwicklungs- und Vertriebskapazität solange als möglich an sich.

Die Marktaustrittsrate der kleinen Software-Anbieter wird sich weiter erhöhen. Nur kapitalkräftige Softwarehäuser oder spezialisierte Programmierbüros werden daher überleben. Insbesondere das geringe Problembewußtsein der kleinen Software-Anbieter ist dabei kritisch zu beurteilen.