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21.12.2001 - 

Zweites Infoforum von Science + Computing

Ingenieure fahren auf Linux-Cluster ab

STUTTGART (CW) - Die Teilnahme von 140 Ingenieuren und IT-Entscheidern am zweiten Infoforum von Science + Computing (s+c) belegt das wachsende Interesse am Thema "Linux-Cluster-Computing im CAE-Umfeld".

Seit zwei Jahren tauchen in den Rechnerräumen der Abteilungen für Computer Aided Engineering (CAE) immer mehr Numbercruncher auf, die mit einem Pinguin-Logo verziert sind. Allein in der zweiten Jahreshälfte 2001 haben deutsche CAE-Abteilungen mindestens 20 neue Linux-Cluster mit insgesamt über 1000 Prozessoren in Betrieb genommen. Einer der ersten Anwender eines Clusters mit dem quelloffenen Betriebssystem war Daimler-Chrysler; dem Beispiel sind inzwischen Industriegrößen wie Audi, BMW und Porsche gefolgt.

Vor allem "das lukrative Preis-Leistungs-Verhältnis von PC-Clustern unter Linux", so Karl Huber, Mitglied des CAE-Managements bei Audi, mache diese IT-Infrastruktur immer interessanter. Zudem sind seit Anfang 2001 die meisten wichtigen CAE-Applikationen auf Linux portiert. Wiederholt hoben die Vortragenden auf der s+c-Veranstaltung die Stabilität der Open-Source-Plattform hervor.

Mittlerweile werden auf PC-basierenden Linux-Clustern im CAE beispielsweise elektromagnetische Felder berechnet, Strukturen analysiert, Computertomogramme rekonstruiert sowie Strömungen, Gießvorgänge und Fahrzeugverformungen bei Unfällen simuliert. Dabei sind die Rechnerverbünde dediziert auf bestimmte Anwendungen ausgelegt, Allzweck-Cluster gibt es nicht. Das erfordert eine sorgfältige Evaluierung und Konfiguration. Gefragt sind auch Consulting und guter Support, weil die Industrie - anders als eine Universität - nicht nahezu unbegrenzt Spezialisten zur Verfügung hat.

Ralf Erhard führte als Erster in der deutschen Automobilindustrie für die Fahrzeugentwicklung bei Daimler-Chrysler ein Linux-Cluster mit 32 CPUs ein. Bei BMW hat ein 46-Knoten-Cluster mit Pentium-4-Prozessoren gerade die Testphase bestanden und geht nun in den Produktionsbetrieb. Audi evaluiert nach sechsmonatigen positiven Erfahrungen einen Ausbau der Cluster-Technik. Interessant sind solche Systeme laut Michael Holzner, Leiter Funktionsauslegung, CA-Prozesse und Methoden bei Audi, insbesondere für stochastische Simulationen. Porsche ist von den Cluster-Erfahrungen so angetan, dass der CAE-Bereich einen Ersatz der Unix-Risc-Workstations durch Linux-Desktops vorbereitet. (ls)