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16.02.2007

Ingrams Zukunftspläne

Ingram Micro feiert nicht nur den 35. Geburtstag, sondern auch die Rückkehr zur Logistik-normalität. ChannelPartner sprach mit Geschäftsführer Gerhard Schulz über die weiteren Pläne.

Von Beate Wöhe

Am 18. Februar 2007 feierte Ingram Micro Deutschland das 35-jährige Bestehen. Um die Fachhandelskunden an den Feierlichkeiten teilhaben zu lassen, hat sich der Broadliner einiges ausgedacht. So bietet Ingram Micro beispielsweise sieben Wochen lang jeweils fünf Produkte zu Jubelpreisen an. Gleichzeitig werden im Aktionszeitraum 35 Gewinne, darunter ein 46-Zoll-V7-LCD-TV, ein Wochenendtrip nach London oder eine Ballonfahrt verlost.

Auf die Geschichte der jetzigen Ingram Micro Deutschland GmbH kann der Unternehmens-Chef Gerhard Schulz zwar nur in den vergangenen sieben Jahren persönlich zurückblicken, doch auch in dieser Zeitspanne ist das Unternehmen durch Höhen und Tiefen gegangen. "Unser Erfolg ging sechs Jahre hintereinander steil nach oben, bis der rote Faden im September des vergangenen Jahres abriss", fasst Schulz diesen Zeitraum in Kürze zusammen.

Nur die auf Teamwork, Bodenständigkeit und Partnerschaft beruhende Unternehmenskultur habe im vergangenen halben Jahr dazu geführt, diese Krisensituation ohne noch größere Umsatzverluste durchzustehen. Geholfen habe zusätzlich die Loyalität der Kunden und Lieferanten. Auch wenn Ingram derzeit noch die Wunden leckt, seien laut Schulz bereits die ersten Vorteile des neuen Lagerverwaltungssystems zu erkennen. Spätestens gegen Ende des ersten Quartals 2007 will der Broadliner wieder auf dem alten Niveau stehen.

In den vergangenen Jahren konzentrierte sich Ingram Micro verstärkt auf den Ausbau von CRM-Tools sowie auf das Automatisieren von Prozessen und Standards. Eines der Ergebnisse daraus ist, dass mittlerweile 70 bis 75 Prozent der eingehenden Aufträge auf elektronischem Wege erteilt werden.

Six Sigma ist das Ziel

"Stand heute ist, dass wir mit mittlerweile wieder 98 Prozent aller Aufträge, die als verfügbar gekennzeichnet sind, innerhalb von 24 Stunden liefern können", ergänzt Schulz. Im Vergleich dazu läge dieser Wert der amerikanischen Distributionsgesellschaft bei 99,9995 Prozent, was sehr nahe an Six Sigma liegt. Die Vorteile, die die USA gegenüber Deutschland vorweisen können, um solche Ziele zu erreichen, sind einerseits viel günstigerer Lagerplatz und der bessere kurzfristige Zugriff auf Mitarbeiter. "Wobei ich nicht sage, dass die US-amerikanische Logistikeffizienz in Deutschland nicht erreichbar ist", sagt Schulz.

Das neue Lagerverwaltungssystem löse die dazu nötigen Prozesse eleganter als nur durch Aufstocken von Personal. Jeder Auftrag wird unter Berücksichtigung der gesamten Laufzeit so rechtzeitig vom System gestartet, dass sichergestellt ist, dass die Ware noch am gleichen Tag auf den Weg gebracht wird. Aufgrund der bisher fehlenden Transparenz konnte diese Logistikleistung laut Schulz nicht auftragsbezogen gesteuert werden, sondern wurde im Bedarfsfall durch Anheben oder Senken der Lagermitarbeiterzahl gesteuert.

Dass das System künftig perfekt funktionieren wird, ist für den Ingram-Chef sicher: "Die Vision, eine Supply-Chain-Effizient von Dell unter vollständiger Einbeziehung des Handels darzustellen, ist nicht unrealistisch. Ich möchte den Six-Sigma-Wert erreichen." Dafür gibt Schulz sich, seinen Mitarbeitern und dem System allerdings noch zwei Jahre Zeit.

Mehr Platz - mehr Transparenz

Eine neue Baustelle - dieses Mal im wahrsten Sinne des Wortes - will Ingram Micro noch in diesem Jahr aufmachen. Es liegen bereits Pläne für eine massive Erweiterung der Lagerkapazität vor. "Wir werden nicht ins Ausland gehen, sondern in naher Umgebung unseres bisherigen Straubinger Lagers die Kapazitäten massiv erweitern", sagt Schulz. Von der Ausstattung her soll die Fläche genauso geplant werden, wie das bereits bestehende Lager.

Um den Warenfluss zum und aus dem Lager noch besser in den Griff zu bekommen, stellte Ingram bereits im vergangenen Jahr "iLOX" vor, ein System, mit dem die Lieferkette optimiert werden soll. Mittlerweile sind 40 Hersteller und alle Spediteure an das System angeschlossen. So kann Ingram zum Beispiel beim Verlassen eines Lkws vom Lager des Herstellers den zeitgleich digital generierten Lieferschein mit der Bestellung vergleichen und gegebenenfalls frühzeitig reklamieren. Dadurch reduziert sich die Wahrscheinlichkeit von falsch gelieferter Ware.

Mehr Unterstützung für die Händler

Ingrams neues Angebot an seine Kunden ist die Lieferbenachrichtigung per E-Mail. Händler, die sich unter www.ingrammicro/lieferavis registrieren, werden informiert, wenn ihre Ware das Ingram-Micro-Lager verlässt. Dadurch kann der Wiederverkäufer seinem Endkunden den Wareneingang frühzeitig melden. Auch kann der Händler eine Rechnungsstellung gegenüber dem Endkunden im Fall der Lieferung an eine abweichende Lieferanschrift frühzeitig anstoßen. In Zukunft ist außerdem eine Track&Trace-Funktionalität geplant, die die Ware bis zur Übergabe an den Endkunden nachverfolgbar macht.

Demnächst will Ingram allen Händlern das sogenannte Order-Matching zur Verfügung stellen. Jeder Kunde soll entscheiden können, ob er die bestellte, aber im Lager noch nicht vorrätige Ware nach ihrem Eintreffen bei Ingram sofort geliefert haben möchte, oder ob sie innerhalb eines festgelegten Zeitraumes mit der nächsten Bestellung gebündelt werden soll. Im ersten Schritt sollen die Händler eine grundsätzliche Entscheidung treffen können, ob sie Ordermatching für alle Aufträge möchten. Die Warenzusammenführung für gezielte Einzelaufträge wird anfangs nur durch den Ingram-Vertrieb angestoßen. Im zweiten Schritt soll der Kunde selbst seine Einzelbestellung zusammenfassen können. Diese neue Form der Warenzusammenführung will Ingram zeitnah mit etwa 100 Kunden testen und anschließend die einzelnen Module nach und nach für alle Händler freigeben.

Lieferverfolgung und Ordermatching sollen laut Schulz noch in diesem Jahr für alle Kunden verfügbar gemacht werden.