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17.10.1986 - 

Überlegungen zur "Computerunterstützten Kommunikation (CAC)", Teil 2:

Inhouse-ISDN als Mittel gegen PC-Wildwuchs

Die Integration aller Kommunikationsmittel verlangt eine zentrale Autorität, also fachliche und organisatorische Kompetenz. Das bedeutet, die Unternehmensleitung ist gefordert. Nur Schritt für Schritt, in einem mehrjährigen Zeitraum und über eine Rahmenplanung, sieht der Autor Integration in diesem Sinne im Unternehmen realisiert, Erster Schritt ist seiner Meinung nach der Austausch der bestehenden Nebenstellenanlage durch ein ISDN-fähiges Kommunikationssystem (Teil 1 dieses Artikels ist in CW Nr. 41 Seite 19 zu lesen).

Stehen einem Austausch der Anlagen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen entgegen, so eignen sich für Pilotprojekte kleine ISDN-Anlagen, wie sie der Markt auch anbietet. Allgemeingültige und komplette Standardlösungen sind nur als Teillösungen integrierter nichtsprachlicher Kommunikation denkbar. Individuelle Anpassungen sind immer erforderlich. Erfahrungsgemäß muß jedes Unternehmen bei der Konzipierung von Anwendungen auf betriebliche Besonderheiten Rücksicht nehmen. (Eine Liste möglicher nicht-sprachlicher Anwendungen zeigt Tabelle 2 in Teil 1 dieses Artikels in CW Nr. 41, Seite 19).

Anwendungen können nicht am grünen Tisch entwickelt werden, sie benötigen zur Erprobung und Optimierung die lebendige, betriebliche Umwelt; dies kann in Form von Pilotprojekten erfolgen.

Ein Inhouse-ISDN-System wird im Normalfall nicht auf der "grünen Wiese" installiert. Bestehende DV- und Textanwendungen sollten integriert werden (Abbildung 4).

Das ISDN-fähige Kommunikationssystem muß eine große Anpassungsfähigkeit an vorhandene Systeme erlauben, sofern diese mit, Standard-Schnittstellen und -übertragungsprozeduren ausgerüstet sind oder entsprechend nachgerüstet werden können. Der Einsatz eines Inhouse-ISDN-System und die damit erforderlich werdenden Anwendungsentwicklungen erfordern eine sorgfältige Planung. Dieser Planung hat eine Ist-Aufnahme der bestehenden Fernmeldeanlagen (einschließlich Telex, Teletex, Btx und DFV) sowie DV- und Textverarbeitungssysteme vorauszugehen.

DV-Leiter haben oft den "Wildwuchs" von Personal Computern beklagt. Hier wird nun ein Mittel geboten, um die "Arbeitsplatz-Rechner" in das Gesamtunternehmen zu integrieren. Es ist nicht notwendig, diese Integration im ersten Schritt mit komplexen Übertragungsverfahren durchzufahren Die V.24-Schnittstelle, asynchrone Übertragung mit 2400 Bit pro Sekunde bis 9600 Bit pro Sekunde und Bildschirm-Emulation im PC (zum Beispiel VT 1 00 oder IBM 3101) verbunden mit Protokollkonvertern ermöglichen recht wirksame Schritte zur Kommunikation zwischen Host-Anwendungen und Workstations (oder PCs). Dies erleichtert auch die Einführung von Mehrfachanwendungen im Textbereich, zum Beispiel Telex- und Teletex-Automatisierung oder Elektronische Hauspost.

Zur Anwendungsentwicklung gehören:

- Auswahl der vorgesehenen Geräte und Systeme;

- Anpassung der Leistungsmerkmale an die betrieblichen Notwendigkeiten (zum Beispiel Größe eines Briefkastens für Sprache oder Text);

- Zugangskontrollen (Datenschutz und Datensicherheit);

- Erarbeitung und Erprobung der Bedienungsanleitung, Ablaufprozedur, Adressenlisten und Verhaltensweisen im Fehlerfall.

Die Akzeptanz neuer Geräte und Prozeduren bei den Mitarbeitern muß durch Schulung, aber auch Mitarbeit bei Ist-Analyse, Planung und Erprobung wesentlich gefördert werden.

Nun sind in vielen Unternehmungen die organisatorische Verantwortung für die Durchführung der geschilderten Anwendungen und die Beschaffung der notwendigen Geräte und Systeme geteilt.

Hausverwaltung (Telefon und Telex), Büroorganisation (Textverarbeitung und Formularwesen), DV und technische Abteilungen sind für einzelne Bereiche verantwortlich. Die Integration aller Kommunikationsmittel verlangt aber eine zentrale Autorität. Autorität heißt fachliche und organisatorische Kompetenz - hier ist die oberste Unternehmungsleitung gefordert, fachliche Qualifikation und organisatorische Eingliederung des "Kommunikations-Managements", oder eine andere laufende und wirksame Koordinierung sicherzustellen. Dabei ist die Kenntnis der Nachrichtentechnik gleichbedeutend wie die Beherrschung der Daten- und Textverarbeitung. Sicher gibt es nicht genügend Einzelpersonen, die dieses breite Spektrum beherrschen; daher ist ein Team zu bilden.

Die Einführung der Integration kann nur in einem Mehrjahreszeitraum erfolgen. Die Aufstellung einer langfristigen Rahmen-Planung sollte daher der erste Schritt für den Einsatz eines Inhouse-ISDN-Systems sein.

Schritt für Schritt digitale Anschlußleitungen

Sofern die bestehende Fernsprech-Nebenstellen-Anlage bereits abgeschrieben ist, empfiehlt sich der baldige Austausch derselben durch ein ISDN-fähiges Kommunikationssystem. Die vorhandenen analogen Fernsprech-Endgeräte (Telefone und Vorzimmeranlagen) können für die herkömmlichen Fernsprechanwendungen weiterverwendet werden. Schritt für Schritt können dann - zunächst in Pilotprojekten - digitale Nebenanschlußleitungen und Server-Systeme für Text- und Datenanwendungen hinzugefügt werden.

In vielen Fällen jedoch wird die bestehende Nebenstellen-Anlage neueren Datums sein, und daher verbietet sich aus wirtschaftlichen Gründen der komplette Austausch. In diesem Fall empfiehlt sich der Einsatz einer kleineren ISDN-fähigen Kommunikationsanlage für die Durchführung der Pilotprojekte. Für die Text- und Daten-Anwendungen wird eine solche Kommunikationsanlage mit Hauptanschlüssen des IDN-Netzes (Telex-, Teletex- und Datex-Dienste) und, wo erforderlich, auch mit HfD-Leitungen versehen. Für den innerbetrieblichen Fernsprechverkehr kann eine solche Anlage über Querverbindungen mit der bestehenden Hauptanlage verbunden werden, oder als Unteranlage eingesetzt werden.

Statt integrierter Server können lose gekoppelte Server für die Text- und Bürokommunikation eingesetzt werden. Ein hierfür einzusetzendes Bürokommunikationssystem sollte über Telex- und Teletex-Hauptanschlüsse verfügen und wird über mehrere digitale Leitungen mit der ISDN-fähigen Nebenstellenanlage verbunden. Von jedem über V.24-Schnittstelle angeschlossenen und berechtigten PC oder Arbeitsplatz-System kann dann die Verbindung zum Bürokommunikations-System angewählt werden. Das ISDN-System ist für die Kommunikation transparent, die Verständigungsfähigkeit ist dabei durch Anpassungs-(Emulations-)-Programme herstellbar.

Für die Datenkommunikation werden dieselben Personal Computer als DV-Dialog-Terminals eingesetzt. Mit Rücksicht auf unterschiedliche multifunktionale Anwendungen empfiehlt sich der Einsatz einer einfachen Übertragungsprozedur, wie zum Beispiel einer asynchronen Übertragungssteuerung (ASCII) mit 2400 oder 9600 Bit Übertragungsgeschwindigkeit pro Sekunde. Datenkommunikations-Server übernehmen dann Codewandlung und Protokollkonvertierung, zum Beispiel zu IBM-3270-Anwendungen oder für den Übergang zu anderen DV-Anwendungen.

Mit der Verfügbarkeit interner, ISDN-fähiger, digitaler Kommunikationsanlagen sollte auch Schluß gemacht werden, wie auch mit der Vernetzung von PCs über Koax-Verkabelung. Diese ist nicht nur teuer, sondern erschwert auch die Einführung multifunktionaler Anwendungen von einem Arbeitsplatz. Sofern ein PC oder Arbeitsplatz-System nur sporadisch mit DV-Anwendungen verbunden werden soll, bietet das digitale Vermittlungssystem zusätzlich einen Konzentrations-Effekt. Die Aufwendungen für die digitalen Nebenstellen-Anschlüsse, Server und digitalen Fernsprechapparate werden somit durch Einsparungen bei Koax-Verkabelung, Terminal-Steuereinheiten und DV-Overhead ausgeglichen. In diesem Zusammenhang kann auch auf die baldige Verfügbarkeit von Übertragungsprozeduren für IBM-3270-Terminals über Fernsprech-Doppeladern hingewiesen werden. Dabei wird in einem kleinen Konverter das IBM-3270-Koax-Protokoll in einen 64-KBit-Signalstrom übertragen. In den USA hat AT&T bereits 1985 solche Systeme eingeführt. Mehrere Hersteller in der Bundesrepublik haben die Erstauslieferung solcher Einrichtungen für 1987 angekündigt. IBM-3270-Bildschirmgeräte können dann wahlweise über eine digitale K-Anlage - mit verschiedenen Steuereinheiten oder DV-Systemen verbunden werden.

Wirtschaftliche PC-Vernetzung

ISDN-fähige Kommunikationssysteme für innerbetriebliche Anwendungen werden in großem Umfang angeboten. Die für die breite Anwendung erforderlichen digitalen Peripherie-Geräte - einschließlich der notwendigen Server-Funktionen sind jedoch zum Teil noch in der Produktentwicklung oder Erprobung. Vor allem fehlen Text- und Datenendgeräte, welche die jetzt vorhandene "Standard"- Übertragungsgeschwindigkeit von 64 KBit pro Sekunde voll ausnutzen können. Dennoch ermöglichen die vorhandenen Systeme bereits zahlreiche Anwendungen für die Integration von Text- und Datenkommunikation in das vorhandene zweiadrige Fernsprech-Leistungsnetz. Frühzeitige Durchführung von Pilotprojekten und organisatorische Vorbereitungen sind erforderlich, um die "Anwendungsbereitschaft" für ISDN-Systeme durch die Benutzer sicherzustellen.

ISDN-Systeme werden in den seltensten Fällen "auf der grünen Wiese" - mit der Möglichkeit Text- und Datenanwendungen neu zu planen - installiert. Die erforderliche Anpassung an bestehende Einrichtungen erfordert intensiven Dialog zwischen Hersteller und Anwender.

Personal Computer können sofort als "multifunktionale Endeinrichtungen" in ISDN-K-Anlagen eingesetzt werden. Damit wird auch die notwendige Vernetzung der zahlreich vorhandenen PCs wirtschaftlich möglich. Der Bedarf für den Dialog von einem Arbeitsplatz zu mehreren Informationssystemen steigt durch das Angebot externer Informations-Datenbanken, welche das Wissen unserer Zeit aufbereiten, ständig. Die Anwahlmöglichkeit über ISDN-Systeme und K-Anlagen bietet auch hier günstige Lösungen.

Das ISDN-64-KBit-System, bietet Kommunikationsmöglichkeiten für Sprache, Text, Daten und Standbilder. Durch die zukünftige Einbindung von Breitband-Anwendungen mittels 2048 KBit pro Sekunde wird Anfang der 90er Jahre auch die Übertragung von Bewegtbildern und sehr großen Datenbeständen (File-Transfer und Rechnerverbund) möglich. Bei der Auswahl des ISDN-Systems muß daher auf die spätere, modulare Erweiterbarkeit geachtet werden. Eine modulare Systemarchitektur ist auch wegen der schrittweisen Einführung interner Kommunikationsdienste und der zu erwartenden neuen 64-KBit-Dienste, wie 64-KBit-Telefax, Textfax und 64-KBit-Btx, eine unverzichtbare Voraussetzung für den erfolgreichen und wirtschaftlichen Einsatz von Inhouse-ISDN-Systemen.

*Otto F. Schröter, Ingenieur-Büro für Kommunikationstechnik, Breuningerweg 17, 7298 Lossburg-Rodt, Kreis Freudenstadt

Dienstmerkmale ISDN 1988/1989

-Anklopfen

-Anrufumleitung dienstspezifisch

- Anrufweiterschaltung

-Sperre v. abg. Verbindungen

-Sperre v. abg. Verb. für alle Dienste

- GBG: 1 GBG je Dienst

-Semipermanente Verbindung (SPV) mit Tln-Tln-Kennz.g.

- Aktivhalten des Anschlusses

- Gebührenanz. beim berechtigten Tlm, Anz. während Verb.

- Gebührenanz., Übermittl. der Geb.-Info nach d. Verb.

-Kommunikationsdatenerfasßung (KDE) f. Rechnungserstellung

-Dienstsignale

-Bescheidverkehr zu FeAFd

-Anrufumleitung zu AGRU

-Textauskunft (Zugang zu)

-RufNr, Ident. für Fangen, Klingelstörer

-RufNr, Ident., Einleitung durch B-Tln

-Übertragung der RufNr. d. A-Tln z. B-Tln

-RufNr. Ident. für Störungsannahme

-Dienstekennung

-Teilnehmerkennung f. Absch. in bes. Fällen

-Mehrdienstebetrieb

-Dienstwechsel während einer Verbindung

-Statusabfrage

-Autom. Aufsynchr. auf d. Status d. Anschl.

-Umstecken am Bus

-EapB mit EAZ

-Gerätewechsel ohne Dienstwechsel ohne EAZ

-Gerätewechsel ohne Dienstwechsel mit EAZ

-Zugang zu Sonderdiensten

-Zugang zu VU-S