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SDMI: Renaissance oder Requiem?


02.02.2001 - 

Initiative für sichere Musik steht kurz vor der Bedeutungslosigkeit

MÜNCHEN (CW) - Die Secure Digital Music Initiative (SDMI) steckt in einer schweren Krise. Seit Ende 1998 sucht die rund 200 Firmen umfassende Organisation vergeblich nach einer sicheren Musikdistribution. Unlängst konnten Hacker das System austricksen, und jetzt ist auch noch der Geschäftsführer zurückgetreten.

Öffentliche Hacker-Wettbewerbe, bei denen Preisgelder für den Erfolgsfall ausgelobt werden, sind ein zweischneidiges Schwert: Wenn das System hält, was es verspricht, nimmt niemand davon Notiz. Wird die Technik geknackt, ist der gesamte Ansatz hinfällig. Diese Erkenntnis musste jetzt auch die SDMI machen, denn Hacker haben sich erfolgreich an der Sicherheitslösung für die Musikdistribution vergangen. Zwar dementierte die Organisation anfänglich den Coup, die 10000 Dollar Preisgeld sind aber kurze Zeit später an die Eindringlinge überwiesen worden.

Den Chef zog es auf zu neuen UfernDamit nicht genug, denn auch auf personeller Seite hat die SDMI eine Niederlage hinnehmen müssen. Geschäftsführer Leonardo Chiariglione hat seinen Rücktritt für das Frühjahr angekündigt, um sich bei der Telecom Italia ganz seinen neuen Aufgaben zu widmen. Ein Nachfolger, der die auseinander driftende Organisation zusammenhalten könnte, ist derzeit nicht in Sicht.

Verschiedene Firmen, darunter der Chiphersteller Micronas, haben sich in der letzten Zeit aus der Organisation zurückgezogen, weitere Unternehmen werden nach Meinung von Beobachtern folgen. Bislang haben nämlich noch keine Anbieter SDMI-Technologien in ihre Produkte eingebaut: "Platten-Labels und Gerätehersteller haben inzwischen ihre eigenen Abkommen für den Content-Schutz geschlossen", meint Aram Sinnreich von Jupiter Research. Die entscheidene Frage sei, ob SDMI überhaupt weiter existieren müsse.