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12.02.1999 - 

Initiativkreis prognostiziert neue Lernformen

Initiativkreis prognostiziert neue Lernformen Der Umgang mit Medien ist die Schlüsselqualifikation von morgen

BONN (CW) - Das Lernen wird sich in den kommenden Jahren radikal ändern - davon ist der "Initiativkreis Bildung", gegründet von der Bertelsmann Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten, überzeugt. Vorrangig werde dabei der Umgang mit neuen Medien.

In der Informationsgesellschaft werden die traditionellen Lernorte, -formen und -inhalte grundsätzlich in Frage gestellt, sagte der Chef von McKinsey Europa, Herbert Henzler, anläßlich eines Expertentreffens des Initiativkreises Bildung in Bonn. Das deutsche Bildungssystem habe den Wandel von der Industrie- zur Informations- und Wissensgesellschaft noch nicht ausreichend vollzogen und stehe deshalb vor großen Herausforderungen.

Lernen in dezentralen Gruppen

Lernen sei künftig per Computer und Internet-Zugang an jedem beliebigen Ort möglich. Frontalunterricht werde durch Arbeit in dezentralen Lerngruppen ersetzt, die per Computer auch über nationale Grenzen hinweg miteinander vernetzt sein werden. Medienkompetenz, so Henzler, wird damit zu einer Schlüsselqualifikation im Informationszeitalter.

Angesichts der Tatsache, daß in Deutschland durchschnittlich nur ein PC für 41 Schüler zur Verfügung stehe (in den USA betrage der Schnitt eins zu 16), müßte viel mehr in die technische Ausstattung von Schulen und Hochschulen investiert werden. Darum rief Henzler auch die Unternehmen zu verstärktem Sponsoring auf. Zudem forderte er, staatliche Schulen und Hochschulen in die finanzielle, organisatorische und personelle Autonomie zu entlassen.

In seinem Rückblick auf die bisherige Arbeit des Initiativkreises unterstrich Mark Wössner, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, die Bedeutung des lebenslangen Lernens. In die Schulen müsse dafür eine völlig neue Lernkultur einziehen und ganzheitliche Unterrichtskonzepte an die Stellen von Fächersegmentierung und 45-Minuten-Takt treten. Zudem forderte Wössner, die Schulen aus ihrer Isolation herauszuholen und sie in Bildungsallianzen - auch mit der regionalen Wirtschaft - einzubinden. Bei der Neuordnung der Hochschulfinanzierung könne auf Studiengebühren nicht verzichtet werden. Diese sorgten in einem wettbewerblichen Hochschulsystem für eine direkte Beziehung zwischen Anbieter und Nachfrager. Beiträge der Studenten sollten aber sozial abgefedert und durch Bildungssparen oder Studiendarlehen mit einkommensabhängiger Rückzahlung aufgebracht werden.