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17.11.1978 - 

Sicherheit im Rechenzentrum

Innenausbau des Rechenzentrums

Wände und Decke

Grundsätzlich kommen für den Innenausbau nur unbrennbare Materialien in Frage. Wenn brennbare verwendet werden müssen, so sollten sie wenigstens schwer entflammbar sein. Dies gilt besonders für Schalldämmplatten, Wandverkleidungen, Stellwände, Unterdecken etc. Das verwendete Material soll gegenüber der ständigen Luftbewegung abriebfest sein. Auch vom Rohbeton (zum Beispiel oberhalb einer Zwischendecke oder im Doppelboden) können sich Staubpartikel lösen. Daher müssen derartige Flächen mit Spezialanstrichen oder Abdeckfolien gegen Abrieb gesichert werden.

Die Decke des Rechenzentrums sollte wasserdicht sein. Dies ist unumgänglich, wenn in Stockwerken über dem Rechenzentrum Wasserleitungen verlegt sind. Auch dann, wenn keine unmittelbare Wassergefahr droht, könnte im Brandfall Löschwasser aus oberen Stockwerken durch die Decke dringen.

Daß eine wasserdichte Deckenkonstruktion durchaus gerechtfertigt ist, zeigt die tägliche Praxis. Zum Beispiel versagten beim Kühlturm einer Klimaanlage beide Wasserstandsüberwachungseinrichtungen. Auslaufendes Wasser drang schließlich durch die Decke und lief in die Zentraleinheit des Computers. Ebenso zeigen Schadenfälle daß Flachdächer im Laufe der Zeit undicht werden können. Durch feine Risse sickert dann Wasser - und in den meisten Fällen tropft es übers Wochenende direkt in den Computer.

Türen und Fenster

Große Fensterflächen sind schlechter gegen Sabotageakte zu schützen als kleine. Die Fensterscheiben sollen "einbruchhemmend" und "steinwurfsicher" sein. Wichtig ist auch, möglichen Attentätern gar nicht erst zu zeigen, hinter welchen Fenstern sich das Rechenzentrum beziehungsweise der Maschinensaal verbirgt. Durch bauliche Maßnahmen läßt sich sehr einfach erreichen, daß Fenster nicht einsehbar sind. Auch wegen der Klimatisierung sind die Fenster stets geschlossen zu halten, sie dürfen nur mit entsprechendem Werkzeug zu öffnen sein.

Vorhänge gehören mit zu den häufigen Brandobjekten. Diese Gefahr läßt sich ganz einfach durch nicht brennbare Vorhänge (aus Glasseide) ausmerzen. Sie beeinträchtigen weder Sonnenschutz noch Behaglichkeit.

Die Türen zum Maschinenraum sollen mindestens feuerhemmend sein. Sie sollen aber auch im Hinblick auf die Zugangskontrolle überwachbar sein. Eine gute Planung von Lage und Art des Hauptzugangs kann beide Forderungen gemeinsam und optimal lösen.

Boden

Auch der Boden ist eine Überlegung wert. Doppelbodenplatten müssen selbstverständlich die Belastung der Maschinen aufnehmen. Aber während des Transportes der Geräte zum Aufstellungsort konzentriert sich die ganze Last auf die Räder des Transportwagens, auch bei dieser punktförmigen Belastung dürfen die Platten nicht brechen.

An den Bodenbelag sind zwei Forderungen zu stellen. Er soll sich möglichst wenig oder gar nicht elektrostatisch aufladen und der PVC-Anteil des Belages soll sehr gering sein; denn beim Brand von PVC entstehen chloridhaltige Gase, die sich mit der Luftfeuchte zu Salzsäure verbinden (1 kg PVC erzeugt etwa 2 kg 30%iger Salzsäure).

Wenn es um die Entscheidung für einen Teppichboden oder einen festen Belag geht, so gilt es zu bedenken, daß Teppichböden schlechter zu reinigen sind und daß sie sich naturgemäß leichter elektrisch aufladen. Eine Luftfeuchte von mindestens 50% und das Erden jeder einzelnen Platte helfen diesen Effekt zu reduzieren .

Beleuchtung

Auch Leuchtstoffröhren sind nicht ungefährlich: Sowohl normale Drosselspulen als auch Kondensatoren können als Zündquellen Brände verursachen. Dieser Gefahr läßt sich durch den Einbau von Drosselspulen mit Thermosicherung, durch flamm- und platzsichere Kondensatoren und durch Sicherheitsstarter begegnen. Es empfiehlt sich daher bei der Auswahl der Leuchte, einen Blick auf diese Teile zu werfen.

Die Entzündungsgefahr normaler Drosselspulen liegt am Lebensdauerende. Daher sollen sie vorsorglich alle 5 Jahre gegen neue ausgewechselt werden. Seit aber Drosseln mit Temperatursicherung erhältlich sind, erscheint es wirtschaftlicher und sicherer, diesen Typ einzubauen.

Mobiliar

Durch die richtige Auswahl von Mobiliar lassen sich Sicherheitsmaßnahmen verwirklichen, die kaum etwas kosten. Grundsätzlich gilt auch hier, daß möglichst keine brennbaren Gegenstände in den EDV-Räumen stehen sollen.

Schränke, Tische, Stühle, Papierkörbe und Abfallbehälter sollten aus Metall hergestellt sein. Empfehlenswert sind sogenannte selbstlöschende Abfallbehälter und Papierkörbe, in denen ein Brand durch Sauerstoffentzug automatisch erstickt.