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19.03.2004 - 

Content-Management für Lotus- und J2EE-Nutzer

Innovation Gate nabelt sich von Domino ab

MÜNCHEN (CW) - Die in Ratingen ansässige Firma Innovation Gate bietet mit "Webgate Anywhere 3" eine überarbeitete Web-Content-Management-Plattform, die auf J2EE-Servern läuft und nicht mehr Lotus Domino voraussetzt. Mit dem Produkt öffnet der Hersteller den Kunden seiner Lotus-basierenden Software einen Migrationspfad.

Innovation Gate hatte ursprünglich eine Content-Management-Software ("Webgate") auf der Grundlage von Lotus Notes/Domino entwickelt. Später kam mit Webgate Anywhere eine auf J2EE-Applikations-Servern ablauffähige Lösung hinzu, die jedoch immer noch einen Lotus-Unterbau erforderte. Nun bringt die Firma mit der Version 3 eine Software auf den Markt, die auch ohne Lotus-Server auskommt.

Webgate Anywhere 3 verwendet eine auf XML aufsetzende Tag-Sprache namens "Web TML". Über Tags (Auszeichner) lassen sich in HTML-Seiten herstellerspezifische Kommandos hinterlegen. Web TML ist in die Custom Tag Library des Standards Java Server Pages (JSPs) eingebunden, die für solche Ergänzungen des JSP-Funktionsumfangs vorgesehen ist. Über Web TML greift die Content-Software auf Datenbankinhalte zu. Ebenso wäre ein Zugriff auf ERP- und andere Business-Software machbar, wurde in der Praxis bis dato jedoch nicht realisiert. Im Lieferumfang von Webgate Anywhere sind Integrationskomponenten für Domino, diverse SQL-Datenbanken, RSS-Feeds sowie Dateisysteme enthalten.

Laut Hersteller wurden die Entwicklungsfunktionen in der Version 3 so erweitert, dass Firmen auf der Grundlage von Web TML komplette Web-Anwendungen nach dem Entwurfsmuster Model-View-Controller (MVC) entwickeln können. Hierbei binden sich die als Enterprise Javabeans (EJBs) geschriebenen Funktionsbausteine von Backend-Systemen an das Web-Frontend an.

Die Java-Software lässt sich auf allen gängigen Applikations-Servern betreiben, bei den meisten Installationen wird jedoch das Open-Source-Produkt Apache Tomcat verwendet. Insgesamt zählt der Anbieter rund 250 Anwender, etwa 40 davon nutzen die Vorgängerversion der jetzt vorgestellten J2EE-Lösung. Bei einer Migration auf Version 3 müssen Kunden ihre Web-TML-Entwicklungen, die auf der Lotus-Sprache "Lotusscript" basieren, in die an JSPs angepasste Tag-Sprache überführen. Hierbei hilft ein spezielles Werkzeug.

Zur Konkurrenz zählt neuerdings die IBM: Mit der Übernahme von Aptrix kann Big Blue nun selbst ein Web-Content-Management-Produkt ("Lotus Workplace Web Content Management") anbieten, das wie die Lösungen von Innovation Gate Domino und relationale Datenbanken unterstützt. IBM vermarktet die Funktionen im Rahmen der Websphere-Plattform. Das Ratinger Softwarehaus sieht sich jedoch im Vorteil, da die eigene Software beide Datenbankwelten mit einem einzigen Produkt unterstützt, während Big Blue zwei unterschiedliche Systemlinien vertreibt. Viele Kunden wollten Domino weiterhin nutzen, liebäugelten aber wegen höherer Anforderungen in puncto Skalierbarkeit mit SQL-Datenbanken als zentralem Content-Speicher.

Die Server-Lizenz von Webgate Anywhere 3 kostet knapp 20000 Euro, wobei die Software auf maximal zwei CPUs betrieben werden darf. Pro Client-Lizenz sind 250 Euro zu zahlen. (fn)

Abb: Datenbankunabhängige Content-Verwaltung

Webgate Anywhere 3 erlaubt es, auch andere Datenbanken als nur Lotus Domino als Content Store zu verwenden. Quelle: Innovation Gate