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11.04.1986 - 

Institut für Angewandte Mikroelektronik (IAM) erfolgreich:

Innovationsbörse für den Mittelstand

BRAUNSCHWEIG (pi) - "Ziel erreicht" konnte für das Institut für Angewandte Mikroelektronik (IAM) in Braunschweig die niedersächsische Ministerin für Wirtschaft und Verkehr, Birgit Breuel, feststellen. Vor einem Jahr wurde das IAM gegründet, um den in der neuen Technik liegenden Innovationschancen für die mittelständische Wirtschaft mit Beratung und Schulung zum Durchbruch zu verhelfen.

Wie der Leiter des Instituts, Professor Winfried Rehr, sagte, sind seit Aufnahme der Arbeiten 60 Projekte erfolgreich durchgeführt worden oder befänden sich in Arbeit. 1985 habe das Institut über 100 Firmen oder Interessenten beraten. Die erfolgreiche Arbeit spiegele sich auch in einem Anwachsen der Mitglieder des Fördervereins von zunächst 80 auf nunmehr 90 Mitglieder wider, wobei besonders auffällig sei, daß Firmen beigetreten seien, die Aufträge im IAM hätten durchführen lassen. Die Mitarbeiterzahl sei bis zum Jahresende 1985 von zunächst 12 auf 23 gestiegen.

Das IAM ist als eine Einrichtung der Industrie konzipiert und soll nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen kostendeckend geführt werden. Die vom Land als Hilfe für den Aufbau des IAM in den Jahren 1984 bis 1988 in Höhe von 30 Millionen Mark zur Verfügung gestellten Mittel könnten nur als Anstoßförderung gesehen werden, so Rehr.

Die fachliche Organisationsstruktur des Instituts sehe nach Vorarbeiten des aus Institutsleitern der TU Braunschweig bestehenden Lenkungsausschusses und Anregungen der Industrie schwerpunktmäßig folgende Arbeitsgebiete vor:

- Herstellung von kundenspezifischen Schaltkreisen in Form von Gatearrays, Standard-IC-Zellen, Technik oder Fullcustom-Chips. Hierbei sei es gelungen, diese neue Technik nicht nur in das Gebiet "Telekommunikation" einzubringen, sondern es wurden auch Produkte für Maschinenbaufirmen, Rechnerhersteller und für die allgemeine Steuerungstechnik entwickelt, vermeldete IAM-Leiter Rehr.

- Der Bereich "Regelungs- und Antriebstechnik" entwickelt spezielle Ansteuerungselektronik für unterschiedliche Motoren. Dies könnten bekannte Asynchron-Maschinen oder auch Sondermotoren sein. In enger Zusammenarbeit mit dem Bereich kundenspezifische Schaltkreise wurden Fullcustom-Chips für Motoren im Konsumerbereich entwickelt. Für Aufgabenstellungen aus dem Bereich der Regelungstechnik für klimatechnische, heizungstechnische und maschinenbauliche Anwendungen seien vorrangig Single-Chip-Prozessoren eingesetzt worden.

- Ein Arbeitsbereich "Meßtechnik" befaßte sich vorrangig mit Problemen der Bildverarbeitung und der Messung von nicht elektrischen Größen in verfahrenstechnischen Prozessen. Der Einsatz von Signal-Prozessoren und Single-Chip-Prozessoren ist auch hier ein Schwerpunkt der Arbeit.

- Der Bereich "Automation und Sensortechnik" führte eine große Zahl kleinerer Projekte aus, die fast alle aus dem Maschinenbau oder der Verfahrenstechnik kamen. Mehrmals wurde die Erkenntnis bestätigt, daß für durchaus bekannte Meßverfahren oder auch Sensoren durch Einsatz von Mikroelektronik ganz neue Einsatzgebiete erschlossen werden können, kommentiert der IAM-Leiter.

- In einer Gruppe "Softwaretechnik" würden vorrangig Probleme der grafischen Datenverarbeitung behandelt. In Auftrag befindet sich ein CAD-System für den Entwurf von Oberbekleidungsstoffen. Weitere Aufgabenstellungen im Bereich der CAD-Technik befänden sich in Verhandlung. Kleinere Systeme der Betriebsdatenerfassung würden programmiert und erfolgreich in Kundenbetrieben eingeführt.

- Der Bereich "Weiterbildungsseminare" habe mit dem ersten Umschulungsseminar für arbeitslose Akademiker begonnen. 23 Kursteilnehmer würden in die Hardware und Software von Mikrocomputern eingeführt. Der Umschulungskurs dauere ein halbes Jahr. In Zusammenarbeit mit anderen Bereichen würden Seminare zum Thema kundenspezifische Schaltkreise und zur Programmiersprache C erfolgreich durchgeführt. Die Seminare würden überaus positiv von den Teilnehmern aufgenommen.

"Bereits ein Jahr nach der Gründung kann festgestellt werden, daß die mit der Errichtung des Institutes verfolgten Ziele nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten werden", erklärte die niedersächsische Ministerin für Wirtschaft und Verkehr, Birgit Breuel.

Das IAM habe sich als Magnet für Ansiedlungen von Zukunftsindustrien im "Forschungsdreieck Braunschweig - Hannover - Göttingen" erwiesen.