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17.09.1993

Input Ltd. sieht Licht am Ende des Tunnels Europas Software-Industrie ist in der Talsohle angelangt

MUENCHEN (CW) - Die Wachstumskurve im europaeischen Markt fuer Software und Services hat sich weiter abgeflacht. Meldete IDC fuer 1992 noch eine Steigerung von 8,1 Prozent (vgl. Seite 72), so prognostiziert Input fuer das laufende Jahr nur eine Zunahme von sechs Prozent. Nach Einschaetzung der Londoner Analysten geht es ab 1994 jedoch wieder aufwaerts.

Wie ein Sprecher der Input Ltd. gegenueber dem in London ansaessigen Branchen-Informationsdienst "Computergram" ausfuehrte, aendern sich im Zuge der Rezession die Investitionsmuster der europaeischen Anwender-unternehmen: Zum einen wuerden die fuer Informations- technologie eingeplanten Budgets oft nicht einmal um die Inflationsrate erhoeht. Zum anderen seien die DV-Manager immer staerker gezwungen, den Nutzwert ihrer Anschaffungen unter Beweis zu stellen.

Immense Nachfrage nach Client-Server-Systemen

Als eine der Folgen daraus suchten die Kunden nach "Computer- Architekturen, die ihren Geschaeftsstrukturen entsprechen". Die Tatsache, dass sich diese Strukturen immer haeufiger aus kleinen Einheiten zusammensetzen, habe zu einem immensen Wachstum bei der Nachfrage nach Client-Server-Systemen gefuehrt, von dem offenbar auch Unix profitiere. Laut Input sind in diesem jungen Marktsegment derzeit jaehrliche Steigerungsraten von 70 bis 80 Prozent moeglich.

Die Input-Prognosen beruhen auf Interviews mit etwa 400 europaeischen Software- und Service-Anbietern. Demzufolge muessen die traditionellen Softwarehaeuser feststellen, dass ihre Kunden keinen Bedarf mehr fuer massgeschneiderte Software-Applikationen haben. Statt dessen wollten die Anwender standardisierte Off-the- shelf-Pakete, die sich leicht integrieren liessen.

Daraus erwachse eine Nachfrage nach Systemintegrations-Leistungen, die voraussichtlich um 19 Prozent im Jahr zunehmen werde. Auch fuer das Marktsegment Netzservices erwartet Input ueberdurchschnittliche Wachstumsraten: 17 Prozent per annum lautet die Vorhersage.

Als wachstumsintensivsten Sektor des europaeischen Software- und Servicemarktes hat Input jedoch - mit einer prognostizierten Steigerungsrate von 20 Prozent im Jahr - den Bereich Facilities Management ausgemacht. Immer mehr Anwenderunter-nehmen wollten sich auf das konzentrieren, was sie als ihre "Kernaktivitaeten" begreifen, und die Bereitstellung von Computer-Services einem Anbeiter ueberlassen, der das - so hoffen sie - billiger und besser erledigen koenne.

Fuer die kommenden fuenf Jahre sagen die Input-Analysten eine langsame Erholung des Marktes mit einer durchschnittlichen jaehrlichen Wachstumsrate von neun Prozent voraus. Angefuehrt werde der Aufschwung von Grossbritannien und Deutschland. Die Anbieter im vereinigten Koenigreich haetten in den vergangenen Jahren gelernt, mit der Rezession umzugehen. Die Deutschen hingegen braechten die besten Voraussetzungen mit, um den Technologie-Bedarf in Osteuropa langfristig zu decken.