Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.03.2002 - 

Nach dem Verdacht von Bilanzmanipulation

Insider-Handel in den USA?

MÜNCHEN (CW) - Der Enron-Fall zieht immer weitere Kreise. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge sollen kurz vor dem Einbruch der Kapitalmärkte im Jahr 2000 vor allem Insider US-amerikanischer TK-Firmen, die jetzt zum Teil auch wegen unsauberer Bilanzierungsmethoden am Pranger stehen, ihre Schäfchen noch ins Trockene gebracht haben.

Stolze 1,7 Milliarden Dollar strichen allein Mitarbeiter der vier TK-Unternehmen Qwest Communications, Allegiance Telecom, McLeod USA und Exodus mit dem Verkauf ihrer Aktien ein, bevor die Kurse endgültig einbrachen. Auch wenn es für den Verkauf von Mitarbeiteroptionen eine Reihe von Gründen gibt, halten Analysten den Zeitpunkt der Verkäufe für zu auffällig, um einen Insider-Handel auszuschließen. "Es gibt keinen Zweifel darüber, dass die Mitarbeiter mehr als außenstehende Investoren gewusst haben", sagte Kevin Johnson, Partner bei der Investment-Firma Aronson & Partners in Philadelphia.

Doch nicht nur in der Vergangenheit war diese Praxis zu beobachten. Wie "Vickers Weekly Insider Report" meldete, verkauften Insider auch in den ersten zwei Monaten 2002 weiterhin ihre Aktien. "Die Handelsaktivitäten deuten auf weiterhin steigende Verkaufszahlen", hieß es Anfang März.

Damit ist den Anlegern außerhalb der Unternehmen jedoch wenig geholfen. Denn obwohl die Gesetze in den USA eine Offenlegung von Wertpapiergeschäften der Vorstände verlangen, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Informationen zu kaschieren oder zumindest zu verzögern. Beispielsweise, wenn - wie im Fall Enron geschehen - die Papiere nicht im Freien Markt, sondern innerhalb des Unternehmens gehandelt werden. Diese müssen erst 45 Tage nach Beendigung des Geschäftsjahres der Börsenaufsicht mitgeteilt werden und kaum jemand interessiert sich genauer für Geschäfte, die über ein Jahr zurückliegen. "Die Informationen sind so miserabel", bestätigte Michael Rozoff, Professor an der Buffalo''s School of Management, gegenüber dem "Wall Street Journal, "dass der einfache Anleger sie nicht durchschauen kann". (rs)