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02.02.2001 - 

Totgesagte leben länger

Insolvenzverfahren für Letsbuyit.com eingestellt

MÜNCHEN (CW) - Die Nachrichten um den Internet-Händler Letsbuyit.com überstürzen sich. Nachdem das Unternehmen im Dezember einen Zahlungsaufschub sowie Mitte Januar das Konkursverfahren beim Landgericht Amsterdam beantragt hatte, wurde nun in letzter Minute das Ruder herumgerissen.

Die niederländische Justiz hatte dem Pleitekandidaten einen Aufschub bis zum 25. Januar gewährt, um die erforderlichen Mittel in Höhe von vier Millionen Euro zur Zahlung der Gläubiger aufzutreiben. Letsbuyit.com ist es nun tatsächlich gelungen, nicht näher benannte "alte und neue Investoren" aufzutun und somit das Konkursverfahren abzuwenden. Auch die Deutschland-Niederlassung, über die am 22. Januar ein Insolvenzverfahren vom Münchner Amtsgericht eingeleitet worden war, gab nun bekannt, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter den Konkursantrag zurücknehmen zu wollen.

Der einzige Geldgeber, der im Zusammenhang mit der Rettungsaktion benannt wurde, war die Münchner Firma Kimvestor. Einer Meldung zufolge hatte die von einem Ex-Hacker geführte Firma dem Letsbuyit.com-CEO John Palmer in einer Absichtserklärung zugesagt, die erforderlichen vier Millionen Mark zu zahlen. Darüber hinaus wurde "das Interesse bekundet, in größerem Umfang an einer Finanzierung der Gesellschaft zu partizipieren". Dabei ist die Rede von 50 Millionen Euro. Derweil hatte der mit knapp 17 Prozent größte Einzelaktionär, die Pro Sieben Media Sat 1 Media AG, verkündet, ihre Investition in Letsbuyit.com in Höhe von 20 Millionen Euro abzuschreiben und Gerüchte dementiert, wonach man bereit sei, erneut zu investieren.

Bisher habe die französische Firma Dealpartners.com, die norwegische Coshopper sowie der Letsbuyit.com-Konkurrent Primus-Online offiziell ein Interesse an der Firma bekundet. Coshopper-Vorstandschef Frode Leverik betonte allerdings, dass es ihm um den Kundenstamm gehe. Man habe Letsbuyit.com angeboten, den Betrieb weiterzuführen, um die Klientel nicht zu verlieren. Auch die Metro-Tochter Primus-Online zeigte sich nur am Kundenstamm interessiert und war bereit, eine Mark pro Kunde zu zahlen.

Laut dem nun veröffentlichten vorläufigen Geschäftsergebnis für das Geschäftsjahr 2000 stieg die Zahl der bei Letsbuyit.com registrierten Mitglieder von 900000 im dritten Quartal 2000 auf über 1,16 Millionen im letzten Jahresviertel an. Im selben Zeitraum kletterte die Anzahl der kaufenden Kunden von 174000 auf 255000. Der Umsatz belief sich auf 18 Millionen Euro, für das Gesamtjahr gab Letsbuyit.com Einnahmen von 38,5 Millionen Euro an. Ein Gewinn beziehungsweise Verlust wurde nicht genannt.