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22.02.1991 - 

Notebook-Computer und Laptops erst nächstes Jahr

Installierte Software soll NSCs PC-Verkauf fördern

22.02.1991

BONN (gs) - Mit sechs PCs, die er auf seinem "Partner - Convent '91" Mitte Februar enthüllte, will der japanische Drucker- und Monitor-Spezialist NEC die Konkurrenz das Fürchten lehren. Doch die Begeisterung der Premierengäste hielt sich in Grenzen.

Technische Pionierleistungen des japanischen Elektronik-Giganten hatten die Erwartungen hochgeschraubt. Nach den Multisync-Monitoren und den 24Nadel-Druckern, mit denen er sich bei den PC-Anwendern einen hervorragenden Ruf erworben hatte, rechnete man auch bei den NEC-PCs mit etwas Besonderem.

Angesichts dieser Erwartungen ist die "Powermate"-Familie, die jetzt, rechtzeitig zur CeBIT, erstmals in Europa präsentiert wurde, doch etwas enttäuschend. Allenfalls durch ihr Marketing-Konzept hebt sie sich von der Konkurrenz ab.

"Unser Ziel", betont Bernd Urbanek, Leiter des PC-Vertriebs bei der NEC Deutschland GmbH, "ist hundertprozentige Kundenzufriedenheit". Um das zu erreichen, versucht NEC, bei seinen PCs jegliches Risiko zu vermeiden, technisch wie auch beim Marketing.

Die sechs Powermate-Rechner - ein 286-, zwei 386SX-, zwei "volle 386- und ein 486-PC - sind in jeder Hinsicht Standard. Und weil 83 Prozent der in Deutschland verkauften Personal Computer Tischgeräte sind sind auch die NEC-PCs sämtlich Tischgeräte. In das mit 13 Prozent nächstgrößere Marktsegment der tragbaren Computer - Notebook-PCs und Laptops - will man sich erst in etwa einem Jahr wagen.

Beim Vertrieb setzt die in München ansässige deutsche Niederlassung auf sorgfältig ausgewählte Fachhändler und spezialisierte Systemhäuser, die flächendeckend vor allem den Großkundenbereich beackern sollen. Um als NEC-Vertriebspartner zugelassen zu werden, müssen sie technischen Kundendienst und Anwendungsberatung leisten, Erfahrung beim PC- und Netzwerkvertrieb nachweisen, "wesentliche Umsätze" garantieren, eine Absatzplanung für drei Monate vorlegen und eine solide finanzielle Basis vorweisen können. Unterstützt werden die Händler durch Schulungen und einen Hotline-Service, der auch den Endkunden zu Verfügung steht.

Neu am NEC-Konzept ist ein besonderer Service, mit dem das Unternehmen seine Kunden von allen Startschwierigkeiten befreien will. Gegen einen entsprechenden Aufpreis bekommt der Anwender ein "optimal konfiguriertes System" samt installierter System- und Anwendungssoftware. "Wir verkaufen Lösungen, keine PCs", erklärte Reiner Thonig, Leiter des PC-Marketings.

Fürs erste werden 18 Pakete angeboten, wobei letztlich nur drei Alternativen zur Auswahl stehen: DOS, mit oder ohne MS-Windows, und OS/2. Hat sich der Kunde für ein Betriebssystem entschieden, bleibt ihm bei den Anwendungsprogrammen (Word, Wordperfect, Ami, 1-2-3, Excel, F&A, Wingz, Dbase IV, Superbase, Access SQL) und den Netzwerken (Novell, LAN Manager) kaum mehr eine Wahl.

Ob sich damit allerdings mehr als ein sehr allgemeiner Grundbedarf abdecken läßt, mit dem in der Praxis kaum ein Anwender auskommt, ist fraglich. Bei NEC hingegen ist man optimistisch: Geplant sind 20 bis 25 Prozent Marktanteil innerhalb der nächsten drei Jahre, und europaweit ein Absatz von 400 000 PCs pro Jahr.