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18.08.2000 - 

Marktführer America Online außen vor

Instant Messaging: Standard in Sicht

MÜNCHEN (CW) - Die Debatte um einen Standard für die Kommunikation zwischen verschiedenen Instant-Messaging-(IM-)Systemen geht in die entscheidende Phase.

Die Internet Engineering Task Force (IETF) hat drei Konzepte ausgewählt, nach denen sich Systeme zum Versenden von Textnachrichten via Internet in Echtzeit untereinander kompatibel machen lassen sollen. Ein Modell beruht auf dem Session Initiation Protocol (SIP), einer Telefonsignal-gestützten Technik, hinter der Cisco und Microsoft stehen. Der Vorstoß des Startups Invisible Worlds basiert auf dem Blocks Extensible Exchange Protocol (BEEP), einem XML-gestützten Übertragungsprotokoll. Dem Vorschlag von Fujitsu und MIT schließlich liegt das Transmission Control Protocol (TCP) zugrunde, bei dem Server auf Socket-Ebene für die Datenübertragung sorgen. Bis zum 21. August will die IETF entscheiden, mit welcher Technik der neue Schnittstellen-Standard für Instant Messaging entwickelt werden soll.

Auch America Online (AOL), mit seinen Diensten AOL Instant Messenger (AIM) und ICQ klarer Markführer im Bereich Instant Messaging, hatte einen Vorschlag eingereicht. Die IETF hatte das Modell jedoch abgelehnt, da es anstelle eines Übertragungsprotokolls lediglich Rahmenbedingungen für die offene IM-Kommunikation vorsah. AOL hatte sich lange Zeit vehement dagegen gesträubt, seine Produkte überhaupt für die Nutzer anderer IM-Dienste kompatibel zu machen. Die Versuche von Konkurrenten wie Microsoft, Tribal Voice und Icast, ihre Services für den AIM zu öffnen, hatte das Unternehmen immer wieder mit dem Argument blockiert, die Sicherheitsstandards würden nicht erfüllt.

Zu den drei von der IETF ausgewählten Vorschlägen hat AOL zwar prinzipiell seine Zustimmung erteilt. Ob der Online-Dienst einen neuen Standard unterstützen wird, ist jedoch fraglich. Experten schätzen, dass er sich mit keinem der Modelle anfreunden wird. Das hat AOL auch nicht nötig: Mit weltweit 131 Millionen registrierten AIM- und ICQ-Mitgliedern verfügt das Unternehmen sowieso schon über die mit Abstand größte installierte Basis.