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21.08.1998 - 

Wettbewerber wie CSC Ploenzke und Cap Gemini im Visier

Integrata: Frischer Wind für das IT-Consulting mit Unilog

Als eine "Herausforderung" sieht Gerhard Wächter, Vorstandssprecher der Integrata Training AG, die Verschmelzung des Integrata-Konzerns mit der französischen Unilog-Gruppe. Ende April hatten sich die Gesellschafter der in Tübingen ansässigen Integrata AG, unter deren Dach das Trainings- und Beratungsgeschäft der Schwaben in diversen Tochtergesellschaften integriert ist (siehe Abbildung), für einen schwierigen Weg entschlossen: Die bisher von den Gründern und Mitarbeitern gehaltenen Anteile an der Holding sollten an Unilog verkauft werden. Nachdem jetzt die überwiegende Mehrheit der Aktionäre dem Vorhaben in einer Hauptversammlung zugestimmt hat, ist der Deal perfekt. Die Franzosen, hierzulande bis dato wenig bekannt und ebenfalls im IT-Schulungs- und -Beratungsgeschäft tätig, übernehmen rund 90 Prozent der Integrata AG und damit die unternehmerische Führung des Konzerns.

Für Wächter ist dies die "logische Konsequenz" aus der Tatsache, daß die einzelnen Bereiche der Unternehmensgruppe zuletzt mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen aufwarteten. Während das von der Integrata Training AG verantwortete Schulungsgeschäft trotz mannigfaltiger Schwierigkeiten mit diversen Franchise-Partnern stark steigende Tendenz aufweist, übt sich die Integrata Unternehmensberatung seit Jahren als Verlustbringer - entsprechende Umsatzrückgänge inklusive. Die Internationalisierung im IT-Consulting-Geschäft sowie die zunehmende Komplexität entsprechender Projekte hatten offensichtlich in immer mehr Fällen zu einem Anforderungsprofil geführt, das die Schwaben mangels kritischer Masse nicht mehr erfüllen konnten.

Folge davon war neben rückläufigen Geschäftszahlen eine Fluktuation in der Belegschaft, die mit Neueinstellungen nicht mehr kompensiert werden konnte. Wächter hatte deshalb Mitte vergangenen Jahres als Geschäftsführer auch die kommissarische Leitung der konzerneigenen Consulting-Truppe übernommen, um eine umfassende Restrukturierung einzuleiten.

Erste Maßnahme war die Umstellung des Vertriebs von einer regionalen auf eine branchenorientierte Ausrichtung. Bundesweit adressieren die Integrata-Consultants jetzt nach dem vielzitierten Motto "One face to the Customer" die Wirtschaftszweige Industrie ("Automotive"), Finanzdienstleister, Handel und öffentliche Verwaltung. Doch an der Tatsache, daß aufgrund knapper Ressourcen viele lukrative Aufträge durch die Lappen gingen, änderte dies noch nichts. Nur durch die Hereinnahme eines internationalen Partners sei es, so Wächter, möglich gewesen, das "weitere Wachstum zu finanzieren und die Vision eines europäischen Unternehmens zu realisieren".

Ähnlich wie die Schwaben hat sich auch der neue Integrata-Mehrheitseigner im IT-Beratungsgeschäft von der individuellen Projektarbeit zum Re-Engineering ganzer Geschäftsprozesse hochgearbeitet - mit dem eindeutigen Fokus auf die Einführung von Standardsoftware. Unilog, bis dato weitgehend nur in Frankreich aktiv, ist dort beispielsweise Logo-Partner der SAP. Grundsätzlich soll unter der Federführung der Franzosen ein europaweiter IT-Consulting-Konzern entstehen. Im Visier hat Unilog dabei primär das SAP-Geschäft mit Großunternehmen. Gleichzeitig denkt man derzeit aber auch, wie Wächter anklingen ließ, über eine Ausweitung des Serviceportfolios in den Mittelstand und damit über eine engere Zusammenarbeit mit Software-Anbietern wie Baan oder J.D. Edwards nach. Ziel sei es, sich unter den Top ten zu etablieren und es mit Branchengrößen wie Cap Gemini oder CSC Ploenzke aufzunehmen.

Durch die Übernahme von Integrata durch Unilog (zuletzt umgerechnet rund 370 Millionen Mark Umsatz) entsteht ein Konzern mit rund 500 Millionen Mark Umsatz und mehr als 3000 Mitarbeitern. Bezogen auf die beiden Integrata-Geschäftsbereiche Unternehmensberatung und Training erwartet Wächter für das Geschäftsjahr 1998 eine Umsatzsteigerung von 72 auf 80 beziehungsweise 56 auf 61 Millionen Mark. So schnell wie möglich solle dabei auch das IT-Consulting wieder schwarze Zahlen zur Bilanz beisteuern.