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30.04.1999 - 

Einbindung in Unilog-Gruppe soll europäischen Ansatz fördern

Integrata Training AG konnte 1998 um fast 15 Prozent zulegen

Von Gerda von Radetzky* STUTTGART - Die Integrata Training AG, Tübingen, rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatzzuwachs in zweistelliger Höhe. Im ersten Quartal 1999 stiegen die Einnahmen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 15,7 Prozent auf 16,2 Millionen Mark. Durch den Zusammenschluß mit der französischen Unilog S.A. soll ein europäischer Verbund von Schulungs- und Beratungsunternehmen entstehen.

Sie bezeichnet sich als "größter herstellerunabhängiger Seminaranbieter für Information und Kommunikation in Deutschland". Sie gehört mehrheitlich der Integrata AG, die wiederum zu 91 Prozent im Besitz der französischen Unilog-Gruppe ist. Doch der Ort der Bilanzpressekonferenz ist nicht Paris, sondern Stuttgart. An der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse sind die Aktien der Integrata Training AG notiert. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz des Unternehmens gegenüber 1997 um 18,1 Prozent auf 58,1 Millionen Mark. Prognostiziert worden war von Marktforschern wie Diebold ein Wachstum des deutschen IT-Schulungsmarktes um vier Prozent. "Wir sind deutlich stärker gewachsen als der Markt", erklärte denn auch Vorstandsmitglied Hans Günter Heilmann stolz.

Die in Güstrow angesiedelte BUB mit drei ostdeutschen Filialen, die 1998 mit einem Umsatzrückgang in Höhe von zwölf Prozent auf 5,9 Millionen Mark (ein operatives Minus von 223000 Mark inklusive) dem Integrata-Management erhebliche Sorgen bereitete, wurde inzwischen in die hundertprozentige Tochter Integrata Lehrgänge Bildung und Beratung GmbH umbenannt. Die BUB hatte von Arbeitslosenförderung gelebt, nur floß die bekanntlich zuletzt nicht mehr so heftig aus dem Staatssäckel. Jetzt werden auch Seminare aus dem mehr als 400 Themen umfassenden Katalog angeboten, die jedem offenstehen. Das und der Schwenk in der Politik zu wieder mehr staatlich geförderter Bildung wirkten sich bereits positiv aus: Im Vergleich zum ersten Quartal 1998 stiegen die Umsätze der neuen Tochter in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 19,6 Prozent auf 1,66 Millionen Mark, konzernweit nahmen die Einnahmen um 15,7 auf 16,19 Millionen Mark zu.

Doch zurück zum Geschäftsjahr 1998: Die Umsätze der Integrata Training AG inklusive Integrata Lehrgänge Bildung und Beratung GmbH kletterten um 14,4 Prozent auf 64,1 Millionen Mark; der Jahresüberschuß nach Steuern verbesserte sich von 1,3 auf knapp zwei Millionen Mark, was einem Wachstum von 51,2 Prozent entspricht. "Bei diesem Ergebnis erwarten die Aktionäre nach 1,50 Mark im letzten Jahr eine höhere Dividende als die angekündigten 1,60 Mark. Aber wir haben mit dem Geld noch etwas vor", gab Gerhard Wächter, Sprecher des Vorstands, vielsagend zu Protokoll. Die Strategie des Unternehmens lautet: Möglichst nah am Kunden sein; entweder zu ihm gehen oder ihm kurze Wege bereiten. Im Januar wurden Trainingszentren in Stuttgart und Nürnberg eröffnet. Die insgesamt elfte Dependance in Deutschland wird demnächst in Hannover ihre Pforten öffnen. Weitere Integrata-Niederlassungen sind in Zürich und Wien aktiv. Den Erfolg führt Heilmann auf die Struktur des Angebots zurück. Bei den "Inhouse-Seminaren" mit dem Ziel langfristiger Kundenbeziehungen war gegenüber 1997 ein Zuwachs von 15,8 Prozent auf 17,5 Millionen Umsatz zu verbuchen. "Öffentliche Seminare", mit denen auch die "Marke Integrata" aufgebaut werden soll, glänzten mit einem Plus von 22,4 Prozent auf 30,4 Millionen Mark. Der größte Umsatzbringer pro Auftrag sind aber Heilmann zufolge "Qualifizierungsprojekte" in Großindustrie, Banken und Versicherungen. Allein acht solcher Kunden brachten mehr als fünf Millionen Mark in die Kasse der Schwaben.

Das größte Wachstumspotential für seinen Schulungskonzern sieht Vorstandschef Wächter nach wie vor im SAP-Umfeld. Der Integrata-Chef ist überzeugt, daß dieser Trend mindestens noch drei Jahre anhält - von einer Sättigung des ERP-Marktes spüren die Schwaben also nichts. Weitere Renner bei den Integrata-Veranstaltungen sind derzeit die Themen Internet, Jahr 2000 und Euro sowie zunehmend auch das Personal-Management.

Erklärtes Ziel der Integrata AG ist es, unter die Top ten der deutschen Schulungsanbieter vorzustoßen. Den Markt insgesamt hat IDC für das kommende Jahr auf über 2,5 Milliarden Mark taxiert. In Deutschland tummeln sich derzeit rund 5000 einschlägige Anbieter, davon hätten aber weniger als zehn Prozent mehr als 25 Angestellte. Integrata Training arbeite indes mit über 200 festen und rund 800 freien Mitarbeitern; auch deshalb investieren die Integrata-Aktionäre in einen innovativen und zuverlässigen Wachstumswert, hieß es in Stuttgart. Der Kurs der Integrata-Aktie hat sich nach dem Einstieg der Franzosen bei rund 50 Euro stabilisiert.

Erreicht werden sollen die ehrgeizigen Geschäftsziele vor allem durch international ausgerichtete Aufträge. Ein entsprechendes Qualifizierungsprojekt läuft derzeit beispielsweise beim Chemiekonzern BASF, wo es um die Windows-NT- beziehungsweise Lotus-Notes-Schulung von 2000 Mitarbeitern in zehn Ländern geht. Noch bessere Chancen für solche Vorhaben verspricht man sich in Tübingen durch die eingangs erwähnte, seit Juli vergangenen Jahres bestehende Einbindung in die Unilog-Gruppe. Auf lange Sicht soll nämlich gemeinsam mit der Unilog-Schulungstochter sowie den Integrata-Töchtern in Österreich und der Schweiz ein europäischer Qualifizierungsverbund für IT-Trainer und -Berater entstehen.

*Gerda von Radetzky ist freie Journalistin in München.