Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Anwender über den Return on Investment von EAI-Projekten


15.03.2002 - 

Integration auf dem Kostenprüfstand

MÜNCHEN (as) - Die Integration von Unternehmensanwendungen, neudeutsch Enterprise Application Integration (EAI), soll zu geringeren IT- und vor allem Prozesskosten führen. Doch bisher lässt sich nur annäherungsweise vorhersagen, ob sich solche Projekte auszahlen.

Ziel eines EAI-Projekts ist es, neue Geschäftsinitiativen wie etwa Projekte für das Kunden-Management umsetzen zu können, Geschäftsprozesse zu optimieren sowie Anwendungsdaten aus heute oft noch isolierten Systemen herauszuholen. In der Praxis ist es jedoch schwer, die durch ein EAI-Projekt bewirkten Einsparungen vorab klar zu beziffern. Genau dies jedoch wird nach Ansicht der Meta Group mittlerweile von den verantwortlichen CIOs verlangt. Die allgemeine Wirtschaftsflaute, so die Marktforscher, bringe alle IT-Vorhaben auf den Prüfstand und verlange auch für EAI eine klarere Aussage zum erhofften Return on Investment (RoI).

Zwar nehmen EAI-Initiativen aufgrund ihrer strategischen Bedeutung einen "sicheren Platz" im IT-Portfolio ein, und auch die durchschnittlichen Projektkosten lassen sich laut Meta mit mindestens 500000 Euro relativ genau bestimmen. Eine Vorhersage des RoI, also der Amortisation von EAI-Investitionen und der damit verbundenen Kosteneinsparungen, sei hingegen sehr viel schwerer zu bewerkstelligen. Um sich dennoch ein Bild zu verschaffen, ist es laut Meta-Analystin Anita Liess wichtig, bei den Kosteneinsparungen zu unterscheiden, ob sie der IT-Abteilung zugute kommen oder sich aus der Optimierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen ergeben.

Der Gewinn liegt in den ProzessenEine aktuelle Meta-Umfrage unter 62 deutschen Unternehmen zeigte hierzu, dass sich zwischen den Erwartungen der Geschäftsleitung und den konkreten Resultaten zum Teil erhebliche Abweichungen ergeben (siehe Grafik). Zum Teil liefen die Projekte erfolgreicher als zuvor angenommen. Insgesamt jedoch zeigte die Befragung, dass die Hälfte der Vorstände mit jährlichen IT-Kosteneinsparungen von elf bis 20 Prozent gerechnet hatte, aber nicht einmal ein Drittel der Unternehmen diese auch erzielte. Die Mehrheit der Befragten konnte ihre IT-Kosten durch EAI nicht einmal um zehn Prozent drücken.

Anders sah es hingegen bei der jährlichen Kostenreduktion durch die mit der EAI-Maßnahme verbundene Prozessoptimierung aus. Hier hatten nur sieben Befragte mit Einsparungen von 21 bis 40 Prozent gerechnet. Tatsächlich konnten sich aber 15 über solche Werte freuen.

Meta-Analystin Liess zieht aus diesem Ergebnis den Schluss, dass vor allem in der Optimierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse das eigentliche, weitgehend noch unterschätzte Einsparpotenzial von EAI liegt. Dieser Aspekt werde künftig in den Kalkulationen der Unternehmen eine zentrale Rolle einnehmen.

Liess erwartet, dass die Anbieter hierzu Berechnungsmodelle entwickeln, die in erster Linie Standardprozesse auf Grundlage von Standard-Applikationsarchitekturen abbilden. Diese seien für Trendaussagen oder als Vorgabe einer Größenordnung geeignet. Da jedoch in der Praxis EAI mit extrem vielen Annahmen verbunden ist, sei es wahrscheinlicher, dass IT-Organisationen zusammen mit Beratungsunternehmen ihre eigenen, spezifischeren Modelle ausarbeiten müssen.

Kostenfaktoren für EAILaut Meta senkt EAI die IT-(Betriebs)-Kosten durch:

- einen erheblich geringeren Schnittstellen-Verwaltungsaufwand (Metrik: Material & Arbeitskosten vorher/nachher),

- den Wegfall der hohen Integrationsdienstleistung vor Einsatz neuer Applikationen sowie

- ein zentrales System-Management und die Sicherstellung (Persistence) der ausgelösten Transaktionen.

Die Folgen sind:

- geringerer IT-Headcount oder Freisetzung von Mitarbeitern für "höherwertigere" Tätigkeiten,

- kürzere Implementierungszeiten und Steigerung der Produktivität in der IT sowie

- flexiblere und reaktionsfähigere Applikationsplattform gegenüber Veränderungen.

Die Kosten der Geschäftsprozessoptimierung und -automatisierung verringern sich durch:

- automatisierte und optimierte und medienbruchfreie Geschäftsprozesse.

Dies hat zur Folge,

- dass sich Antwort- und Durchlaufzeiten erhöhen (Metrik: Prozessdauer vorher/nachher hinsichtlich Zeitaufwand und Arbeitskrafteinsatz) und

- die Produktivität in der IT, in den einzelnen Bereichen und für den einzelnen Mitarbeiter steigt.

Wichtige Faktoren für eine RoI-Berechnung sind zudem die höhere Kundenzufriedenheit und damit die verbesserte Kunden- und Partnerbindung (Customer Retention), die wiederum die Umsätze steigern kann.

Abb: Erwartete und tatsächliche Einsparungen

Befragt wurden 62 deutsche Unternehmen aus den Branchen diskrete und prozessorientierte Fertigungsindustrie, Handel, Finanz und andere Dienstleistungsunternehmen. Quelle: Meta Group Deutschland, Datenerhebung durch Tech Consult; Basis: 62 Unternehmen