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07.03.2003 - 

Messe-Rundgang: E-Procurement-Software

Integration groß geschrieben

HANNOVER (fn) - Der Markt für E-Procurement-Software umfasst Bestellsysteme, Katalogwerkzeuge sowie Programme zum Lieferanten-Management. Vermehrt offerieren Spezialanbieter Produkte, die sich in gängige ERP-Lösungen einbinden lassen.

Unternehmen setzen große Hoffnungen in das elektronische Beschaffungswesen, um die Vorgangskosten zu senken und Abläufe zu beschleunigen. Waren es anfangs Spezialanbieter, die elektronische Bestellsysteme (E-Procurement-Systeme) feilboten, haben mittlerweile viele Hersteller von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware (beispielsweise SAP, Baan, Oracle und Peoplesoft) solche Tools im Programm. Andere, meist kleinere Firmen haben sich auf Werkzeuge zum Bau von Online-Katalogen fokussiert. Ihre Tools lassen sich in die Bestellprogramme der Applikationslieferanten beziehungsweise der E-Procurement-Spezialisten einklinken.

Mehr als nur Bestellsystem

Elektronische Einkaufslösungen umfassen heute nicht mehr nur die reine Bestellabwicklung, sondern gestatten es darüber hinaus, Lieferanten auszuwählen beziehungsweise Bedarfe im Rahmen einer Internet-Auktion auszuschreiben (Sourcing). Vermehrt stellen sie Funktionen bereit, um Lieferantenverträge zu verwalten. Da diese Funktionen weit über das bloße Bestellen aus einem Lieferantenkatalog hinausgehen, vermarkten die Hersteller ihre Software nun unter dem Label "Supplier-Relationship-Management" (SRM). So bietet beispielsweise das in Stuttgart ansässige Softwarehaus Onventis (Halle 5, Stand E67) mit "Trade Core SRM" eine Software an. Die Firma verspricht Kunden eine integrierte Umgebung, die Ordering- und Sourcing-Funktionen abdeckt. Zum Sourcing zählt, Verträge mit Lieferanten auszuhandeln, Ausschreibungen zu erstellen sowie eingehende Angebote auszuwerten. Das Ordering-Modul erlaubt die Web-basierende Warenbestellung und Rechnungsprüfung. Über die Komponente "Lieferanten Self-Service" können Zulieferer auf Ausschreibungen zugreifen, ihre Angebote einstellen sowie den Bearbeitungsstand von Bestellungen einsehen. Ferner haben sie die Möglichkeit, ihre Katalogdaten zu übermitteln, um den Abnehmern mit aktuellen Produkt- und Preisinformationen zu versorgen.

Speziell auf SAP-Kunden konzentriert sich die in Paderborn beheimatete Wallmedien AG. So stellt das Unternehmen Anwendern der Software "Enterprise Buyer Professional" (EBP) beispielsweise Kataloge zur Verfügung. Entweder liefert Wallmedien dabei Inhalte, die in die Katalog-Engine des SAP-Produkts eingestellt werden, oder der Kunde erwirbt die Engine von Wallmedien, die sich in EBP integrieren lässt. Der Anbieter hat die Erfahrung gemacht, dass Firmen oft ein E-Procurement-Projekt mit einigen wenigen Lieferanten beginnen, dabei bleibe es dann jedoch, da die Einbindung weiterer Supplier sehr aufwändig ist. Mit "Catpool" bietet Wallmedien eine Datenbank, in der 600 Lieferanten verzeichnet sind. Darin ist unter anderem aufgeführt, welche Produkte die Händler in elektronischen Katalogen zur Verfügung stellen können und in welchen Formaten. Bei einem konkreten Projekt prüft das Tool, welche der von dem Anwenderunternehmen gewünschten Lieferanten bereits im Catpool verzeichnet sind. Bereits bekannte Firmen können auf diese Weise ohne großen Aufwand in die E-Procurement-Umgebung eingebunden werden, verspricht Wallmedien.

Eingebettete Workflows

Für das SAP-Umfeld hat auch Heiler Software (Halle 4, Stand F47) Produkte entwickelt. Der "Premium Business Catalog" ist für große Unternehmen konzipiert worden. Das Tool lässt sich über das "Open Catalog Interface" in R/3-Systeme integrieren. Außerdem hat Heiler Schnittstellen zu den E-Procurement-Systemen von IBM, Oracle, Commerce One und Ariba geschrieben. Mit dem "Premium Catalog Manager" können Unternehmen Kataloge verwalten, die sie im Intranet oder auf Marktplätzen betreiben. Das Produkt verfügt über ein Versionierungskonzept. Ein mitgeliefertes Workflow-System gestattet das Steuern der Beschaffungsvorgänge, etwa Freigaben durch Vorgesetzte. Zudem bietet das Programm Funktionen, um Lieferantendaten einzubinden. Eine Ergänzung zur Supplier-Integration ist "Premium Content Exchange". Über dieses Web-Portal können Lieferanten Katalog-Updates übermitteln, die Software prüft die Daten auf ihre Gültigkeit.

Der Spezialist für Katalogprogramme Jcatalog Software AG (Halle 6, Stand D25) aus Dortmund hat seine gleichnamige Software ausgebaut: Sie unterstützt nun auch Produktdaten aus der Konsumgüter- und der Automobilzulieferindustrie.

Über Detailverbesserungen hinaus gehen die "X-Solutions" von Poet Software aus Hamburg. Der Hersteller bietet eigenen Angaben zufolge nun Funktionen zur Steuerung des Datenaustauschs zwischen Lieferanten und Marktplätzen beziehungsweise einkaufenden Unternehmen. Poet hat sein bestehendes Workflow-System erweitert, um eine automatische Synchronisierung zwischen den Katalogsystemen der Supplier und den Bestellkatalogen der Einkäufer zu realisieren. Die Vorgangssteuerung, also die Art, wie Lieferanten Katalogdaten versenden und wie diese überprüft und validiert werden, können die Anwender über grafische Werkzeuge festlegen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die X-Solutions an bestehende Workflow-Tools etwa aus dem SAP-Umfeld anzubinden. Zunächst liefert Poet eine Version für Websphere und DB/2 von IBM aus. Varianten für Oracle und Bea Systems sollen folgen.

CeBIT versus E-Procure

Zwar geben sich auf der CeBIT einige Hersteller aus dem Bereich E-Procurement ihr Stelldichein, doch dem Vernehmen nach messen manche Firmen der Fachmesse E-Procure (5. bis 7. Mai, Messe Nürnberg) eine größere Bedeutung bei. "Der IT-Leiter fährt zur CeBIT, der Einkaufsleiter zur E-Procure", stellt Andreas Knepper fest, Sprecher der Wallmedien AG aus Paderborn. Die Produktentscheidung treffe jedoch eher der Beschaffungs-Manager. Die Wichtigkeit der E-Procure stellt Onventis-Sprecher Gunnar Dörken zwar nicht in Frage, jedoch sei die Nürnberger Fachmesse in erster Linie eine regionale Veranstaltung: "Interessenten aus dem Norden treffen wir dort kaum."

Aussteller

Cacontent GmbH, Halle 5, Stand E18

(Partnerstand Intershop)

Heiler Software AG, Halle 4, F47

Jcatalog Software AG, Halle 6, G 40

Onventis GmbH, Halle 5, E67

Poet Software GmbH, Halle 3, D25

Wallmedien AG, Halle 4, D12

(Partnerstand SAP)

Web2cad AG, Halle 6, C10

(Partnerstand IBM)