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Enterprise Resource Planning (ERP)

Integration und Preiskampf prägen ERP-Szene

12.03.2004
HANNOVER (ba) - Anbieter wie SAP, Microsoft, Oracle und Peoplesoft rangeln derzeit um die beste Ausgangsposition im weltweiten Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Geschäft. Der Preiskampf zwischen Microsoft und SAP im Mittelstandsmarkt sowie die anhaltende Übernahmeschlacht zwischen Oracle und Peoplesoft beherrschen die Schlagzeilen. Doch während die Großen hauptsächlich durch Säbelrasseln auf sich aufmerksam machen, präsentieren die kleinen Anbieter die Neuheiten. Vor allem in Sachen Open Source tut sich einiges im ERP-Markt.

Die SAP stellt ihren diesjährigen Messeauftritt unter das Leitmotto "Experience Integration". Dabei soll es sich in erster Linie um die Integration bestehender und neuer Anwendungen drehen. Um diesen Ansatz auf der CeBIT 2004 zu demonstrieren, verlassen sich die Walldorfer auf bereits bekannte Plattformen und Architekturen. Über mögliche Ankündigungen, neue Produkte und Strategien wollten die Verantwortlichen im Vorfeld der Messe nichts verraten.

Im Zentrum von SAPs Integrationsstrategie steht die Infrastrukturplattform "Netweaver". Der Softwarehersteller aus dem Badischen verspricht seinen Kunden damit die nahtlose Integration von SAP- und Fremdsystemen. Die Plattform diene als Fundament für die "Mysap-Business-Suite", "Mysap-ERP" sowie die X-Apps, beschreiben die Verantwortlichen die Bedeutung von Netweaver. Das Kernsystem in SAPs Anwendungsportfolio bildet der R/3-Nachfolger Mysap-ERP. Damit sollen Anwender alle notwendigen Werkzeuge zur Verwaltung, Steuerung und Analyse von Unternehmen an die Hand bekommen.

Netweaver steht im Mittelpunkt

SAP wird sein breit gefächertes Angebot nach Fokustagen geordnet präsentieren. Den Auftakt bilden am 18. März die Bereiche ERP, Personalwirtschaft und Finanzen. Tags darauf stehen die Mysap-Business-Suite sowie Customer-Relationship-Management- (CRM-) und Supply-Chain-Management-(SCM-)Lösungen im Mittelpunkt. Nach dem Wochenende bildet am 22. und 23. März die Netweaver-Plattform den Fokus der SAP-Präsentationen. Daneben berichten die Verantwortlichen am Montag zusätzlich über bereichsübergreifende Cross-Applications und X-Apps sowie am Dienstag über das Segment Business Intelligence (BI).

Weitere Schauplätze von SAPs CeBIT-Auftritt sind Halle 11, Stand D59, wo der ERP-Anbieter seine Lösungen für den öffentlichen Sektor präsentiert, und Halle 18, Stand EG A24. Dort will der Softwareanbieter sein Anwendungsportfolio für Finanzdienstleister zeigen.

Auch Microsoft hält sich im Vorfeld der CeBIT mit Ankündigungen aus seinem "Microsoft-Business-Solutions"- (MBS-)Bereich zurück. Der weltgrößte Softwarehersteller wird auf rund 4000 Quadratmetern in Halle 4, Stand A38 unter dem Motto "Integrierte Innovation" seine Unternehmenslösungen vorstellen. Einen Schwerpunkt sollen dabei rund 40 Partner bilden, die Branchenlösungen für den Mittelstand zeigen werden, heißt es in einer Mitteilung des Softwarekonzerns. Ein weiterer Fokus werde auf den im Januar dieses Jahres herausgebrachten CRM-Lösungen liegen.

Während sich auf der Produktseite kaum Neuerungen abzeichnen, sorgten die MBS-Verantwortlichen einen Monat vor der CeBIT mit einem Sonderangebot für Aufsehen. Bis Juni 2004 soll ein vergünstigtes Navision-Paket mit Basisfunktionen zu haben sein. Preis pro Arbeitsplatz: 1950 Euro. Da in der Vergangenheit viele Funktionen in die ERP-Software eingeflossen seien, hätten viele Partner an den damit verbundenen höheren Preisen zu knabbern gehabt, begründet Jürgen Baier, Managing Director bei MBS, die Initiative. Branchenbeobachter werten das Angebot als Kampfansage an SAP sowie Sage KHK und erwarten auf der CeBIT die Antwort der Wettbewerber.

Während SAP bislang nicht reagierte, zeigte sich Peter Dewald, Deutschland-Chef von Sage KHK, gelassen. Die Preisinitiative Microsofts richte sich in erster Linie gegen SAP. Der Softwareanbieter legt den Fokus seines Messeauftritts in Halle 5, Stand F18 auf die Integration der CRM-Lösung "Sales Logix" in die "Office-Line"-Produktlinie. Die Koppelung funktioniert über den "Application Integration Server" (AIS). Mit "Office Line Produktion" zeigt Sage KHK eine Lösung für die Planung und Steuerung von Fertigungsprozessen. Die Software basiert auf dem Warenwirtschaftssystem Office Line, das auf der CeBIT in der neuen Version 3.2 präsentiert werden soll. Damit will Sage nach eigenen Angaben auch größere mittelständische Unternehmen adressieren.

In Halle 5, Stand C04 präsentiert sich nach der Übernahme von J.D. Edwards im vergangenen Jahr die "neue Peoplesoft". Dreh- und Angelpunkt dabei soll der Realtime-Enterprise-Ansatz des Herstellers sein. Peoplesoft will ferner erste Ergebnisse seiner Total-Ownership-Experience-(TOE-)Initiative zeigen. Damit hatte der Anbieter im vergangenen Jahr an sich selbst den Anspruch gestellt, den Wert seiner Anwendungslösungen für die Kunden zu steigern. Jetzt werden die Verantwortlichen belegen müssen, ob sie diesem Anspruch gerecht werden. Welche konkreten Neuigkeiten in Sachen Produktentwicklung und Funktionen auf die Anwender zukommen, will der Hersteller erst auf der Messe verraten. Geplant seien neue intuitive Benutzeroberflächen, integrierte Middleware sowie automatisierte Implementierungs- und Wartungsfunktionen für die Pakete "Enterprise", "Enterprise One" und "World". Neben den Diskussionen zum Produktportfolio wird sich Peoplesoft wohl auch vielen Fragen zur Übernahmeschlacht gegen Oracle stellen müssen. Oracle selbst ist mit keinem eigenen Stand vertreten.

Während die Ankündigungen der großen ERP-Anbieter im Vorfeld der Messe wenig Neues vermuten lassen, herrscht bei den kleineren Firmen mehr Bewegung. Vor allem Open-Source-Strategien treiben die Softwarehäuser um. So wird der in München ansässige ERP-Anbieter Soft M in Hannover (Halle 5, Stand A37) erstmals einen Linux-Prototypen seiner "Soft-M-Suite" zeigen. Damit unterstütze man nach den I-Series-Rechnern von IBM und Windows die dritte relevante Systemplattform für den Mittelstand, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung des Herstellers. Noch 2004 soll das Linux-basierende ERP-System für alle Anwendungsbereiche mit einer darunter liegenden Oracle-Datenbank zum Vertrieb freigegeben werden. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Bedeutung von Linux in mittelständischen Unternehmen stark zunehmen wird.

Neben der Linux-Version ihrer ERP-Suite zeigen die Münchner verschiedene Erweiterungen für ihre Business-Applikationen. So können Anwender künftig beispielsweise über eine XML-Schnittstelle ein Labor-Informations-Management-System (Lims) anbinden. Damit sollen sich alle im Laborumfeld anfallenden Prozesse abbilden lassen, von der Proben- und Messwertaufnahme über das Abfassen der Berichte bis hin zur Rechnungsstellung.

Auf Linux-Kurs ist auch die Wilken GmbH aus Ulm. Der Softwareanbieter hat seine eigene IT-Infrastruktur auf das Open-Source-System umgestellt. Damit sollen die Kosten gesenkt und den Kunden die entsprechende Migrationskompetenz demonstriert werden. Nach eigenen Angaben spart Wilken in den nächsten fünf Jahren rund 400000 Euro ein. 20 Prozent der eigenen Kunden würden mit dem Gedanken spielen, auf Linux umzusteigen. "Das System von Microsoft ist praktisch tot", lehnt sich Wilken-Geschäftsführer Andreas Lied weit aus dem Fenster.

Neben der eigenen Linux-Kompetenz zeigt Wilken auf der CeBIT in Halle 5, Stand C38 ein neues Tool zum Anwendungsdesign. Damit sollen Entwickler Fachobjekte einer Applikation sowie deren Zusammenhänge einfacher strukturieren können. Das auf Java basierende Werkzeug beinhaltet ferner einen grafischen Maskendesigner, der die Oberflächen in einer XML-Beschreibung speichert.

Abas pocht auf Linux-Tradition

Eine lange Tradition in Sachen Linux hat nach eigenen Angaben bereits die Abas Software AG. Neben Windows und Unix unterstütze der Anbieter seit 1995 Linux im Server-Betrieb, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung. Seit dem vergangenen Jahr unterstützten die Abas-Applikationen das Open-Source-System auch auf der Client-Seite. Rund 50 Prozent der über 1400 Installationen liefen bereits auf Linux-Servern.

In Halle 5, Stand A18 zeigen die Abas-Verantwortlichen verschiedene Web-Anwendungen für die Fertigungslösung "Abas ERP" sowie die Handelsvariante "Abas-Trade". Damit sollen die Anwender via Internet auf die Business-Applikationen zugreifen können. Daten zu Lagerbeständen, Verfügbarkeiten sowie technische Zeichnungen und Umsatzzahlen ständen permanent online zur Verfügung. Das Design der Web-Anwendungen lasse sich problemlos an die jeweilige Firmen-Corporate-Identity (CI) anpassen.

Die Bäurer GmbH (Halle 5, Stand A36) plant, ihre neue "Dynamic"-Generation der "B2"-Produktreihe vorzustellen. Die plattformunabhängige Lösung läuft auf Windows-, Linux- und Apple-Rechnern. Bestehende Unternehmensanwendungen sollen sich einfach an das ERP-System anbinden lassen. Außerdem will das in Donaueschingen ansässige Softwarehaus das neue Release 4.4 des Basissystems vorstellen.

Keine Frage: Plattform

Die Command AG präsentiert in Halle 5, Stand A38 für ihre "Oxaion"-ERP-Lösung eine Client-Anbindung unter Linux und Mac OS. Eine weitere Neuerung ist die auf IBMs Websphere basierende Portallösung "Oxaion Portal". Über einen Browser und den in der ERP-Lösung integrierten Websphere Application Server (Was) stehen den Anwendern verschiedene Portlets zur Verfügung, die den Nutzern die gewünschten Daten und Anwendungen liefern. Ebenfalls neu ist das "Integrated Relationship Management" (IRM) in Oxaion. Das Tool bietet den Anwendern verschiedene Möglichkeiten, Beziehungen zu Geschäftspartnern zu strukturieren. IRM verwaltet laut Anbieter alle relevanten Kunden-, Interessenten- und Lieferantendaten.

IFS verspricht geringere Kosten

Der ERP-Anbieter IFS stellt den Kostenaspekt in den Mittelpunkt seines Messeauftritts (Halle 5, Stand A17). Unter dem Motto "It''s easier" will man seinen Kunden Möglichkeiten demonstrieren, mit Hilfe der komponentengestützten ERP-Lösung "IFS Applications 2004" die IT-Kosten zu senken. So soll beispielsweise mit Hilfe der IFS Service Oriented Component Architecture die Integration mit anderen Business-Applikationen verbessert werden. Darüber hinaus verspricht der Anbieter, mit dem verstärkten Einsatz von .NET-, J2EE- und Soap-Techniken die Implementierung seiner Software zu vereinfachen. Neben den neuen Aspekten der Softwarebasis präsentieren die Verantwortlichen auf der CeBIT ihre Branchenlösungen. In Deutschland konzentriert sich IFS auf die Bereiche Automotive, Hightech, Industrial Manufacturing sowie Rail & Transit.

Die Infor Business Solutions AG zeigt in Halle 5, Stand D28 die aktuelle Version 6.3 der ERP-Komplettlösung "infor:com". Das komponentenbasierende System besteht laut Hersteller aus in sich gekapselten Funktionsbereichen. Diese Architektur verbessere die Stabilität und Wartbarkeit der ERP-Lösung, heißt es in einer Mitteilung des Softwareanbieters. Außerdem könnten neue Funktionen und damit zusätzliche Geschäftsprozesse flexibel in das System integriert werden.

Infor:com unterstützt Standards wie Web-Services, HTTP und XML-Datenstrukturen. Anwender können das System unabhängig von Datenbank und Betriebssystem auf allen gängigen Plattformen einsetzen.

Während sich viele kleinere ERP-Anbieter in Richtung Linux bewegen, bleibt die AP AG (Halle 4, Stand F70) ganz auf Microsoft-Kurs. So basiert die neue Version 4.0 von "P2-Plus" auf Microsofts .NET-Architektur und integriert die aktuellen XML- und Web-Services-Standards. Was das Look and Feel betrifft, fügt sich die ERP-Applikation nahtlos in Microsoft-Produkte wie Windows und Office ein. Mit der Integration von Microsofts Reporting Services verspricht der Hersteller verbesserte Controlling-Funktionen seiner Business-Anwendung. An neuen Funktionen bietet AP außerdem eine Stücklistenschnellerfassung, Betriebsmittelverwaltung sowie eine Online-Kommissionierung. So können Anwender auch über mobile Datenerfassungsgeräte unter Windows Pocket PC mit WLAN-Anschluss online auf alle P2-Plus-Daten zugreifen.

Die Proalpha Software AG verspricht den Besuchern in Halle 3, Stand C17 neue Entwicklungen rund um die namensgleiche ERP-Software. Eine neue Version kann der in Weilerbach ansässige Hersteller jedoch nicht präsentieren. Vielmehr sollen in diesem Jahr Praxiserfahrungen mit dem zur CeBIT 2003 vorgestellten Release 4.2 im Mittelpunkt stehen, das sich in erster Linie durch Funktionen wie Ressourcenplanung und Advanced Planning and Scheduling (APS) von den Vorgängern unterscheidet. Neben der Produktabteilung wird das vor einem Jahr gestartete Tochterunternehmen Proalpha Consulting AG eine Zwischenbilanz ziehen.

Wegweiser

Abas Software AG: Halle 5, Stand A18

AP AG: Halle 4, Stand F70

Bäurer GmbH: Halle 5, Stand A36

Command AG: Halle 5, Stand A38

IFS: Halle 5, Stand A17

Infor: Halle 5, Stand D28

Microsoft: Halle 4, Stand A38

Peoplesoft: Halle 5, Stand C04

Proalpha Software AG: Halle 3, Stand C17

Sage KHK: Halle 5, Stand F18

SAP AG: Halle 4, Stand D12, D28, G37/38, G47/48; Halle 11, D59; Halle 18, EG A24

Soft M: Halle 5, Stand A37

Wilken GmbH: Halle 5, Stand C38