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16.04.1982 - 

Siemens wird das Softwareentwicklungssystem "Tom" mit weiteren Tools ausstatten:

Integration vermeidet technologische Brücke

Der Schritt vom Einzelwerkzeug zum Werkzeugverbund brachte auf dem Gebiet der mechanischen Fertigung den Schritt von der Werkstattfertigung zur Industriellen Produktion. Den Toolmanager "Tom" sieht Siemens als einen Beitrag zur industriellen Produktion für den Sektor der Softwareentwicklung. Mit "Tom" steht ein geschlossenes System zur Softwareentwicklung auf der Basis des BS2000 zur Verfügung.

Erhebungen und Prognosen von IDC, und GMD2 zeichnen auf dem Sektor der Softwareentwicklung folgendes Bild:

1. Die Personalkosten werden bei den Anwendern durch Ausweitung der Softwareentwicklung und -wartung weiter steigen. IDC prognostiziert einen Faktor drei für den Zeitraum 1979 bis 1984.

2. Die Erstellung individueller Software wird in absehbarer Zeit nach wie vor weit vor der Standardsoftware rangieren. Über 85 Prozent der Aufwendungen bei Neurealisierungen entfallen bei mittleren bis großen Anwendern 1982 auf individuell entwickelte Anwendersoftware (GND-Bericht 134, 1980). Die "Software-Lücke" wird durch Ankauf von Manpower gefüllt.

Die GMD-Studie zeigt, daß die Anwendung von methodischen Werkzeugen für die Softwareentwicklung relativ wenig verbreitet ist. Als wichtige Ursachen hierfür nimmt man an, daß

- die Werkzeuge zu komplex in der Anwendung sind,

- kaum geschlossene Lösungen für Werkzeugsysteme existieren,

- keine allgemein anerkannte Methodik vorhanden ist.

Siemens hat heute bei seinen Kunden einige Software-Tools über 500 mal eingesetzt. Dabei ergeben sich folgende Erfahrungen:

- Einen breiten Einsatz können mit Werkzeuge finden, die von der Methode und von der Handhabung bei einfach einzufahren sind.

- Methoden, Werkzeuge, Compiler, Bibliotheken und Testhilfen sind vom Arbeitsvorgang her als geschlossenes Paket zu sehen.

- Eine Arbeitsweise ohne "technologische Brüche" erreicht man nur, wenn alle Phasen einer Software-Entwicklung vom Entwurf bis zum Test auf einem Rechnersystem ablaufen und das Entwicklungssystem in daß Betriebssystem integriert ist.

Diese Gedanken lagen der Entwicklung des Toolmanagers zugrunde. Tom unterstützt bewährte Methoden unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche. In der Praxis akzeptierte Tools sind in diesem System integriert und mit neuen Funktionen verknüpft.

Der Toolmanager ist heute schwerpunktmäßig für die Programmentwicklung in Cobol vorgesehen und umfaßt folgende Funktionen:

- Editieren von Quellprogrammen, Pseudo-Code und Texten mit einem benutzerfreundlichen Editor.

- Entwerfen, Analysieren und Testen von Programmen und wahlweise Pseudo-Code gemäß den Prinzipien der strukturierten Programmierung unter Einschluß der Entscheidungstabellentechnik.

- Automatische Umsetzung des Pseudo-Codes einschließlich Entscheidungstabellen in Code sowie die Durchführung von Vollständigkeits- und Widerspruchsprüfung.

- Übersetzen, Binden, Laden oder Testen von Moduln und Komponenten mit der interaktiven Testhilfe unter Tom.

Basiskomponenten des Systems, wie Editoren, Compiler, Ablaufver-Ablauf an. Von den Systemkomponenten, wie Vorübersetzer oder Compiler, werden die jeweils nötigen formalen oder syntaktischen Prüfungen durchgeführt. Wenn das System auf einen Fehler stößt macht es den Programmentwickler darauf aufmerksam und erwartet von ihm die Anweisungen zur weiteren Vorgehensweise.

Der Toolmanager ist durch folgende Eigenschaften charakterisiert:

- Menütechnik folger, Werkzeuge zur Strukturierung, Bibliothekssystem, haben sich als Einzelwerkzeuge bewährt.

Im nächsten Schritt werden Werkzeuge zur Textverwaltung und Text Aufbereitung, zur Erstellung vom Bildschirmmasken und ein Werkzeug zur Generierung von individuellen Programmrahmen, etwa für Realzeitprogramme und Assembler Programmierung integriert.

Offerte vom System

Der Toolmanager sorgt dafür, daß der Programmentwickler durch Menütechnik durch die Entwicklung schleifen (Entwerfen, Programmieren, Testen) geführt wird. Der Ablauf: im Testzyklus erfolgt nach Wahl automatisch. Der Toolmanager bietet dem Programmentwickler die jeweils sinnvollen Komponenten im:

- Einheitliche Benutzeroberfläche bei allen Funktionen

- Standardisierter Arbeitsablauf mit der Möglichkeit der individuellen Anpassung

- Geschlossenes System vom Programmdesign bis zum Test

- Strukturierter Programmentwurf mit schrittweiser Verfeinerung

- Entwurf sind Dokumentation aus einer Quelle

- Automatisierte Dateihaltung

- Stufenweiser Ausbau

Diese Eigenschaften führen

- zum leichten Einstieg in das Software-Engineering

- zur kurzen Einarbeit in die Hantierung der beteiligten Komponenten

- zu steigender Produktivität durch Standardabläufe in Dialogentwicklung, -test und -wartung.

* Dr. Friedrich Kaufmann ist Hauptgruppenleiter für Softwareentwicklungsdokumentation im Unternehmensbereich Datentechnik der Siemens AG, München.

_AU:Dr. Friedrich Kaufmann