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19.06.1987 - 

Steigende Rechenleistung bei fallenden Preisen:

Integration wird zum Schlüsselfaktor

In der guten alten Zeit der Datenverarbeitung war es noch leicht. Computer zu klassifizieren. Es gab Minicomputer und Großrechner, die Trennungslinie war klar. Bis auf der einen Seite die Mikrocomputer kamen und auf der anderen Seite die Minis in die Großrechnerdomäne vordrangen. Aber ein Mikrocomputer ist letztlich auch nichts anderes als ein etwas höher Integrierter Minicomputer.

Die Unterscheidung erfolgt mangels anderer Kriterien über das Merkmal Ein- oder Mehrplatzsystem. Beide sind nach wie vor Universalrechner nach dem guten alten Von-Neumann-Konzept, für das nach wie vor keine nennenswerte Alternative in Sicht ist.

Das größte Wachstum erleben wir im Bereich der Einbenutzersysteme. Man unterscheidet hier zwischen Heimcomputern, Personalcomputern und Arbeitsplatzstationen, oder "neudeutsch" Workstations - eine überaus willkürliche Unterscheidung, da sie nicht prinzipieller, sondern lediglich quantitativer Art ist.

Einbenutzersysteme zeichnen sich dadurch aus, daß die Mensch-Maschine-Schnittstelle über die alphanumerische Darstellung hinaus auf grafische Darstellung erweitert ist. Da dies mit einem nicht unerheblichen Anspruch an die Leistungsfähigkeit der CPU und des Grafikprozessors einhergeht, die Halbleitertechnologie gleichzeitig entsprechende Chips entwickelt und produziert, ist hier eine Leistungsexplosion zu erkennen, die bis vor kurzem für Einbenutzersysteme völlig undenkbar war.

So geht heute bereits die Rechenleistung einiger solcher Einplatz-Workstations deutlich über die einer VAX-11/780 hinaus, die immerhin rund acht Jahre das Spitzenmodell von DEC darstellte und von deren Rechenleistung 60 und mehr Benutzer profitierten.

Der CAD/CAM-Markt als Ausgangspunkt

Workstations fanden Anfang der 80er Jahre zunächst reißenden Absatz im CAD-Markt. Pioniere waren hier interessanterweise nicht die etablierten Computerhersteller, sondern Firmen wie Apollo und Sun (deren Firmengründer bezeichnenderweise jedoch von diesen etablierten Computerherstellern kamen). Als CPUs kamen Chips von Intel und/oder Motorola zum Einsatz, das Manko des nicht vorhandenen Betriebssystems wurde durch Unix ausgeglichen. Eine ausgeklügelte Windowtechnik machte den Umgang mit diesen Systemen effizient. Für die nicht-technische Welt sorgte dann vor rund drei Jahren der Macintosh von Apple für eine neue Dimension der Benutzerfreundlichkeit.

Die Reaktion der etablierten Computerhersteller erfolgte mit gehöriger Verspätung und teilweise auch ziemlich kläglich. Inzwischen lassen sich drei erfolgreiche CPU-Lieferanten für Workstations ausmachen:

- Intel (80286, 80386)

- Motorola (68020, 68030)

- DEC (MV 11)

Während die Produkte der beiden erstgenannten Hersteller frei auf dem Markt erhältlich sind (noch jedenfalls), steht das dritte Produkt nur für Rechner von DEC zur Verfügung.

Die reine CPU-Leistung dieser Ein-Chip-Prozessoren wird in den nächsten Jahren zehn und mehr Mips erreichen. Entsprechend werden die Preise für heutige Workstations fallen. Dadurch konzentriert sich der Konkurrenzkampf zunehmend auf den Aspekt der Integration, der Vernetzbarkeit, der Einbindung in vorhandene Rechnerlandschaften.

Die Workstation wird zum "Dialogserver", der auf Anwendungen auf dem "Applikationsserver" zugreift, wobei ein lokales Netz (Ethernet mit 10 MBit pro Sekunde heute, FDDI mit 100 MBit pro Sekunde morgen) die "Dialogserver" mit den "Applikationsservern" transparent verbindet. Dateien und Datenbankinformationen sind über "Datenbankserver" netzwerkweit abrufbar. Die Kommunikation nach außen erfolgt über "Kommunikationsserver" für Datex-P und in Zukunft ISDN.

Das alles ist heute mehr oder weniger bereits realisiert, plattenlose Workstations haben diese Entwicklung eingeleitet. Standardisierte Schnittstellen (X-Windows, X.11) erleichtern die Bedienung, erweiterte Kommunikationsstandards (ODA/ ODIF) erlauben den Transport von integrierten Text-, Grafik- sowie Bilddokumenten über die Netze.

Anwendungssoftware und Netzwerkfähigkeit werden in verstärktem Maße das ausschlaggebende Argument bei der Systemauswahl sein. Die Fähigkeit des Herstellers, Systeme und nicht nur intelligente Standalone-Lösungen anzubieten, wird dann über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden.