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12.02.1988 - 

Einer der Kongresse wlederum der Software vorbehalten:

Integrations-Trend weicht Online-Konzept auf

HAMBURG (CW) - Weg von der Informationstechnik hin zum strategischen Informationsmanagement: Dieser Trend bestimmte auch den sogenannten "Software-Kongreß" der diesjährigen "Online". Unter dem Titel "lnformationsmanagement und Software-Strategie" ging es dort zumindest im gleichen Maß um Betriebswirtschaft wie um Software-Technik.

Auch in diesem Jahr widmete die vor allem als Communications-Messe bekannte "Online" einen ihrer sechs Kongresse einem Thema, das weder mit Datenfernübertragung noch mit Bürokommunikation zu tun hatte. Dieser "Software-Kongreß", so Albin Ockl, Geschäftsführender Gesellschafter der veranstaltenden Online GmbH, Velbert, fand heuer zum zweiten Mal in der elfjährigen Geschichte der "Online" statt.

Der Kongreß umfaßte insgesamt vier Symposien; zwei davon beschäftigten sich explizit mit dem Gebiet Unternehmensstrategie: "Informationsverarbeitung ist Vorstandssache" beziehungsweise "Vom Gesamtkonzept zur informationstechnischen Infrastruktur lautete das Motto. Die Themen der beiden anderen Vortragsreihen waren: "Standardsoftware in der Integration" und "Software-Engineering in der Bewährung".

Die begleitende Ausstellung spiegelte nach wie vor insbesondere die Schwerpunkte Telekommunikation und Bürovernetzung wider. Daneben waren einige PC-Anbieter vor allem mit Desktop-Publishing-Produkten vertreten. ] Die in den Symposien angesprochenen Bereiche Standardsoftware und Software-Engineering hingegen tauchten auf der Präsentationsfläche nur ganz marginal auf.

Auf den Software-Symposien kamen überwiegend Hersteller und Beratungsunternehmen zu Wort: Nur zwei der 27 Referenten konnten als Anwender sprechen. Horst Körzinger, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Bank für Gemeinwirtschaft (BfG), sollte den Dritten im Bunde spielen, hatte jedoch kurzfristig abgesagt - "reine Zeitgründe, erklärte Ockl. Überhaupt nicht vertreten waren die Universitäten.

Kongreßleiter Bernd Lantermann, Geschäftsleiter der Hamburger SCS GmbH, bedauerte vor allem die geringe Beteiligung von Rednern aus den Reihen der DV-Kundschaft, wies die Verantwortung dafür jedoch zurück: "Wir als Veranstalter setzen die Priorität eindeutig bei den Anwendern." Vermutlich seien die Call-for-Papers in erster Linie an bereits bekannte Referenten gegangen, so daß sie die User gar nicht erst erreicht hätten.

Online-Geschäftsführer Ockl geht nach seinen eigenen Worten davon aus, daß es für den Anwender schwer sei, "zu neuen Technologien, die vom Hersteller entwickelt wurden und die er erst erlernen muß, seine Meinung zu sagen". Lantermann hingegen gibt zu bedenken, daß die Referenten kein materielles Entgelt für die aufgewandte Zeit bekämen. Ein Hersteller oder Berater, so der SCS-Vorständler, ist da eher geneigt, die Möglichkeit für eine Präsentation des eigenen Hauses in die Waagschale zu werfen.

Gelegenheit zur Darstellung von Unternehmen und Produkten hatten die Firmensprecher zur Genüge, und sie scheuten sich auch nicht, davon Gebrauch zu machen. Einen Vortrag aus dem EDV-Studio Ploenzke über "objektorientierte Software-Entwicklung" beschloß beispielsweise der Hinweis auf ein Gemeinschaftsprojekt mit der Software AG, die gleich danach einen Vertreter in den Ring schicken durfte. Auf solches Entgegenkommen der Kongreßleitung gegenüber den Herstellern angesprochen, meinte Lantermann:" Ich halte das für legitim."

Daß er die "Online" nicht als reine Communications-Veranstaltung belassen habe, begründet Veranstalter Ockl mit der Tendenz zur Integration im gesamten DV-Bereich und einer entsprechenden Nachfrage des Publikums. Weit von sich weist der Online-Geschäftsführer die Vermutung, daß die breitere Themenauswahl als eine Ausschöpfung des Differenzierungspotentials gegenüber ähnlichen Veranstaltungen zu verstehen sei: "Wir grenzen uns von niemandem ab." Die Frage, ob er den begonnenen Weg fortsetzen wolle, bejaht Ockl hingegen: "Sicher - solange er Erfolg verspricht."

Präzise Antwort

In einem SPIEGEL-Gespräch äußerte sich der deutsche IBM-Chef Hans-Olaf-Henkel über die Gefahren für den Industriestandort Deutschland.

Auszug:

SPIEGEL: Hätten Sie eigentlich anderen Bundeskanzler, zum Beispiel Maggie Thatcher?

Henkel: Angesichts der in Großbritannien erreichten Standortvorteile glaube ich kaum, daß die Briten Frau Thatcher hergeben würden.

SPIEGEL: Wir wollen wissen, ob Sie einen anderen Kanzler haben wollen.

Henkel: In dieser Situation sollten wir Unternehmer den deutschen Bundeskanzler und die deutsche Bundesregierung unterstützen, um gemeinsam eine Offensive zum Standort Deutschland zu führen.