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Integrierte Informationsverarbeitung in allen Mittelbetrieben:DV bis 1985 Rationalisierungsschwerpunkt

26.09.1980

MÜNCHEN - Integrierte Kommunikations- und Informationssysteme werden 1985 in allen Mittel- und Großbetrieben zum Büroalltag gehören. Diese Annahme vertreten laut Infratest Experten auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, die das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut im Auftrag von drei Bundesministerien befragte, Die Tarifparteien sollten ihre Meinung über die Folgewirkungen des technischen Fortschritts In der Bundesrepublik bis 1985 äußern.

Während heute erst 23 Prozent aller Betriebe ab zehn Beschäftigen über eine eigene Datenverarbeitung verfügen, wird nach Ansicht der Experten die DV-Einführung in Kleinbetrieben den Schwerpunkt der Rationalisierungsinvestitionen darstellen. In einem ersten Scenario, das ein Wirtschaftswachstum von real drei Prozent Unterstellt, sind die Arbeitsplätze in Büros meist mit Bildschirm ausgestattet. Fast jeder Mittel- und Großbetrieb verfügt über Textautomaten, dezentralisierte Minicomputer und Telekommunikationsmittel. Die Angestellten kommunizieren mehr mit der Datenbank als mit ihren Kollegen. Die Zahl der zu bearbeitenden Vorgänge ist bis 1985 gestiegen. Im Büro kommt es zu erheblichen Personaleinsparungen.

Rund eine Million Arbeitskräfte werden insgesamt in Fertigung und Verwaltung freigesetzt, insgesamt stehen drei Millionen auf der Straße. Positive Beschäftigungsauswirkungen weist allein der Markt für DV-Fachkräfte auf. Gesellschaftliche Disparitäten, so das durch den "Technologie-Schock" gezeichnete Zukunftsbild, fördern autoritäre politische - Lösungen.

Neue Datentechniken im kaufmännischen Bereich bei zögernder Durchdringung des technischen Sektors kennzeichnen ein Zukunftsbild, das auf einem rückläufigen realen Wachstum mit einer Inflationsrate von zehn Prozent und etwa zwei Millionen Arbeitslosen beruht. Alle Branchen setzen 1985 integrierte Datensysteme im Materialwesen ein.

Auch in der dritten Zukunftsvision der befragten Experten steht die Rationalisierung im Büro im Vordergrund. Terminals, Schreibautomaten, teilweise auch integrierte Bürokommunikations- und Informationssysteme gehören zu den üblichen Ausrüstungsgegenständen. Weniger Angestellte leisten mehr als früher, die durchschnittliche Qualifikation stieg erheblich. Banken und Versicherungen, alle Büros von Groß- und teilweise auch von Mittelbetrieben haben Prozeßinnovationen eingeführt. Produktinnovationen sind besonders im Nachrichtenbereich zu erwarten, folgert das Institut aus seinen Befragungen. Dieses Scenario, gekennzeichnet durch ein Wachstum zwischen zwei und drei Prozent und eine Arbeitslosenzahl von 0,5 Millionen Menschen, hat nach Meinung der Befragten den Rang eines realen Zukunftsbildes.

Einig sind sich die im Auftrag von Wirtschafts-, Arbeits- und Forschungsministerium befragten Fachleute über eine kontinuierliche Ausschöpfung des Rationalisierungspotentials, das die Datentechnik bietet. Doch während die eine Gruppe eine zügige Verbreitung der Datentechnik mit integrierten Lösungen befürwortet, hält die andere Insellösungen mit großen Produktivitätsgewinnen für wahrscheinlicher. Bei der Integration halten vor allem Arbeitgeber neue Organisationsformen für wahrscheinlich, während die Gewerkschaftsvertreter kaum mit wesentlichen Reorganisationen rechnen.