Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.05.1995

Integrierte kaufmaennische Loesungen - ein Vergleich Kleinbetriebe fordern flexible Tools ohne grossen Lernaufwand Von Michael Matzer*

Einen Standard im Bereich kaufmaennischer PC-Programme hat KHK Software mit den Produkten "PC-Kaufmann" und "Classic Line" gesetzt. Diese Pakete bieten Fix-und-Fertig-Loesungen, mit denen der End-anwender, so wie sie sind, zurechtkommen muss. Auf der anderen Seite hat seit gut einem Jahr die Firma Softengine mit "Bueroware" ein konkurrenzfaehiges Paket auf dem Markt, das sich ohne tiefe Program-mierkenntnisse individuellen Geschaeftspraktiken anpassen laesst.

Ueberzeugt hatte den Autohaendler Ruediger Krug vor vier Jahren vor allem das Preis-Leistungs-Verhaeltnis des PC-Kaufmanns. Sein PC- Haendler machte ihn auf das Komplettpaket, das bis zu drei Benutzer in Klein- und mittelstaendischen Betrieben zulaesst, aufmerksam, weil Krug eine integrierte Loesung mit Finanz- und Lohnbuchhaltung sowie Auf-tragsbearbeitung fuer sein Seat-Autohaus in Lollar bei Giessen suchte. Andere Programme, die er sich angesehen hatte, entsprachen weder vom Leistungsumfang noch von der Bedienbarkeit her seinen Erwartungen.

Er wollte ein Produkt, das auch fuer seine drei DV-unerfahrenen Mit-arbeiter schnell zu erlernen war und ihm eine flexible Nutzung er-laubte. Mit den Modulen Finanzbuchhaltung (Fibu), Auftragsbearbeitung und Lohnschreibung strebte Krug nach mehr Transparenz und besseren Controlling-Moeglichkeiten.

Zusatzinformationen fuer die Mitarbeiter

Von den Bausteinen wie Tabellenkalkulation, Textverarbeitung sowie einem Grafikprogramm versprach er sich Zusatznutzen fuer die Mit- arbeiterinformation und fuer Aktionen zur Kundenbindung. Inzwischen sind in Version 2.0 weitere Module integriert worden: Datev- und Daten-Schnittstellen, ein Formulargestalter, ein Btx-Modul und ein PLZ-Verzeichnis. "Fuer die Einrichtung des PC-Kaufmanns waren", so Krug, "gruendliche Vorueberlegungen notwendig - angefangen bei der Anlage der Kontenrahmen in der Fibu bis hin zum Aufbau der Stamm- daten."

Die Durchgaengigkeit der Daten sorgt heute fuer ein hohes Mass an Transparenz in Krugs Firma. Die Offene-Posten-Verwaltung gewaehrt einen aktuellen Ueberblick. Monatlich wird eine Wirtschaftlichkeits-berechnung fuer die Werkstatt mit Vorjahresvergleich erstellt. Die Tabellenkalkulation wertet einzelne Fibu-Teile aus. Anschliessend werden die so gewonnenen Daten als Geschaeftsgrafik aufbereitet.

Arbeiten wie Mahnungen, Rechnungsschreibung, Preiskorrekturen oder das Schreiben der Ueberweisungstraeger fuer die Bank laufen sozusagen automatisch nebenher. Mit Hilfe des Formulargenerators (bis zur Version 1.6 noch optional) sind alle Vorlagen individuell auf die Belange des Autohauses abgestimmt. In der "Betreff-Zeile" werden zum Beispiel Autotyp, Kfz-Kennzeichen und Kilometerstand aufgefuehrt.

Die zur Kundenpflege erforderlichen Selektionskriterien im Debitoren-stamm wurden bereits beim Einrichten der Stammdaten angelegt. Mit Hilfe der Daten-Schnittstelle listet das Programm die gewuenschten Angaben auf. Um weitere Massnahmen zur Kundenbindung durchzufuehren, wuenscht sich Krug allerdings detailliertere Selektionsmoeglichkeiten.

Die Alternative Bueroware von der Pfaelzer Firma Softengine vereinigt die Flexibilitaet einer Datenbank mit der programmierbaren Funktional-itaet einer kaufmaennischen Loesung. Im Gegensatz zu Konkurrenzpro-dukten, in denen die Datenmasken und Tabellen oft starr vorgegeben sind, kann der Benutzer von Bueroware Ein- und Ausgabemasken sowie Da-tentabellen seinen individuellen Anforderungen anpassen, ohne dabei wissen zu muessen, wie man in C++ programmiert. Branchenuebliche Ele-mente lassen sich einfuegen.

Programm dem Geschaeft anpassen

Hans-Ulrich Vogler, Geschaeftsfuehrer der VLM Laborhandels- und Dienstleistungs GmbH in Reinheim bei Darmstadt, suchte 1994 eine Komplettloesung, um sein Sortiment von 50 000 Artikeln effizient zu verwalten. Nach einer anfaenglichen Fehlentscheidung stiess er auf Bueroware. Fuer eine Standardloesung, so fand er heraus, haette er seine Betriebsorganisation dem Programm anpassen muessen. Nun konnte er umgekehrt vorgehen - Bueroware liess sich ohne vorherige Kenntnisse programmieren. Als grosse Hilfe bei der Einarbeitung stellte sich der integrierte Programmassistent "Engi" heraus.

Bueroware bietet unter anderem Verwaltungsfunktionen wie Angebots- erstellung, Lagerverwaltung, Lieferschein- , Auftrags- und Rech- nungserstellung. Das Programm ist Client-Server-faehig und somit fuer zukuenftige Topologien geruestet. Mittlerweile sind auch Versionen fuer OS/2 und Windows verfuegbar.

In der modular aufgebauten Softwareloesung sind alle Programmteile alleine ablauffaehig. Zur Version 1.2 gehoeren eine ebenfalls den EU-Anforderungen entsprechende Fakturierung mit Stuecklisten- und Mehr-lagerverwaltung fuer die Warenwirtschaft, eine kaufmaennische Textver-arbeitung mit Adressverwaltung und Serienbrieffunktion sowie eine EU-faehige Finanz- und Lohnbuchhaltung, die auch den Zahlungsverkehr in Fremdwaehrungen bewaeltigen kann.

Ein Modul zur Verkaufsfoerderung (Computer-aided Selling) mit netz- internem Informationssystem und optionaler Telefonwahl sowie diverse Informations- und Auswertungssysteme vervollstaendigen das Paket. Die Finanzbuchhaltung ist ebenso wie andere relevante Module mandanten-faehig. Weil das Programm auch in anderen EU- Laendern einsetzbar sein soll, kann die Software inklusive der Menuestruktur, der Masken und Tabellen komplett auf eine andere Sprache umgestellt werden.

Vogler liess seine Mitarbeiter in einem Intensivkurs schulen. Ein einzulesender Artikelstamm wurde auf Datentraeger geliefert und ueber die konfigurierbare Im- und Export-Schnittstelle eingespielt. Die Kundendaten wurden neu angelegt - ab sofort konnte VLM mit Bueroware arbeiten.