Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.11.1991 - 

IDC analysierte die Absatzzahlen Micro-basierte Mehrfunktions-Software

Integrierte PC-Pakete: Microsoft und Lotus teilen sich den Markt

MÜNCHEN (CW) - Einer IDC-Studie zufolge wurden im vergangenen Jahr weltweit mehr als 2,3 Millionen integrierte PC-Software-Pakete vertrieben. Der Löwenanteil von 36,8 Prozent fiel dabei an die Microsoft Corp. - dicht gefolgt von der Lotus Development Corp.; deren Firmenzeichen prangte auf jedem dritten dieser Pakete, die sich dadurch auszeichnen, daß sie verschiedenartige PC-Anwendungen miteinander integrieren.

Microsoft verdankt seinen Marktanteil einzig seinem Paket "Works", von dem im vergangenen Jahr etwa 850000 Exemplare über den Ladentisch gingen. Der Lotus-Anteil setzt sich hingegen aus den Verkaufszahlen zweier unterschiedlicher Produkte zusammen: Das im Laufe des vergangenen Jahres von Alpha Software akquirierte "Lotusworks" wurde 550 000 mal unter die Leute gebracht und vergrößerte seinen Marktanteil nach Stückzahlen somit auf 23,8 Prozent; 1989 hatte das Produkt unter der Bezeichnung "Alphaworks" nur 7,1 Prozent des Marktes für sich beanspruchen können.

Auf das Konto des Lotus-Produkts "Symphony" gingen etwa 220 000 Lizenzen, die nach der IDC-Auswertung einem Marktanteil von 9,5 Prozent entsprechen. Werden statt der Stückzahlen die mit dem Produkt generierten Umsätze zugrunde gelegt, so wächst der Marktanteil von Symphony auf stattliche 21,1 Prozent. Im Hinblick auf das Wertvolumen liegen Symphonie und Microsoft Works gleich auf und teilen sich somit den ersten Platz.

Nur noch 7,4 Prozent der verkauften Stückzahlen beziehungsweise 170 000 Lizenzen entfielen auf das Produkt "PFS: First Choice" von der Software Publishing Corp. (SPC), das 1989 in diesem Vergleich mit einem Anteil von 17 Prozent den zweiten Platz belegt hatte. Das Produkt wechselte Anfang 1991 den Besitzer, als SPC die gesamte PFS-Linie an Spinnaker Software veräußerte.

Einen Anteil von mehr als fünf Prozent an den Verkaufszahlen des untersuchten Marktsegments konnten auch Enable für das gleichnamige Produkt und Ashton-Tate für die "Framework"-Familie reklamieren. Informix mit "Smartware", Software Products International (SPI) mit "Open Access" und Wordperfect mit "Executive" rangieren unter ferner liefen (siehe auch Grafik).

Auch bezüglich der bislang installierten Basis konnte Microsoft Works seine Spitzenstellung verteidigen und - mit einem Absatzwachstum von 25 Prozent im vergangenen Jahr sogar ausbauen. Rund 1,4 Millionen legale Installationen des Pakets hat der Hersteller mittlerweile vorzuweisen.

Den zweiten Platz belegt hier das Lotus-Produkt Symphony, dessen Basis 1990 um 15 Prozent wuchs und jetzt bei 874 000 Einheiten liegt. Um jeweils 13 Prozent nahm die Gesamtinstallations-Summe von Enable und Lotus-/Alphaworks zu. Das Lotus-Produkt bringt es jetzt auf 722000 Lizenzen und liegt damit nur knapp hinter Enable/OA, für das bislang 760 000 Nutzungsverträge unterzeichnet wurden.

Die genannten Zahlen stammen aus einer mit "Integrated Software, 1989 and 1990" betitelten Untersuchung, die das in Framingham, Massachusetts, ansässige Marktforschungsunternehmen IDC durchgeführt hat. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden auszugsweise auch in der zweiten Oktober-Nummer des von der IDC Deutschland GmbH, Eschborn, herausgegebenen "EDP Report" veröffentlicht.

Nach Ansicht der IDC-Analysten werden die herkömmlichen integrierten Pakete in absehbarer Zeit Konkurrenz aus einer unerwarteten Richtung bekommen: Die Möglichkeiten für eine Interoperabilität zwischen verschiedenen Applikationen mit gemeinsamer Datennutzung und konsistentem Look and Feel machen Windows 3.0 zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber für viele der genannten Produkte. Zwar sind diese Systeme, so die Stellungnahme der IDC Deutschland, unter Kostengesichtspunkten sicher noch die günstigere Lösung; doch sprächen die Aspekte Evolution, Integration und Migration für eine integrierte Windows-Lösung.