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05.07.1996 - 

IBM forciert Verschmelzung von Netz- und Systemverwaltung

Integriertes Management soll mit TME 10 Realität werden

05.07.1996

In Frankfurt hatten jetzt Anwender auf einer IBM-Veranstaltung die Möglichkeit, die ersten Früchte der Allianz zwischen IBM und Tivoli zu begutachten. Nach der Firmenübernahme vor fünf Monaten ist es nämlich erklärtes Ziel von Big Blue, die "Systemview"- und "Tivoli-TME"-Familie unter dem Namen "Tivoli Management Environment 10" (TME 10) zu einer Lösung für die Systemverwaltung heterogener Netze zu verschmelzen. Als plattformunabhängiges und objektorientiertes End-to-end-Rahmenwerk soll TME 10 die Integration bestehender Anwendungen gewährleisten.

Nach den Worten von Wolfgang Kuhn, Vertriebsleiter System-Management bei IBM, war denn auch der Integrationsgedanke einer der Gründe für den Merger mit Tivoli. "Wir sind zwar Marktführer im Netzwerk-Management", so Kuhn, "doch im Bereich System-Management hat Tivoli nach Einschätzung von Analysten einen Vorsprung von zwei Jahren gegenüber den Wettbewerbern." Dementsprechend war das Unternehmen für Big Blue interessant. Überschwenglich preisen die IBM-Marketiers bereits die Zusammenarbeit: Als erster Hersteller habe man mit TME 10 eine ganzheitliche Enterprise-Management-Lösung, die den drei Grundsätzen Skalierbarkeit, Automation und Integration gerecht werde. Allerdings mit einer Einschränkung, wie Kuhn einräumt: Das gemeinsame Datenmodell, das für die Zusammenführung von TME und Systemview notwendig ist, soll erst 1997 fertig sein. Letztlich stellt das Tivoli Management Environment eine Art Verschmelzung von Tivoli TME 3.0 und IBMs Systemview dar. Das zugrundeliegende Datenmodell ist dabei von elementarer Bedeutung, da das Corba-basierte Systemview in das Tivoli Management Framework (TMF) integriert werden soll.

Vom Einsatzgebiet her betrachtet, soll TME alle Verwaltungsaufgaben, angefangen in den klassischen Datenzentren bis hin zu verteilten Umgebungen, übernehmen. Um diesen Aufgabenwust zu bewerkstelligen, sind 25 Management-Applikationen geplant, die sich wiederum in fünf Kategorien unterteilen lassen:

- Deployment-Management, mit dem Ziel, unternehmensweit alle Konfigurationsaufgaben zu automatisieren.

- Availability-Management: Um eine proaktive Verwaltung der DV-Umgebung zu ermöglichen, werden alle Informationen gesammelt, die den Status des Netzes betreffen.

- Security-Management soll die Sicherheit der Daten im Unternehmen gewährleisten und berechtigten Anwendern den Zugang zu diesen sowie den dazu notwendigen Applikationen eröffnen.

- Operations and Administration: Hier steht der Gedanke der Automatisierung von Systemverwaltungsvorgängen, die die Integrität und Zuverlässigkeit der gesamten Umgebung gewährleisten, im Vordergrund.

-Applications-Management schließlich übernimmt die Kontrolle verteilter Computerressourcen wie Datenbanken, Applikationen und Internet-Dienste. In diesen Bereich fallen auch Aufgaben wie Softwaredistribution etc.

Im Rahmen des Tivoli Management Environment unterscheidet IBM zudem zwischen Level-1- und Level-2-Applikationen. Zur ersten Gruppe gehören grundlegende Features wie beispielsweise System-Monitoring, die für das Funktionieren einer verteilten Umgebung notwendig sind. Die Anwendungen der Ebene 2 erweitern dagegen den Leistungsumfang der Grundausstattung um Features wie Helpdesk oder Sicherheits-Management. Für Fremdentwickler will IBM die Management-Schnittstellen veröffentlichen, so daß eine enge Integration mit den Level-1-Applikationen gewährleistet ist.

Eigenen Angaben zufolge hat Big Blue in den zurückliegenden Monaten das Produktportfolio bereits bereinigt und für ein konsistentes Angebot gesorgt. Beispielsweise wurde "PC Systemview 4.0" in "TME 10 Netfinity 4.0" umgetauft. Im zweiten Schritt, hausintern als Application-Integration bezeichnet, stehen integrierte Produkte für die oben aufgezeigten Management-Kategorien auf dem Plan. Als Grundlage hierfür dienen die jeweiligen Produkte aus der TME- und Systemview-Welt, die zu einer Management-Plattform aus einem Guß zusammengefügt werden sollen. Als Zeitrahmen hierfür gibt IBM drei bis neun Monate an. Die dritte Phase, die Framework-Integration, sieht schließlich die Migration aller Dienste auf ein gemeinsames Rahmenwerk vor. Im Zuge dieser Maßnahme strebt IBM innerhalb der nächsten neun bis 15 Monate die Beseitigung aller möglicherweise redundanten Management-Konsolen-Interfaces an.

Ziel ist schließlich, ein automatisch operierendes Enterprise-Management zu generieren, das unabhängig von den darunterliegenden Plattformen arbeitet. So unterstützt TME 10 Desktop-PCs, Windows-NT-, Netware-, Unix- und OS/2-Server sowie Mainframes mit dem Betriebssystem MVS.