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29.07.2005

Intel ändert Prozessornamen

Zahlen signalisieren die relative Leistung in ihrer Plattformklasse.

Demnächst wird Intel seine Prozessoren nach Leistungsklassen benennen, die wiederum bestimmten Plattformen zugeordnet sind. Die neue Nomenklatur beginnt mit der Freigabe des "Montecito", des Itanium 2 mit zwei Rechenkernen (Dual Core), gegen Ende dieses Jahres.

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www.computerwoche.de/go/

*78509: Neue Itanium-2-CPUs;

*78214: Itanium-Roadmap;

*76440: Apple wechselt zu Intel;

*76053: Plattformstrategie von Intel-Chef Otellini.

Vierklassengesellschaft

Basis Serie umfasst 2005 - 2006

(namenlos) Plattform

Itanium 2 9000 Montecito / Montvale Prozessor

E8870 Chipset

Truland Plattform

Xeon MP 7000 Paxville / Tulsa Prozessor

E8501 Chipset

Bensley Plattform

Xeon DP 5000 Dempsey Prozessor

Blackford Chipset

(nur Ein- (namenlos) Plattform

Prozessor- 3000 Pentium D Prozessor

Chipset) E7221 Chipset

Der Itanium 2 und seine Nachfolger nach dieser reinen 64-Bit-Epic-Architektur bilden künftig die "Series 9000" für das Highend-Computing. Eine Ebene darunter ist die "Series 7000" angesiedelt. Sie besteht aus dem Xeon MP und zugehörigen Chipsets für Server mit vier und mehr CPUs. Zur "Series 5000" gehören die Xeon-DP-Prozessoren für Zwei-Wege-Systeme. Schließlich gibt es die "Series 3000", die lediglich Chipsets für Ein-Prozessor-Systeme bezeichnet. Hier bleibt es bei der alten Benennung der CPUs, beispielsweise Pentium D 840, weil solche Zahlen bereits relative Performance-Größen darstellen.

Serien zugeordnet

Künftige Prozessoren werden einen Namen nach ihrer Serie erhalten. Beispielsweise ist für das erste Halbjahr 2006 ein Dual-Core-Xeon für Zwei-Wege-Systeme angekündigt, der unter dem Codenamen "Dempsey" entwickelt wird. Er könnte unter dem Namen "Xeon 5010" auf den Markt kommen. Ein stärkerer Nachfolger wiederum würde "Xeon 5020" heißen. Diese Prozessoren gehören mit dem Chipset "Blackford" zur "Bensley"-Plattform.

Damit endet auch bei den Server-Prozessoren die Namensgebung nach Taktgeschwindigkeit. Ingenieure des Chipherstellers hatten erkannt, dass eine Leistungssteigerung der CPUs mittels höherer Taktraten unverhältnismäßig viel Aufwand verlangen würde. Daraufhin hatte Firmenchef Paul Otellini gleich nach seinem Amtsantritt die Ausrichtung auf Plattformen verkündet. Nach diesem Konzept bilden Prozessoren, Chipsets, andere CPU-nahe Hardwarekomponenten und Software-Tools eine Plattform. Deren Leistung ist nicht mehr nur von der Prozessor-Performance abhängig, sondern von der optimalen Abstimmung ihrer Komponenten aufeinander.

"Wir werden es in der Zukunft häufiger erleben, dass die Prozessoren sich nicht so sehr in der Taktfrequenz unterscheiden, sondern in anderen Eigenschaften wie der Cache-Größe", weist Intel-Sprecher Christian Anderka auf einen Trend hin. "Vielleicht ist es schlauer, nicht die Taktrate zu erhöhen, sondern den Cache zu erweitern. Möglicherweise ist es effektiver, etwas an der Plattform zu verbessern, beispielsweise den Netzwerkadapter, das Chipset und die Treiber, um dem Problem einer hohen Netzwerkbelastung zu begegnen."

Die Entwicklungslinien von Prozessoren und Plattformen sind von zwei Trends geprägt: Erstens stellt Intel auf Dual-Core-CPUs um. Schon Ende nächsten Jahres sollen über 70 Prozent der ausgelieferten Prozessoren für Desktops und mobile PCs (Pentium D und M) zwei Rechenkerne haben. Bei den Server-CPUs sollen es mehr als 85 Prozent sein.

Hitzeentwicklung reduzieren

Zweitens wird auf geringere Leistungsaufnahme und damit auf reduzierte Hitzeentwicklung der Chips Wert gelegt. So wird es den zur Series 5000 gehörenden Single-Core-Xeon "Irwindale" in drei Varianten geben: Der klassische Irwindale verbraucht 110 Watt; hinzu kommen ein "MV Irwindale" (Mid Voltage) mit weniger als 90 Watt und ein "LV Irwindale" (Low Voltage) mit 55 Watt Leistungsaufnahme. Der MV Irwindale ist für die Klasse der "Pizzabox"-Server vorgesehen, der LV Irvindale für Blade-Systeme. Der Nachfolger der LV-Variante hat den Codenamen "LV Sossaman" und soll nur noch 31 Watt verbrauchen. Er wird ebenso ein Dual-Core-Prozessor sein wie die anderen Irwindale-Nachfolger "Dempsey" und "MV Dempsey".

Schneller Leistungszuwachs

Trotz sinkender oder gleich hoher Stromaufnahme soll die Performance der Plattformen rasch steigen. Gegenüber der "Lindenhurst"-Plattform mit dem LV Irwindale soll die Einführung der Dual-Core-CPU LV Sossaman im ersten Halbjahr 2006 die doppelte Leistung bringen. Die darauf folgende Plattform Bensley mit einem noch nicht benannten Prozessor im ersten Halbjahr 2007 soll den Durchsatz um den Faktor 3,5 verbessern.

Der Leistungszuwachs der Plattformen ist nicht nur das Er- gebnis des Prozessordesigns, sondern auch besseren weiteren Bestandteilen geschuldet. Intel-Sprecher Anderka: "Die Frage ist, welche Komponente liefert im Zusammenspiel mit welchen anderen Teilen die beste Leistung? Der Blick muss aufs Ganze gerichtet sein. Deswegen stellen wir Plattformen ins Zentrum." (ls)