Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

23.01.2004 - 

Trotz Rekordeinnahmen im vierten Quartal

Intel dämpft hohe Erwartungen

MÜNCHEN (CW) - Zwar fielen die jüngsten Quartalszahlen von Intel gut aus, doch die kurzfristige Prognose fiel eher skeptisch aus: Nachdem sich der Aktienkurs innerhalb der vergangenen 52 Wochen verdoppelt hatte, wollten Investoren positive Signale sehen.

Mit einem konservativen Ausblick auf den laufenden Berichtszeitraum hat Intel seine an sich starken Zahlen des jüngst abgeschlossenen Quartals relativiert. Dabei kündigte der Konzern lediglich an, dass der Umsatz bis einschließlich März unter den Einnahmen des Weihnachtsquartals liegen wird - was in einem traditionell zyklischen Geschäft nicht überraschend ist. Aktuell geht das Management von Einnahmen zwischen 7,9 Milliarden und 8,5 Milliarden Dollar aus. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte Intel 6,75 Milliarden Dollar umgesetzt.

Hoher Erfolgsdruck

Eine konkrete Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2004 wurde nicht abgegeben, allerdings rechnet der Konzern mit einer Bruttomarge von 62 Prozent. Dies wären immerhin fünf Prozentpunkte mehr als im gerade abgeschlossenen Jahr. Den Investoren war dieser Ausblick indes nicht genug, weshalb die Aktie in der vergangenen Woche unter Druck geriet und andere Tech-Werte belastete. Der Kurs des Intel-Papiers hatte sich in den vergangenen 52 Wochen allerdings auch mehr als verdoppelt - die Erwartung neuer Rekorde war dementsprechend hoch.

Eine Rekordmarke hatte Intel noch im vierten Quartal geknackt: Mit Umsätzen von 8,74 Milliarden Dollar lag der Konzern minimal über den Einnahmen des dritten Berichtszeitraums im Boom-Jahr 2000. Die Einnahmen stiegen um 22 Prozent verglichen mit dem Wert des Vorjahresquartals, und auch die Analystenerwartungen konnten übertroffen werden. Intel selbst hatte einen Spielraum von 8,5 Milliarden bis 8,7 Milliarden Dollar vorgegeben.

Firmen investieren

Als Grund für den Anstieg der Einnahmen sagte Intels Finanzchef Andy Bryant, dass Unternehmen in den westlichen Industrienationen wieder verstärkt in Technologie investieren würden. Dies deckt sich mit den aktuellen Zahlen zum PC-Markt, der auch im vierten Quartal deutlich gewachsen ist - vornehmlich bei Notebooks und Servern. Gleichzeitig sei die Nachfrage in Wachstumsmärkten wie China oder Indien anhaltend hoch.

Auch unter dem Strich konnten sich die Zahlen sehen lassen: Der Nettogewinn belief sich auf 2,17 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie im direkten Vorquartal. Dabei wurde der Profit durch eine Wertberichtigung in Höhe von 611 Millionen Dollar belastet. Hintergrund ist die Übernahme einer Firma für Kommunikations-Chips im Jahr 1999, deren Geschäfte sich nicht wie erwartet entwickelt haben. Im Gegenzug profitierte Intel von einer günstigeren Steuerbewertung, was 620 Millionen Dollar in die Kassen spülte.

Insgesamt lag das Konzernergebnis deutlich über den Erwartungen der Wallstreet. Für das Gesamtjahr errechnet sich ein Umsatz von 30,1 Milliarden Dollar, 13 Prozent mehr als zuvor. Der Nettoprofit belief sich auf 5,6 Milliarden Dollar, was eine Steigerung um 81 Prozent bedeutet. "Das Jahr 2003 begann mit einem Fragezeichen und endete mit einem Ausrufezeichen", sagte Finanzchef Bryant.

Damit der positive Trend auch in diesem Jahr anhält, wendet sich der Konzern neuen Geschäftsfeldern zu - IT goes Wohnzimmer. Ein Investitionsfonds mit einem Volumen von 200 Millionen Dollar soll helfen, neue Technologien für die Unterhaltungselektronik zu entwickeln. Allerdings besitzt Intel hier kein Alleinstellungsmerkmal, denn fast jeder IT-Hersteller hat die gute Stube als Wachstumschance für sich entdeckt. Eigene Intel-Endgeräte soll es demnach auch nicht geben; stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf Chips, etwa für Fernseher oder "Entertainment-PCs", die als eine Art Kommandozentrale für die häusliche Unterhaltungselektronik vorgesehen sind. (ajf)